Stimmbürger von Hauptwil-Gottshaus genehmigen Budget 2020

Der Gemeinderat verzichtet in Anbetracht grösserer Investitionen auf eine Senkung des Steuerfusses.

Georg Stelzner
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Matthias Gehring, Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus, leitet die Gemeindeversammlung in der Turnhalle Hoferberg.,

Matthias Gehring, Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus, leitet die Gemeindeversammlung in der Turnhalle Hoferberg.,

Bild: Georg Stelzner

«Der Gemeinderat hat lange über eine Senkung des Steuerfusses diskutiert, ist aber zur Überzeugung gelangt, dass jetzt der falsche Zeitpunkt für einen solchen Schritt wäre», erklärte Matthias Gehring am Dienstagabend an der von 75 Stimmberechtigten (Beteiligung: 5,3 Prozent) besuchten Gemeindeversammlung in der Turnhalle Hoferberg.

Gemeinderat will Neuverschuldung vermeiden

Der Gemeindepräsident führte die grösseren Investitionen der nächsten Zeit als Hauptgrund an. Zudem komme eine Neuverschuldung für den Gemeinderat nur dann in Frage, «wenn es nicht anders geht». Man werde sich einer Entlastung der Steuerzahler jedoch nicht verschliessen, sondern diese Frage laufend prüfen.

Das von der Gemeindeversammlung einstimmig genehmigte Budget 2020 basiert auf einem gleichbleibenden Steuerfuss von 55 Prozent und rechnet mit einem Verlust von 352'465 Franken.

Konzept für Verkehrsberuhigung in Hauptwil

Der Gemeindepräsident wies auf einzelne Positionen im Voranschlag speziell hin. So etwa auf Planungskosten in Höhe von 20'000 Franken im Hinblick auf die Sanierung des Gemeindehauses. 30'000 Franken seien für ein Konzept zur Verkehrsberuhigung im Dorf Hauptwil vorgesehen.

Die Gemeindeversammlung genehmigt das Budget 2020 ohne Gegenstimmen.

Die Gemeindeversammlung genehmigt das Budget 2020 ohne Gegenstimmen.

Bild: Georg Stelzner

Sinn und Zweck dieser Ausgabe wurden vom ehemaligen Gemeinde- ammann Walter Luginbühl angezweifelt. Gehring gab in seiner Replik zu bedenken, dass der Gemeinderat eine von über 100 Einwohnern unterzeichnete Petition nicht ignorieren könne. Für etwaige Massnahmen verlange der Kanton eine von Fachleuten erstellte Studie.

Abstimmung über Organisationsreglement

Die Abstimmung über das revidierte Organisationsreglement des Abwasserverbandes Region Bischofszell erfolgte wie zuvor schon in Bischofszell, Hohentannen und Zihlschlacht-Sitterdorf geheim.

Neu geregelt sind unter anderem die Finanzkompetenzen und die Zusammensetzung der Delegiertenversammlung. Das Gesamtergebnis ergibt sich aus den Voten in den vier beteiligten Gemeinden. Es wird noch im Verlaufe dieser Woche bekanntgegeben.

Die Zukunft des Schlosses Hauptwil

Laut Gemeindepräsident Matthias Gehring deutet vieles darauf hin, dass das Schloss Hauptwil einen privaten Besitzer erhalten wird. Eine Person aus der Region habe eine Anzahlung geleistet. Der Kaufinteressent beabsichtige, das Anwesen zu Wohnzwecken für seine Familie zu nutzen. Im Januar 2020 soll ein Baugesuch zur Auflage kommen. Die einst angedachte Genossenschaftslösung ist damit so gut wie vom Tisch. (st)