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Sulgen bot Asylsuchenden während mehr als drei Jahren eine Unterkunft

Von Oktober 2015 bis März 2019 diente die militärische Anlage an der Auholzstrasse in Sulgen Asylsuchenden als temporäre Unterkunft. Die anfänglichen Befürchtungen in der Bevölkerung bewahrheiteten sich in dieser Zeit nicht.
Georg Stelzner
Drei Asylsuchende auf dem Trottoir der Kapellenstrasse in Sulgen. (Bild: Hannelore Bruderer, 9. Dezember 2015)

Drei Asylsuchende auf dem Trottoir der Kapellenstrasse in Sulgen. (Bild: Hannelore Bruderer, 9. Dezember 2015)

«Wir hätten uns verweigern können, doch aus humanitären Gründen haben wir uns entschlossen, bei der Lösung des Problems Hand zu bieten», sagt Gemeindepräsident Andreas Opprecht zum damaligen Entscheid des Gemeinderates Sulgen.

Bedingung sei gewesen, dass der Bund ein überzeugendes Sicherheitspaket vorlegen kann. Genau dieser Aspekt hat Teile der Bevölkerung nämlich beunruhigt, wie vereinzelte ausländerfeindliche Sprayereien zu Beginn sowie kritische bis ablehnende Voten an einer Informationsveranstaltung zeigten.

Unmittelbar neben Schulanlage

Die benutzte Truppenunterkunft befindet sich zwar nicht in einem Wohnquartier, aber in unmittelbarer Nachbarschaft eines Primarschulhauses. Zudem sind auf der Auholzstrasse viele Sekundarschüler unterwegs.

Bis zu 100 männliche Asylsuchende haben sich vorübergehend gleichzeitig in Sulgen aufgehalten. Zählt man alle Übernachtungen in den dreieinhalb Jahren zusammen, kommt man auf die stattliche Zahl von rund 50'000.

Auf Konfliktpotenzial geachtet

«Zwischen Asylsuchenden und Einwohnern ist es zu keinen nennenswerten Konflikten gekommen», sagt Opprecht. Er nennt dafür mehrere Gründe. So sind vom damaligen Empfangs- und Verfahrenszen- trum (EVZ) in Kreuzlingen nur ausgewählte Flüchtlinge nach Sulgen geschickt worden. Ein wichtiges Kriterium stellte das individuelle Konfliktpotenzial dar.

Im Dorf waren täglich Fusspatrouillen unterwegs, die Anlage selbst wurde permanent von einer Sicherheitsorganisation überwacht, und für die Bevölkerung stand eine Hotline zur Verfügung.

Asylsuchende hatten Beschäftigung

Zum weitgehend problemlosen Aufenthalt der Flüchtlinge in Sulgen trug laut Opprecht auch der Umstand bei, dass die Asylsuchenden beschäftigt wurden. Sie mussten die Anlage in Schuss halten, Abfälle einsammeln und Aufräumarbeiten verrichten.

Oder sie konnten einen Deutschunterricht besuchen, der von kirchlichen Kreisen angeboten wurde. Der Gemeindepräsident würdigt das ehrenamtliche Engagement dieser Leute besonders: «Es war ein gutes Neben- einander und ein bedeutsames Angebot am Standort Sulgen.»

Schweizer Armee kehrt zurück

In Zukunft wird die Anlage wieder der Schweizer Armee dienen. Die Gemeinde Sulgen hat von der Vereinbarung mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) finanziell profitiert.

Opprecht spricht von rund einer halben Million Franken, welche Sulgen für die Unterbringung der Asylsuchenden und die Bereitstellung der Infrastruktur erhalten hat. «Es hat sich für uns gelohnt, aber das Geld war kein Argument für die Zusage», betont der Gemeindepräsident.

Dank an die Bevölkerung Sulgens

Die Anlage bedarf nach der intensiven Nutzung nun einer Sanierung. Für die Kosten kommt laut Opprecht zu einem wesentlichen Teil der Bund auf. Worte des Dankes richtet Opprecht an die Sulger Bevölkerung. Sie habe den Entscheid des Gemeinderates akzeptiert und weitgehend mitgetragen.

Zu einer allfälligen weiteren Anfrage seitens des SEM sagt der Gemeindepräsident: «Sollte dieser Fall einmal eintreten, dann müssten wir die Situation sicherlich neu beurteilen. Wir würden uns aber nur unter den gleichen Bedingungen wie bisher darauf einlassen.»

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