Streit um Romanshorner Spielplatz: Gegner ziehen vor Bundesgericht

Die IG Bunkerwiese und der Thurgauer Heimatschutz ziehen den Entscheid des Verwaltungsgerichtes weiter.

Tanja von Arx
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Die Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG will auf diesem Stück Land einen Freizeitpark bauen.

Die Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG will auf diesem Stück Land einen Freizeitpark bauen.

(Bild: Reto Martin)

Die IG Bunkerwiese und der Thurgauer Heimatschutz gehen bis zum bitteren Ende. Und ziehen den positiven Entscheid des Verwaltungsgerichtes betreffend den Abenteuerspielplatz mit Namen «RobinsHorn», den die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (SBS) unmittelbar beim Romanshorner Hafen bauen will, weiter ans Bundesgericht – obschon ihre Beschwerde in allen Punkten abgewiesen wurde (unsere Zeitung berichtete).

Jurist sieht durchaus Fleisch am Knochen

Uwe Moor, Präsident Thurgauer Heimatschutz.

Uwe Moor, Präsident Thurgauer Heimatschutz.

(Bild: Sabrina Bächi)

«Den Ausschlag gegeben hat die Einschätzung eines auswärtigen Anwaltes zum geplanten Projekt auf der Bunkerwiese», sagt Uwe Moor, Präsident des Thurgauer Heimatschutzes. Der Jurist beurteile die Sachlage durchaus so, dass da noch Fleisch am Knochen sei. «Andererseits war die finanzielle Absicherung entscheidend: Vor wenigen Tagen haben Private eine Defizitgarantie gesprochen.» Das Risiko im Falle einer Niederlage belaufe sich indes auf schätzungsweise 15'000 Franken. So viel, wie die Spielplatz-Gegner schon im Zuge der Niederlage vor Verwaltungsgericht zahlen mussten.

«Wir wollen einen Spendenaufruf starten, ein Konto haben wir bereits eröffnet»

, sagt Moor. «Dabei hoffen wir auf Unterstützung aus der Bevölkerung.» Dieses Ansinnen ist nicht unwahrscheinlich, rund Tausend Personen hatten seinerzeit eine entsprechende Petition unterschrieben.

Die juristische Einschätzung, die seit kurzem vorliegt, bestreitet denn 14 wesentliche Punkte des verwaltungsgerichtlichen Entscheides. Allem voran steht das Argument, dass in der kommenden Kommunalplanung die betreffende Touristikzone eine Ortsbildschutzzone sei. Weiter befindet der Anwalt, es gebe durchaus dem Projekt entgegenstehende, höher gewichtete Interessen: Mit dem steigenden Nutzungsdruck am Ufer des Bodensees seien Bedürfnisse der Menschen insbesondere nach Erholung zu berücksichtigen und natürliche Uferbereiche zu sichern. Nicht zuletzt dürfe die freie Begehbarkeit des Geländes nur im Notfall eingeschränkt werden.

«Bewilligung stützt nur auf kantonale Amtsstellen ab»

Den Anstoss, die rechtliche Beurteilung einzuholen, hatten verschiedene Bedenken gegeben. So bemängelte der Heimatschutz-Präsident, dass die Bewilligung für den «RobinsHorn» nur auf die Meinung kantonaler Amtsstellen abstützen würde. Moor sagte:

«Eine kritische und unabhängige Aussenbetrachtung fehlt, etwa die der Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission.»

Ebenso ausser Acht gelassen habe man den ideellen Wert der Bunkerwiese für die Bevölkerung. Auch schlicht die Abneigung gegen das Projekt an sich gab den Ausschlag: Die IG hat von einem «Fremdkörper» und einem «dilettantischen Konzept» gesprochen.

Die Bunkerwiese, aufgeschüttetes Land beim Romanshorner Hafen

Im Frühling 2016 stellte die SBS ihre Pläne für den Spielplatz vor. Die Firma hat vom Kanton eine Konzession erhalten, um die Bunkerwiese zu nutzen, die 1984 in Zusammenhang mit dem Bau des SBB-Hafens aufgeschüttet wurde. Letztes Jahr erteilte das Departement für Bau und Umwelt der SBS eine Bewilligung für den Freizeitpark. (tva)

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