Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Streit um den Uttwiler Weiher

Enttäuschte Familien stehen vor einem Bretterverschlag: Claudio Scherrer hat seinen Weiher seit kurzem für die Öffentlichkeit gesperrt. Nun will die Gemeinde gegen ihn vorgehen. Doch der Besitzer hat seine Gründe.
Annina Flaig
Der Eigentümer des Uttwiler Weihers hat den Fussweg über den Weiher mit Brettern versperrt. (Bild: Donato Caspari)

Der Eigentümer des Uttwiler Weihers hat den Fussweg über den Weiher mit Brettern versperrt. (Bild: Donato Caspari)

Reto Schefer kennt ein Plätzchen, das ihm guttut: der Uttwiler Weiher. Dort gibt es Karpfen, Enten und schöne Natur. Der Uttwiler Gartenbauer hält sich oft und gerne hier auf - wie viele andere auch. «Dieser Weiher ist etwas vom Schönsten, das es in Uttwil gibt», findet er. Seine Velotour hierhin nahm am Sonntag aber ein jähes Ende: Der Zugang zum Damm ist mit Brettern versperrt.

Anstelle der Brücke klafft eine Lücke. Sie wurde abmontiert, um der Öffentlichkeit den Zugang zu verwehren. «Das ist extrem schade», sagt Schefer. Er kenne viele, die enttäuscht sind. Den Besitzer kennt er persönlich. «Er hat plausible Gründe für sein Handeln.» Der Weiher gehört dem Uttwiler Claudio Scherrer. Dieser sagt:

"Es ist nicht meine Absicht, die Leute zu verärgern."

Scherrer will sich aber nicht weiter gefallen lassen, dass sein Grundstück kaputtgemacht wird. Denn genau das ist nach Ansicht von Scherrer passiert: «Durch das Füttern der Karpfen und den Wellenschlag, den diese beim Fressen verursachen, wird der Damm seit Jahrzehnten unterspült.»

Jetzt bestehe sogar Einsturzgefahr. Das steht laut Scherrer auch im Bericht eines Ingenieurbüros, welches vom Amt für Umwelt beauftragt worden ist, den Weiher auf seine Sicherheit hin zu überprüfen. Die Sperrung des Dammes sei eine vom Kanton definierte Sofortmassnahme.

Unterdessen haben sich mehrere enttäuschte Uttwiler bei der Gemeinde gemeldet. Diese hat eine Medienmitteilung verfasst. «Es besteht ein öffentliches Zugangsrecht zum Weiher, welches im Grundbuchamt eingetragen ist», steht darin geschrieben. Die Gemeinde habe bereits die nötigen Schritte eingeleitet, um den Zugang wieder zu gewährleisten.

Gemeinde sieht keinen akuten Handlungsbedarf

Die Sperrung des Dammes zum Schutz des Fussweges sei nicht notwendig und vom Grundeigentümer ohne Absprache mit der Gemeinde vollzogen worden. «Das stimmt nicht», wehrt sich Scherrer. Er habe der Gemeinde die Sperrung am Donnerstag schriftlich angekündigt. Laut Scherrer war es die Gemeinde, die vom Amt für Umwelt Anfang Dezember den Auftrag erhalten hatte, die Sofortmassnahmen einzuleiten.

«Die Lage ist nicht akut», betont Gemeindeschreiberin Aliye Gül. Der Bericht sei im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutzprojekt entstanden. «Die Gemeinde ist mit dem Kanton im Gespräch und ist dabei, im Rahmen dieses Projektes eine Schutzanordnung über das Naherholungsgebiet zu prüfen.» Derzeit bestehe aber absolut kein Handlungsbedarf.

Scherrer sieht das anders. «Weil die Gemeinde untätig bleibt, sehe ich mich in der Pflicht, den Damm zu sperren.» Von der Gemeinde erwartet er, dass sie ihre Verantwortung aus der Dienstbarkeit wahrnimmt und für den Unterhalt der Wege sorgt. Der unterspülte Damm müsse gesichert werden. Ausserdem sei eine Schutzanordnung und ein Fütterungsverbot für Fische dringend notwendig.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.