Stimmbürger genehmigen Rechnung der Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf

Christa Ackermann und Hans Brugger scheiden Ende Mai aus dem Gemeinderat Zihlschlacht-Sitterdorf aus. Gemeindepräsidentin Heidi Grau dankte den beiden an der Gemeindeversammlung für ihr politisches Engagement. Die Jahresrechnung fand einhellige Zustimmung.

Georg Stelzner
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Hans Brugger und Christa Ackermann nehmen ein letztes Mal als Mitglieder des Gemeinderates an einer Gemeindeversammlung teil. (Bild: Georg Stelzner)

Hans Brugger und Christa Ackermann nehmen ein letztes Mal als Mitglieder des Gemeinderates an einer Gemeindeversammlung teil. (Bild: Georg Stelzner)

Ungewöhnlicher Auftakt zur Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf am Mittwochabend. Heidi Grau gab bekannt, dass das Traktandum 4 (Reglement über die Organisation des Abwasserverbandes Region Bischofszell) nicht behandelt werden könne, da der Rechtsdienst des Kantons im Rahmen einer zweiten Vorprüfung 19 Paragrafen beanstandet habe.

Das Reglement müsse nun nochmals überarbeitet werden. «Ich bedaure das sehr, für die Rechtssicherheit ist das aber erforderlich», sagte Heidi Grau. So verblieben den 83 anwesenden Stimmberechtigten (5,1 Prozent) ausser der Rechnung 2018 noch zwei Wahlgeschäfte. Für die Amtsdauer 2019 bis 2023 waren die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission und des Wahlbüros zu bestimmen.

Emotionaler Höhepunkt war die Verabschiedung von Christa Ackermann und Hans Brugger, die beide im Jahr 2011 in den Gemeinderat gewählt worden waren.

Steuerertrag weit über den Erwartungen

Zuvor galt es aber, über die Jahresrechnung zu befinden. Die Gemeindepräsidentin konnte einen Abschluss präsentieren, der einen Gewinn von 728'068 Franken ausweist. Grau erklärte die grosse Abweichung damit, dass von der Budgeterstellung bis zum Rechnungsabschluss noch viel passieren könne.

Ins Gewicht gefallen sind laut Grau vor allem die unerwartet hohen Steuereinnahmen und der geringere Aufwand für die Sozialhilfe. «Der Gemeinderat rechnet mit einem Einbruch des Steuerertrags ab 2019», warnte Grau.

Zudem sei davon auszugehen, dass die Gemeinde aufgrund der hohen Steuerkraft in den nächsten Jahren noch mehr an den kantonalen Finanzausgleich abliefern muss.

Noch kein Nettovermögen vorhanden

Die Gemeindepräsidentin erklärte, dass die Nettoschuld pro Einwohner nach dem Verkauf der Liegenschaft Hauptstrasse 36 in Zihlschlacht (altes Gemeindehaus) jetzt gering sei, man aber noch über kein ein Nettovermögen verfüge.

Die Versammlung genehmigte sowohl die Rechnung 2018 als auch die vom Gemeinderat vorgeschlagene Gewinnverwendung diskussionslos und einstimmig. Das Eigenkapital ist damit auf 5,2 Millionen Franken angestiegen. Frei verfügbar für den allgemeinen Haushalt und zur Deckung von Verlusten sind jedoch nur etwas über 2 Millionen Franken.

Würdigung der achtjährigen Tätigkeit

Mit Geschenken und Komplimenten verabschiedete Heidi Grau Christa Ackermann und Hans Brugger. Die zupackende, fröhliche Art habe Christa Ackermann, die über das Geschehen immer bestens informiert gewesen sei, Türen geöffnet, sagte Heidi Grau über die «Kultur- und Event-Managerin» der Gemeinde.

Hans Brugger werde als Gemeinderat mit Fingerspitzengefühl und der Fähigkeit, gute Lösungen mit der nötigen Pietät zu realisieren, in Erinnerung bleiben. Unaufgeregt und überlegt, aber mit grosser Empathie habe sich Hans Brugger für Zihlschlacht-Sitterdorf eingesetzt.

Die beiden Behördenmitglieder werden Anfang Juni durch Eliane Müller und Marc Fröhlich, die am 10. Februar in den Gemeinderat gewählt wurden, ersetzt.

Rechnungsprüfungskommission und Wahlbüro

Die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission (RPK) und des Wahlbüros für die Amtsdauer 2019 bis 2023 wurden an der Gemeindeversammlung in globo und in offener Wahl bestimmt. Speziell war die Ausgangslage in der RPK, aus der sich alle bisherigen fünf Mitglieder zurückziehen.

Neu im Kontrollgremium der politischen Gemeinde nehmen folgende Personen Einsitz: Lukas Aepli aus St. Gallen, Jeannette Hengartner-Benz aus Zihlschlacht, Corinne Mezger-Künzle aus Zihlschlacht, Yvonne Müller-Bürke aus Sitterdorf und Hans Peter Neiger aus Sitterdorf. Gemeindepräsidentin Heidi Grau machte darauf aufmerksam, dass ein RPK-Mitglied seinen Wohnsitz nicht in der gleichen Gemeinde haben müsse, in der die Funktion ausgeübt wird.

Für das Wahllokal Zihlschlacht wurden die bisherigen und wiederkandidierenden Mitglieder Ottilia Edelmann, Luzia Gsell-Frei und Christian Pfäffli gewählt. Im Wahllokal Sitterdorf gibt es mit Jonas Seiterle ein neues Mitglied; Alfred Müller und Markus Rohner wurden wiedergewählt. (st)

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