Bussnang senkt die Steuern trotz eines Defizits im kommenden Jahr

Die Versammlung der Politischen Gemeinde bewilligt eine Steuerfusssenkung um drei Prozentpunkte. Stargast in der Turnhalle Mettlen am Montagabend war Lokalmatador und Radprofi Stefan Bissegger.

Mario Testa
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Die Gemeinderäte und Stimmberechtigten folgen den Ausführungen von Gemeindepräsident Ruedi Zbinden. (Bild: Mario Testa)

Die Gemeinderäte und Stimmberechtigten folgen den Ausführungen von Gemeindepräsident Ruedi Zbinden. (Bild: Mario Testa)

«Da isch natürli scho e schöni Folie, die zeig i gern!», sagt Ruedi Zbinden, Gemeindepräsident von Bussnang, als er an der Budgetversammlung die Entwicklung des Steuerfusses in seiner Gemeinde aufzeigt. Von 90 Prozent im Jahr 2004 ist dieser bis auf 50 Prozent gefallen. Und nun soll er noch weiter sinken, trotz des drohenden Defizits im kommenden Jahr.

«Wenn wir Ihnen heute erzählen, wir können den Steuerfuss nicht senken, dann warten wir nochmals fünf Jahre»

sagt Zbinden. Zuwarten will der Gemeinderat nicht und deshalb beantragt er der Versammlung eine Senkung um drei Prozentpunkte. Einstimmig und diskussionslos bewilligen die 68 anwesenden der 1601 Stimmberechtigten die Senkung des Gemeindesteuerfusses auf neu 47 Prozent, ebenso das Budget, das mit einem Defizit von 265'000 Franken im Jahr 2019 rechnet.

Defizit im Budget 2019

Für das Jahr 2019 rechnet der Gemeinderat von Bussnang mit dem Einstimmig angenommenen neuen Steuerfuss von 47 Prozent mit einem Defizit von 265'000 Franken. Der Gesamtaufwand liegt bei 4,88 Millionen Franken. Nicht eingerechnet sind die Werke, welche sich jedoch aus Abgaben und Gebühren und nicht aus dem Steuersubstrat finanzieren müssen. Einstimmig bewilligt die Versammlung das Budget, ebenso die geplanten Nettoinvestitionen von 1,92 Millionen Franken.

Minimale Sanierung der Schiessanlage in Lanterswil

Die einzige Wortmeldung aus der Versammlung kommt beim Investitionsbudget. Der Gemeinderat will den Schiessstand in Lanterswil einer Minimalsanierung für 380'000 Franken unterziehen und die Kugelfänge für 40'000 Franken ersetzen. Dazu äussert sich Christian Tschirren, der Grundbesitzer. Das Engagement der Gemeinde für die Schützenvereine finde er wirklich grosszügig.

«Ich beantrage, dass die Gemeinden Rückstellungen macht, um die Kosten der Altlastensanierung zu übernehmen, sollte der Schiessbetrieb in Lanterswil dereinst eingestellt werden.»

Ruedi Zbinden und Gemeinderätin Beatrix Kesselring wehren sich gegen diesen Antrag. «Die Gemeinde hat sich bisher noch nie gedrückt vor der Verantwortung bei früheren Aufhebungen von Schiessständen», sagt Zbinden.

«Zumal die Schützengesellschaften zwar Verursacher ist, aber gar nicht über die nötigen Mittel verfügen würde für eine Altlastensanierung, muss die Gemeinde einspringen»

ergänzt Kesselring. Die grosse Mehrheit in der Turnhalle folgt den Behördenmitgliedern und mit nur sechs Befürwortern wird Tschirrens Antrag zurückgewiesen.

Ein Weltmeister auf dem Fahrrad

Radprofi Stefan Bissegger spricht mit Ruedi Zbinden. (Bild: Mario Testa)

Radprofi Stefan Bissegger spricht mit Ruedi Zbinden. (Bild: Mario Testa)

Zum Schluss der Versammlung führt Ruedi Zbinden noch ein Kurzinterview mit Stefan Bissegger dem erfolgreichen jungen Radprofi aus Mettlen und überreicht ihm einen Geschenkkorb der Gemeinde. «Solange es keinen Reis drin hat, freue ich mich sehr darüber. Ich war jetzt zwei Wochen in China und da gab es Reis zum Zmorge, Zmittag und Znacht», sagt Bissegger. Mit grossem Applaus zollen die Anwesenden Respekt für Bisseggers grosse sportliche Leistungen.