Stiftung Hofacker in Weinfelden feiert das 50-jährige Bestehen hinter 50 Türen

Seit 50 Jahren bietet die Stiftung in Weinfelden Wohn- und Beschäftigungsplätze für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung an. Mit fünf Events wird das Jubiläumsjahr gefeiert.

Mario Testa
Drucken
Teilen
Gesamtleiter Jürg Schocher vor einer der Werkstätten der Stiftung Hofacker im Gebäude an der Oberfeldstrasse.

Gesamtleiter Jürg Schocher vor einer der Werkstätten der Stiftung Hofacker im Gebäude an der Oberfeldstrasse.

(Bild: Mario Testa)

In der Werkstatt geht es fröhlich zu und her. Die Klientinnen und Klienten der Stiftung Hofacker basteln, erledigen Auftragsarbeiten und plaudern. «Wir bieten 42 Personen eine Tagesstruktur. Unsere Klientinnen und Klienten haben ganz unterschiedliche Möglichkeiten und Fähigkeiten. Es hat für alle eine passende Beschäftigung», sagt Gesamtleiter Jürg Schocher beim Gang durch die modernen und grosszügigen Werkstätten im Aussengebäude an der Oberfeldstrasse in Weinfelden.

«Unser Ziel ist es immer, den Menschen so viel Selbstständigkeit wie möglich zu geben.»

Ein Teil der Klientinnen und Klienten im Alter von 18 bis 76 Jahren kommt nur zum Arbeiten in die Werkstätte des Hofackers, die Mehrheit von ihnen lebt aber auch im Hofacker – 22 in drei Wohngruppen an der Hofackerstrasse in Weinfelden und sechs in Aussenwohnungen. «Unser Einzugsgebiet ist vorwiegend der Thurgau. Vereinzelt kommen unsere Klienten aber auch aus den Nachbarkantonen», sagt Schocher, der seit Herbst 2018 für die Stiftung arbeitet.

Anatol Wirz

Anatol Wirz

(Bild: Mario Testa)
«Mir gefällt’s hier - logisch! Am
Wochenende wohne ich auch im Hofacker.»

Anatol Wirz, Tagesklient Hofacker

«62 Mitarbeitende sind bei uns angestellt. Es sind Sozialpädagogen, Arbeitsagogen und Fachpersonen Betreuung. Wir haben auch einige Lernende und Praktikanten und so genug Personal, obwohl auf dem Markt zu wenig Fachkräfte zu finden sind.» Finanziert wird die Stiftung über Gelder der IV und des Sozialamts sowie Spenden.

Fünf Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Die Stiftung Hofacker feiert dieses Jahr das 50-jährige Bestehen und hat sich dazu mit einem neuen Auftritt beschenkt. Er zeigt sich in einem schlichten, roten Logo und einer komplett neu gestalteten Website. Nebst diesem aufgefrischten Erscheinungsbild stehen diverse Veranstaltungen im Jubiläumsjahr an.

Markus Gubler

Markus Gubler

(Bild: Mario Testa)
«Mir gefällt es in der neuen Werkstatt, hier haben wir viel mehr Platz.»

Markus Gubler, Bewohner Hofacker

Den Auftakt macht heute um 17 Uhr eine Vernissage im Restaurant Frohsinn, der Projektchor Hofackerbunt singt dazu. Bewohnerinnen und Bewohner zeigen im Restaurant in den kommenden drei Monaten einige ihrer Bilder. Am 16. Mai ist Tag der offenen Tür im Hofacker. «Hinter 50 Türen werden wir Fotos, Geschichten und Aktivitäten zeigen», sagt Jürg Schocher. «Diesmal verlagern wir auch unser Jahresfest vom 29. August auf den Marktplatz.» Am 18. September wird ein Film über die Stiftung im Oberfeld gezeigt und am 6. November endet das Jubiläumsjahr mit dem Dankesessen für Mitarbeiter, Klienten und Angehörige.

Geschichte

50 Jahre in Weinfelden

Im Jahr 1907 kauft das Ehepaar Hasenfratz das Bauernhaus zum Hofacker und nützt es für ihr Friedheim als Wohnheim für Menschen mit Beeinträchtigung. Am 18. März 1970 macht sich der Hofacker selbstständig und die Stiftung wird gegründet. Acht Jahre später ermöglicht ein Anbau ans Haupthaus zusätzlich zu den Wohnbereichen eine Werkstätte sowie Freizeit und Beschäftigungsräume. 1999 wird das Gebäude komplett saniert und im Jahr 2008 folgt der Bau des Aussenstandorts mit Werkstätte im Oberfeld. Im Jubiläumsjahr 2020 präsentiert sich die Stiftung mit neuer Website und einem neuen Logo.