Stiftung Egnach investiert fast 3 Millionen Franken in Erweiterung der Werkstätten

Das Büro Stoffel Schneider Architekten aus Weinfelden hat den Wettbewerb gewonnen. Der Ausbau soll den Mitarbeitern mehr Bewegungsfreiheit geben und der Institution eine Perspektive.

Markus Schoch
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Visualisierung der neuen Werkstatt mit hellen Arbeitsplätzen.

Visualisierung der neuen Werkstatt mit hellen Arbeitsplätzen.

Bild: PD

Die Stiftung Egnach macht einen grossen Schritt vorwärts. Sie erweitert für 2,8 Millionen Franken die Werkstatt, wo heute 55 kognitiv beeinträchtigte Menschen eine Arbeit im geschützten Bereich finden. Im Rahmen eines Architekturwettbewerbs im Einladungsverfahren hat sich die Jury für das Projekt von Stoffel Schneider Architekten aus Weinfelden entschieden.

Heidi Stoffel und Martin Schneider vom siegreichen Architekturbüro.

Heidi Stoffel und Martin Schneider vom siegreichen Architekturbüro.

Bild: Markus Schoch (11.8.2020)

Überzeugt habe es nebst vielen guten Ideen und die einfachen Grundrisse vor allem dadurch, dass es Rücksicht nehme auf die bestehenden Gebäulichkeiten und sich optisch gut einfüge. «Es ist nicht spektakulär, und genau das passt zu uns», sagt Institutsleiter Peter Wachter, der Mitglied des Preisgerichts war.

Ausbau gibt dem Betrieb eine Perspektive

Mit dem vollumfänglich vom Kanton finanzierten Ausbau schafft die Stiftung in erster Linie mehr Platz für die bestehenden Mitarbeiter beziehungsweise Klienten, die heute unter relativ beengenden Verhältnissen ihre Aufträge für Kunden aus der Industrie erledigen müssen oder mit der Produktion von Geschenkartikeln beschäftigt sind. Stiftungsratspräsident Martin Kraus sagt:

«Unsere räumlichen Gegebenheiten entsprechen nicht mehr den empfohlenen Kriterien und Richtlinien von Bund und Kanton.»

Immer schwieriger sei es so auch für die Betreuer geworden, die Jugendlichen und Erwachsenen in der Produktion und in der Ausbildung zu begleiten. Zudem fehle es an Lagerraum, und auch der technische Dienst stosse zunehmend an seine Grenzen. «Die Erweiterung gibt uns eine Perspektive und macht uns attraktiver für neue Mitarbeiter», sagt Kraus.

Im nächsten Jahr soll Spatenstich sein

Möglichst gross zu werden, war nie das Ziel. Institutsleiter Wachter betont:

Institutsleiter Peter Wachter.

Institutsleiter Peter Wachter.

Bild: Markus Schoch (11.8.2020)
«Wir wollen nur moderat wachsen.»

Er und alle anderen am Projekt Beteiligten hoffen, im nächsten Jahr den Spatenstich machen zu können, wenn die Stifung Egnach ihr 50-Jahr-Jubiläum mit einem grossen Fest feiert. Ziel ist, die neue Werkstatt im Frühling 2022 in Betrieb zu nehmen. Für deren Bau braucht es nur eine Baubewilligung der Gemeinde, die allerdings noch nicht vorliegt. «Ein Gestaltungsplan ist nicht nötig», sagt Wachter.

Die Stiftung Egnach ist nicht nur Arbeitgeber, sondern bietet Menschen mit einer Beeinträchtigung auch ein Zuhause und Beschäftigung in Ateliers. Derzeit leben 40 Menschen in grösseren und kleineren Gemeinschaften in unterschiedlichen Betreuungsformen an vier Standorten unweit der Werkstätten.

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