«Hirschen» und Mobilfunkantenne: Hohentannen intensiviert die Suche nach Lösungen

Die Liegenschaft «Hirschen» und die geplante Mobilfunkantenne von Sunrise standen an der Hohentanner Gemeindeversammlung im Zentrum des Interesses.

Georg Stelzner
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Gemeindepräsident Lukas Hoffmann verabschiedet Gemeindeschreiberin Bete Neziraj-Gjoni mit einem Blumenstrauss.

Gemeindepräsident Lukas Hoffmann verabschiedet Gemeindeschreiberin Bete Neziraj-Gjoni mit einem Blumenstrauss.

Bild: Georg Stelzner (Hohentannen, 12. August 2020)

Auf die Stimmberechtigten der Politischen Gemeinde Hohentannen ist Verlass. Sie liessen sich weder vom Sommerwetter noch von der Coronapandemie vom Besuch der Gemeindeversammlung abhalten. 67 Bürgerinnen und Bürger fanden sich am Mittwochabend in der Hir- scheschür ein und sorgten so für eine Beteiligung von 15 Prozent.

Investitionsstau im «Hirschen»

Die Sachgeschäfte boten kaum Diskussionsstoff. Umso mehr aber jene Themen, welche für die Einwohner offensichtlich Priorität haben: Das ist einerseits die ungeklärte Zukunft der gemeindeeigenen Liegenschaft Hirschen (inklusive Restaurant), anderseits die Frage des Standorts für eine Antenne des Mobilfunkanbieters Sunrise.

Nicht unerwartet kam in der allgemeinen Umfrage das Thema «Hirschen» aufs Tapet. Was den Zustand der Liegenschaft betrifft, sprach Gemeindepräsident Lukas Hoffmann Klartext: «Niemand wäre mit dem Gebäude in seiner heutigen Verfassung glücklich. Es besteht ein grosser Investitionsstau.» Die Coronakrise erschwere die Suche nach einer Lösung zusätzlich.

Auftrag für Gemeinderat erweitert

Bisher hatte der Gemeinderat nur den Auftrag, einen Pächter für das Restaurant zu suchen. Der Erfolg ist ausgeblieben. So kam aus den Reihen der Versammlungsteilnehmer die Forderung, endlich «Nägel mit Köpfen» zu machen. Valentin Fässler stellte den Antrag, der Gemeinderat möge Projekte für die in Frage kommenden Varianten ausarbeiten.

Dem Antrag wurde mit grosser Mehrheit stattgegeben. Hoffmann geht davon aus, im Frühjahr 2021 Vorschläge präsentieren zu können. Denkbar sind zum Beispiel ein Verkauf, eine Vermietung, ein Umbau oder eine Umnutzung.

Ganze Gemeinde als Planungszone?

Hinsichtlich der geplanten Errichtung einer Mobilfunkantenne in Heldswil deutete der Gemeindepräsident eine unkonventionelle Lösung an. Laut Hoffmann erwägt der Gemeinderat, im Rahmen der Ortsplanungsrevision eine das gesamte Gemeindegebiet abdeckende Planungszone zur Sicherstellung planerischer Massnahmen zu erlassen.

Dies mit dem Ziel, Bauten und Anlagen von mehr als 15 m Höhe mit den Interessen des Ortsbild- und Landschaftsschutzes besser abstimmen zu können. «Wir könnten damit zwar nichts verhindern, aber wir hätten ein Mitspracherecht», erklärte Hoffmann.

Gemeindeschreiberin verlässt Hohentannen

Den Schlusspunkt der Gemeindeversammlung bildeten mehrere Verabschiedungen. So wird das Hauswartehepaar Mühlethaler nach 17 Jahren von Mayra Röthlisberger abgelöst. An die Stelle von Gemeindeschreiberin Bete Neziraj-Gjoni tritt Anfang September Marianne Thürlemann.

Ihren Rücktritt bekanntgegeben hatten auch Beat Schenk, Mitglied der Kieskommission, Ursi Brüschweiler Weber, Mitglied der Wählerkommission, und Jörg Schmidhauser, Delegierter im Wasserversorgungszweckverband Felsenholz.

Zustimmung zu Anträgen des Gemeinderates

Die Rechnung 2019 der Politischen Gemeinde Hohentannen mit einem Gewinn von 612'731 Franken wurde von der Gemeindeversammlung mit grosser Mehrheit genehmigt. Budgetiert war ein Verlust von 94'700 Franken. «Hohentannen geht es sehr gut», stellte Gemeindepräsident Lukas Hoffmann fest. Die Rechnung des Einwohnerfonds fand ebenfalls Zustimmung; sie weist einen Gewinn von rund 500 Franken aus.

Keine Einwände hatten die Stimmbürger auch gegen die Revision der Gemeindeordnung, in der das fakultative Referendum, die Initiative und die Petition Aufnahme gefunden haben und die Finanzkompetenz des Gemeinderates auf 50'000 Franken erhöht worden ist. Die Auflösung des Wasserversorgungszweckverbandes Felsenholz wurde ebenso genehmigt wie der Verzicht auf das Vorkaufsrecht für die Liegenschaft Parzelle Nr. 1042 in Heldswil. Die Gemeinde wird das Gebäude somit nicht erwerben. (st)