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Arboner Forscher deckt die Geschichte des St.Galler Globus auf

Nach zehn Jahren Forschung veröffentlicht Jost Schmid seine Erkenntnisse.
Miguel Lo Bartolo
Eine Replik des St.Galler Globus steht in der Stiftsbibliothek. (Bild: PD)

Eine Replik des St.Galler Globus steht in der Stiftsbibliothek. (Bild: PD)

«Es ist wie ein Lottosechser», sagte Jost Schmid, Leiter der Abteilung Karten und Panoramen an der Universität Zürich, als er 2017 das Geheimnis um die Herkunft des sagenumwobenen St. Galler Globus lüftet. Seither hat er sich vermehrt mit der Geschichte dieses Kulturguts befasst.

Alles begann mit dem zufälligen historischen Fund eines über 400-jährigen Pergaments. Dabei handelt es sich um eine Abbildung des prominenten St. Galler Globus. Diese Zeichnung gab Schmid den Antrieb, seine Forschungsarbeit zu intensivieren. Denn erst seine detektivische Arbeit brachte Licht ins Dunkel der Forschung um den St. Galler Globus. Davor seien sich Experten lange Zeit einig gewesen: Der Globus müsse im erweiterten Bodenseeraum gefertigt worden sein.

Die Wahrheit über den Globus

Schmids Forschungsergebnisse zeigten, dass der Globus im Norden Deutschlands in Auftrag gegeben wurde – in Schwerin, um genau zu sein. Er stellte diverse Differenzen zwischen der Abbildung und dem Original fest. Daraus schloss er erstmals auf einen entfernter gelegenen Ursprung des Kulturguts. Auf Unterzeichnungen an der Globuskonstruktion seien Porträts zweier Gelehrter und eines Herzogs aus dem damaligen Herzogtum Mecklenburg zu sehen, die 1595 auf dem Original retuschiert wurden.

«Die Porträts wurden übermalt, als der Fürstabt von St. Gallen den Globus übernahm.»

Schmid begründet dies wie folgt: «Die ursprünglichen Porträts hätten nämlich den Globus als protestantisch ausgewiesen.» Dem Originalen Globus seien im 17. Jahrhundert Zeiger und Kurbel abhandengekommen. Die Replik in der Stiftsbibliothek wurde aufgrund der neuen Erkenntnisse ergänzt.

Während Jahren sammelte er handfeste Indizien, um seine Theorien zu untermauern. Eine Herleitung sei ihm nun in seiner Dissertation gelungen. Unterdessen ist sie auch im Buchformat unter dem Titel «Der St. Galler Globus – Ein kosmographisches Modell des Tilemann Stella» erschienen. Schmid geht unter anderem dem Transfer von Schwerin nach St. Gallen auf den Grund.

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