Strafen kosten dem HC Thurgau den Sieg

Der HC Thurgau spielt im Swiss-League-Spitzenspiel in Olten lange stark, verliert am Ende aber unglücklich mit 3:5.

Thomas Ammann aus Olten
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86 Sekunden vor Schluss fällt die Entscheidung: Die Oltner bejubeln das 4:3, die Thurgauer sind geschlagen.

86 Sekunden vor Schluss fällt die Entscheidung: Die Oltner bejubeln das 4:3, die Thurgauer sind geschlagen.

Bild: Urs Lindt/Freshfocus

Im Auswärtsspiel gegen Olten hatte Thurgaus Trainer Stephan Mair wieder einmal das gesamte Kader zur Verfügung. Zudem konnte der HCT vor der Partie die Verpflichtung des 29-jährigen Österreichers Patrick Spannring vermelden. Der Stürmer mit Schweizer Lizenz stösst am 1. Januar zum Team und bleibt vorerst bis Ende Saison.

Nach fünf Siegen in Folge wollten die Ostschweizer an die vergangenen Leistungen anknüpfen. Doch es war Olten, das dem ersten Drittel den Stempel aufdrückte. Thurgau konnte froh sein, nach 20 Minuten nur mit 0:1 im Hintertreffen zu liegen. Über 20 Mal feuerten die Oltner in Richtung von Janick Schwendener. Doch zu überwinden vermochte den HCT-Goalie nur Vold Esbjörn Fogstad.

Thurgauer Doppelschlag innert 16 Sekunden

Mair musste in der Kabine deutliche Worte gefunden haben. Denn der HC Thurgau kam wie verwandelt aus der Kabine und riss das Spieldiktat an sich. Im Gegensatz zum Startdrittel fingen die Gäste die Oltner Angriffe nun bereits in der Mittelzone ab, spielten konsequenter auf den Mann und trauten sich auch offensiv etwas zu. In der 28. Minute war es Adam Rundqvist, der in Überzahl von der blauen Linie den Ausgleich erzielte. Nur 16 Sekunden später vertändelte Olten-Captain Philipp Rytz als hinterster Mann die Scheibe, und Janik Loosli bezwang Silas Matthys im Eins gegen Eins. Auch auf Anthony Rouillers Ausgleich hatten die in dieser Phase überlegenen Ostschweizer eine Antwort parat. Bernhard Fechtigs Schuss lenkte Matthys hinter das Tor. Von da sprang der Puck auf die Schaufel von Janik Loosli, der keine Mühe hatte, das 3:2 zu erzielen.

Im letzten Drittel wurde das Swiss-League-Spitzenspiel zum offenen Schlagabtausch. Und es häuften sich die Strafen. Thurgau sammelte am Ende zehn kleine Strafen und spielte fast fünf Minuten in doppelter Unterzahl. Eine dieser Situationen nutzte Daniel Eigenmann in der 46. Minute zum 3:3-Ausgleichstreffer.

Unterzahl überstanden, Gegentreffer kassiert

Und just als Thurgau weitere 67 Sekunden mit zwei Mann weniger auf dem Eis überstanden hatte – und Kellen Jones in dieser sogar den Siegtreffer auf dem Stock hatte – verlor Simon Seiler im eigenen Drittel die Scheibe und Diego Schwarzenbach erzielte 86 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer. Aufgrund der Steigerung nach dem Startdrittel sowie der im Boxplay aufopferungsvollen Leistung hätten der HCT mindestens einen Punkt verdient gehabt. Am Ende stand er jedoch nach Dion Knelsens Empty-Netter mit einer 3:5-Niederlage da.

Olten – Thurgau 5:3 (1:0, 1:3, 3:0)

Kleinholz – 3645 Zuschauer – SR Fluri/Massy, Kehrli/Steenstra.
Tore: 16. Fogstad (Haas, Rouiller) 1:0. 28. (27:05) Rundqvist (Fechtig/Ausschluss Olten) 1:1. 28. (27:21) J. Loosli 1:2. 38. Rouiller (Rytz, Knelsen/Ausschlüsse Haas/J. Loosli) 2:2. 40. (39:13) J. Loosli (Fechtig/Ausschluss Rouiller) 2:3. 46. Eigenmann (Sartori/Ausschlüsse Wildhaber, Seiler) 3:3. 59. (58:34)Schwarzenbach 4:3. 60. (59:57) Knelsen 5:3 (ins leere Tor).
Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Olten, 10-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Seiler) gegen Thurgau.
Olten: Matthys; Rytz, Rouiller; Sartori, Lüthi; Eigenmann, Maurer; Heughebaert; Horansky, Knelsen, Nunn; Wyss, Chiriaev, Schwarzenbach; Weder, Rexha, Haas; Fogstad, Rudolf, Lanz; Weibel.
Thurgau: Schwendener; Parati, Seiler; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler, Moser; Altorfer, C. Jones, K. Jones; Hobi, Rundqvist, Merola; M. Loosli, Brändli, J. Loosli; Niedermaier, Hollenstein, Frei.
Bemerkungen: Thurgau ohne Zanzi, Steinauer, Moser, Kellenberger und Rehak (alle überzählig). – 54. Pfostenschuss J. Loosli.