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Strahlung und gestörte Fernsicht: Einwohner von Sommeri und Hamisfeld wehren sich gegen Sunrise

Sowohl im Weiler Hamisfeld wie auch in Sommeri will der Mobilfunkanbieter Sunrise eine Antenne erstellen. In beiden Dörfern wurden beinahe 400 Unterschriften dagegen gesammelt.
Manuel Nagel
Erwin Aebersold spaziert mit seiner Hündin Lou. Der Hamisfelder will keine 5G-Mobilfunkantenne in seiner Nachbarschaft. (Bild: Manuel Nagel)

Erwin Aebersold spaziert mit seiner Hündin Lou. Der Hamisfelder will keine 5G-Mobilfunkantenne in seiner Nachbarschaft. (Bild: Manuel Nagel)

Einige Hefenhofer trauten wohl ihren Ohren nicht, als Andreas Diethelm an der Gemeindeversammlung über den Stand der geplanten Mobilfunkantenne im Hamisfeld berichtete. Die Firma Sunrise habe den Rückzug des Projektes abgekündigt, sagte er. Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuss: Nur zu Gunsten einer Projektänderung, die neu eingereicht wird. Und man munkelt, der Mast soll nicht mehr 25 Meter, sondern gar 30 Meter hoch sein.

Keine guten Neuigkeiten für Erwin Aebersold und 90 weitere Mitunterzeichner aus Hefenhofen und Dozwil, die in unmittelbarer Nähe des geplanten Standortes leben. Die Gründe, weshalb all diese Menschen keine Antenne vor ihrer Nase wollen, sind vielfältig.

Nicht allen geht es dabei um die Strahlung, über deren Auswirkungen selbst unter Experten Uneinigkeit herrscht. Die Ästhetik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, denn die Antenne in einer weitgehend intakten Landschaft würde vielen den freien Blick auf den Alpstein mit dem Säntis verderben. Das bestehende Visier ist nun kaum sichtbar und noch fünf Meter zu tief, sollte das mit den 30 Metern zutreffen.

Missbildungen und Kälberblindheit

Auch Lorenz Diethelm, betroffener Anwohner und Gemeinderat ist alles andere als ein Freund der geplanten Antenne. Er bringt zudem noch den Wildwechsel zwischen Romanshorner und Güttinger Wald ins Spiel. Die Antenne stehe am Rande der dafür offiziell ausgeschiedenen Zone. Für die feinfühligen Tiere könnte die Strahlung wie eine elektronische Barriere wirken.

Zudem betreibt ein Landwirt in unmittelbarer Nähe Mutterkuhhaltung. «Es ist bekannt, dass Mobilfunkstrahlung bei Kühen und Kälbern zu Fehlgeburten, Missbildungen der Kälber und Kälberblindheit führen kann», heisst es in der Einsprache der Interessensgruppe.

Erwin Aebersold weist auch auf die Beerenplantage nur sechs Meter vom Mast entfernt hin, wo eine Bauernfamilie fast ganzjährig schneide, pflege und ernte.

Gemeinden befürchten weitere Gesuche

Nicht zuletzt befürchten einige der Einsprecher auch einen Wertverlust ihrer Immobilie im Dorfzentrum von Hamisfeld. «Ausserdem», sagt Lorenz Diethelm, «ist der Empfang von Sunrise in dieser Gegend ja jetzt schon gut».

Nicht einmal drei Kilometer westlich vom Hamisfeld liegt das Dorfzentrum von Sommeri mit der Gemeindeverwaltung. Christian Maurer, Gemeindeschreiber des Dorfes mit 572 Einwohnern holt den Stapel mit den Unterschriftsbogen hervor. 272 Personen haben sich auch hier gegen eine Antenne – ebenfalls von Sunrise – ausgesprochen. Geplant ist hier die Antenne auf einem Silo hinter dem Gemeindehaus, auf dessen Dach auch die Sirenen der Gemeinde montiert sind.

Im Gegensatz zur Antenne in Hefenhofen stört diejenige in Sommeri das Panorama nicht so massiv. Dennoch sieht man in beiden Gemeinden die Gefahr, dass die Bewilligung einer Antenne an diesem oder jenen Standort auch die anderen Mobilfunkbetreiber auf den Plan rufen könnte. «Wenn Sunrise hier eine Antenne aufstellen darf, wieso soll man es dann Salt oder der Swisscom untersagen?», sagt Andreas Diethelm, der bis zum 31. Mai Gemeindepräsident von Hefenhofen gewesen ist. Ein Dilemma sieht er darin, dass die Mobilfunkanbieter ja auch einen Versorgungsauftrag hätten.

Alpenpanorama dürfe nicht beeinträchtigt sein

Bei den Gegnern der Mobilfunkantennen macht man sich deshalb auch keine Illusionen, dass es schwierig sein wird, die Antennen generell zu verhindern. Hoffnung legen sie auf den «Leitfaden Mobilfunk für Gemeinden und Städte» vom Bundesamt für Raumentwicklung.

Man entnehme diesem Leitfaden, so schreibt Erwin Aebersold als Vertreter der «Interessensgruppe gegen eine Mobilfunkantenne in Hamisfeld», «dass eine Antenne kein von öffentlichen Strassen her sichtbares, schönes Alpenpanorama beeinträchtigen soll». Lorenz Diethelm setzt ebenfalls auf dieses Argument: «Mit dieser Begründung wurden Gesuche schon abgewiesen», sagt er.

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