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Stimmbürger verlässt Versammlung der Primarschule Märwil wutentbrannt

An der Schulgemeindeversammlung stürmt ein Stimmbürger aufgebracht aus dem Saal. Grund: Das Lanterswiler Schulhaus soll geschlossen werden. Das passt vielen nicht. Die Diskussionen sind sehr emotional.
Christoph Heer
Das neue Behördenmitglied Sandro Körber und Schulpräsidentin Renata Franciello. (Bild: Christoph Heer)

Das neue Behördenmitglied Sandro Körber und Schulpräsidentin Renata Franciello. (Bild: Christoph Heer)

Es beginnt friedlich, aber alle wissen, es kommt noch anders. Die ersten Traktanden genehmigen die 177 Stimmbürger ohne ein einziges Votum. Dann aber geht es los.

Das Kreditbegehren für den Erweiterungsbau Schulhaus Märwil, über 2,4 Millionen Franken, findet vor allem bei den Lanterswilern keine Zustimmung. Wird der Kredit nämlich angenommen, wird wohl der Schulstandort in Lanterswil aufgehoben. Vom allerersten Votum an überdecken die Emotionen die eigentlichen Fakten.

Rückweisungsantrag knapp abgelehnt

Das sei verständlich, sagt Schulpräsidentin Renata Franciello. «So funktioniert die direkte Demokratie. Schliesslich fassen wir als Schulbehörde denjenigen Auftrag, den der Souverän uns gibt.» Bevor aber irgendwas entschieden ist, wird diskutiert. Gut zweieinhalb Stunden lang.

Dann kommt der Rückweisungsantrag einer Anwesenden. Sie verlangt, dass das ganze Anliegen zurück auf Feld eins gesetzt werden soll. Man solle alles noch einmal genauer prüfen. «Die Fragen zu den möglichen Schulstandorten müssen geklärt und diskutiert werden. Die Standorte werden dann den Stimmbürgern zur Genehmigung vorgelegt. Dem Stimmvolk sollen zudem zwei bis drei Projektvarianten zur Diskussion vorgelegt werden. Auch sollen in einer Planungskommission alle jetzigen Schulstandorte vertreten sein», fordert die Votantin.

In dem Moment als dieser Rückweisungsantrag äusserst knapp mit 85 Ja, zu 87 Nein Stimmen abgelehnt wird, enerviert sich ein Stimmbürger, der sich vorher stark für eine Weiterbetreibung des Schulstandortes Lanterswil eingesetzt hat, derartig, dass er den Saal verlässt.

Stimmzettel gehen aus

Renata Franciello bedauert, dass es soweit kommen muss. «Es ist schade, wenn das passiert. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir vor wenigen Monaten zu einer Informationsveranstaltung eingeladen haben. Solche Anlässe sollten unbedingt genutzt werden, um sich schon vor der Versammlung auszutauschen. Nur Miteinander können die besten Lösungen eruiert werden.»

Da wiederkehrend auf geheime Abstimmungen plädiert wird, gibt es zwischendurch ein Schmankerl. Die Stimmzettel sind ausgegangen, also nichts wie los – neue zuschneiden.

Da es nun möglich wird, über das Kreditbegehren abzustimmen, darf Behördenmitglied Manuel Humbel das Projekt des Erweiterungsbaus Schulhaus Märwil vorstellen. Hierfür finden – wiederum meist Lanterswiler Bürger – zahlreiche Negativpunkte.

Irgendwie doch auf Feld eins

Trotzdem entscheidet sich der Souverän schliesslich mit 96 zu 77 Stimmen, den 2,4 Millionen-Kredit zu genehmigen. Der Steuerfuss wird trotz der Kreditsprechung auf den bisherigen 63 Prozent belassen.

Das nächste Traktandum stellt dann auch die Lanterswiler zufrieden. Denn Stefan und Natascha Aernes Antrag für den «Weiterbetrieb und Sanierung des Schulhauses Lanterswil» wird mit 79 zu 73 Stimmen für erheblich erklärt. Also darf – oder muss – die Schulbehörde erneut ein Projekt erarbeiten, welches vorsieht, das Lanterswiler Schulhaus möglichst kostengünstig zu sanieren.

Ein erstes Projekt, das sich zerschlägt, weil der Kredit für die Erweiterung der Schule Märwil angenommen wird, sah dafür eine Million Franken vor. In einem Jahr, soll über ein neues Projekt abgestimmt werden.

Behörde wieder komplett

Die schon seit Langem bestehende Vakanz in der Schulbehörde ist wieder besetzt. Mit 176 von 176 gültigen Stimmen nimmt Sandro Körber neu Einsitz in diesem Gremium. Ihm gegenüber wird am Schluss der gut dreistündigen Versammlung Martin Reinhard verabschiedet. Sein Wohnortwechsel liess es nicht länger zu, für die Schulbehörde tätig zu sein.

Die Erfolgsrechnung 2018 schliesst indes bei einem Gesamtaufwand von über drei Millionen Franken mit einem Gewinn von rund 300000 Franken, was dem dem Eigenkapital gutgeschrieben wird. Im Budget 2019 wird mit einem Gewinn von über 4000 Franken gerechnet. (che)

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