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Sturm im Antennenwald: Drei Mobilfunk-Baugesuche stehen in der Kritik

Die Mobilfunkbetreiber wollen aufrüsten in Kreuzlingen. Gegen ihre Baugesuche hagelt es jedoch Einsprachen.
Urs Brüschweiler
Mobilfunkanlagen sind ungern gesehene Nachbarn. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Mobilfunkanlagen sind ungern gesehene Nachbarn. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

«Rund 1150 Unterschriften sind zusammengekommen gegen den Antennenwildwuchs.» Stefan Zbornik und sein Verein strahlungsfreies Kreuzlingen kämpfen derzeit an mehreren Fronten. Drei Baugesuche, zwei von Salt und eines von Swisscom, sorgen aktuell für Ärger bei den Mobilfunkkritikern. Etwa drei Viertel der Unterschriften kamen für eine Sammeleinsprache bei der von Salt geplanten Antenne beim Bahnviadukt an der Bergstrasse zusammen. Ein erster Teil-Erfolg kann hier nun auch schon verbucht werden.

Die Bauanzeige war nur 6 statt 30 Meter hoch

Die öffentliche Auflage des Baugesuchs muss nämlich wiederholt werden. Das Bauvisier war nämlich nur 6 Meter hoch, statt 30 Meter wie dem geplanten Masten entsprechend. Begründet hatte das die Bauherrin mit den Sicherheitsvorschriften in direkter Nachbarschaft zur Bahnlinie. Die Bauverwaltung gab sich nun aber nicht damit zufrieden und verlangte eine vollständige Visierung und eine neue Auflagefrist, die diese Woche hätte beginnen sollen.

Doch daraus wird auch nichts, wie Stadtrat Ernst Zülle auf Anfrage bestätigt. Die von der Bauherrin beauftragte Firma schaffte es nicht, das neue Visier rechtzeitig aufzustellen. So wird nun erst Anfang September die Bauauflage stattfinden. Eine kleine Nachlässigkeit seitens der Stadt gesteht Zülle hier ein.

«Wir werden Baugesuche künftig erst dann öffentlich auflegen, wenn wir überprüft haben, dass die Visiere stehen. Wir müssen da die Kontrollen verstärken.»

Auf die bereits getätigten Einsprachen habe die Verzögerung aber keinen Einfluss. «Sie werden mitgenommen und behalten natürlich ihre Gültigkeit.» Zülle betont auch, dass die Stadt keine Probleme mit Einsprachen habe, man sitze keineswegs – wie schon vorgeworfen – in einem Boot mit den Mobilfunkbetreibern. «Wir müssen diese Diskussionen führen.» Für die Prüfung, ob die Strahlungsgrenzwerte eingehalten werden, sei aber allein der Kanton zuständig.

Keine Visiere, weil es nur um einen Austausch geht

Das zweite kontrovers diskutierte Baugesuch betrifft die Antenne auf dem Wohnblock Hauptstrasse 132 am Blaues-Haus-Platz. Salt möchte eine grössere Anlage installieren. Auch hier gibt es eine Sammeleinsprache mit mehreren Hundert Unterschriften. Zbornik kritisiert scharf, dass gar keine Visierung vorgenommen worden ist. Der Kreuzlinger Bausekretär Jean-Marc Vannier begründet dies damit, dass es um den Ersatz einer bestehenden Antenne gehe. Der neue Mast sei nicht höher als der alte.

Für Stefan Zbornik ist klar, dass die Mobilfunkbetreiber aufrüsten in Richtung 5G-Technologie.

Stefan ZbornikStrahlungsfreies Kreuzlingen(Bild: Nicole D'Orazio)

Stefan Zbornik
Strahlungsfreies Kreuzlingen
(Bild: Nicole D'Orazio)

«Das Wissen um die gesundheitlichen Risiken von Funkstrahlung verbreitet sich immer mehr. Die dreisten Verharmlosungen und Unwahrheiten der Mobilfunklobby werden offensichtlich nicht mehr so leicht geglaubt.»

Die Swisscom will bei der Kaserne Bernrain aufrüsten

Das dritte aktuelle Baugesuch stammt von der Swisscom. Gemäss der öffentlichen Auflage, die seit Dienstag läuft, will sie die bestehende Mobilfunkanlage bei der Kaserne Bernrain mit neuen Antennen ausrüsten. Zbornik hat das Baugesuch noch nicht gesehen, er wette jedoch, dass es um eine massive Leistungserhöhung gehe. Er sichert Betroffenen die Unterstützung des Vereins zu, wenn sie sich wehren wollen. Da die Kaserne abgelegen sei, könne es aber auch sein, dass es hier keine Einsprachen gebe.

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