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Steuerfuss purzelt nun doch in Roggwil

Aufgeschoben war nicht aufgehoben: Jetzt machen sich die Roggwiler das vertagte Steuergeschenk und entlasten sich um vier Prozentpunkte. Unzufrieden sind sie wegen voller Postautos und Verspätungen.
Max Eichenberger
Der Bus gibt Anlass zu viel Kritik in Roggwil. (Bild: Urs Bucher)

Der Bus gibt Anlass zu viel Kritik in Roggwil. (Bild: Urs Bucher)

Vor Jahresfrist noch gab sich der Gemeinderat zurückhaltend-vorsichtig und empfahl, einen Antrag aus dem Volk auf eine Steuerfusssenkung abzulehnen. Der Schuldenabbau habe Priorität. Jetzt fühlt er sich auf der sicheren Seite und unterbreitet mit der Vorlage des Budgets selber eine Reduktion von 56 auf 52 Prozent. Diesem Ansinnen verschliesst sich die Gemeindeversammlung am Montag natürlich nicht; es gab bloss eine Gegenstimme.

Obwohl als Folge davon 2019 der Steuerertrag tiefer ausfallen wird, bleiben die Budgetzahlen im grünen Bereich: Der Voranschlag rechnet mit einem geringen Aufwandüberschuss von 16700 Franken. Damit erreicht die Behörde ihre eigenen Vorgaben, unter anderem, Investitionen aus dem Haushaltsüberschuss zu finanzieren. Dies, obschon im Bereich Gesundheit mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen sein wird, wie Gemeindepräsident Gallus Hasler aufzeigt.

Kosten der Krankenpflege sind stark gestiegen

So ist der Pro-Kopf-Beitrag für die ambulante Krankenpflege heute mehr als doppelt so hoch wie noch 2011; die Abgabe an den Kanton steigt auf eine knappe Viertelmillion. Der Beitrag an die Spitex erhöht sich ebenfalls. Von einem gar «markanten Anstieg» spricht Hasler bei den Prämienverbilligungen.

Gemeindepräsident Gallus Hasler. (Bild: Max Eichenberger)

Gemeindepräsident Gallus Hasler. (Bild: Max Eichenberger)

Bei der Informatik rüstet die Gemeindeverwaltung nach – für teures Geld, wie ein Bürger findet, und kritisiert, dass die Kosten in der laufenden Rechnung aufscheinen und nicht unter den Investitionen. Im Vergleich etwa zu Unterflur-Abfallcontainern, von denen die Gemeinde eine weitere Tranche installieren wird, hätten Computer und EDV eine viel kürzere Lebenszeit, begründet Gallus Hasler den vorgesehenen Ersatz der EDV-Anlage – nach nur fünf Jahren. Zudem führe Roggwil die elektronische Geschäftsverwaltung ein. Papierlos könnten so Sitzungen vorbereitet werden.

Schulden sinken auf 5,25 Millionen Franken

Beim Abbau des Fremdkapitals sieht Hasler die Gemeinde auf gutem Wege. Von 5,5 Millionen Franken können Finanzverwalter Stefan Fecker zufolge die Schulden auf 5,25 Millionen Franken reduziert werden; die Rechnung werde aber erst in knapp zwei Monaten abgeschlossen werden können.

Der Gemeinderat prüft weitere Tempo 30-Zonen. (Bild: Reto Martin)

Der Gemeinderat prüft weitere Tempo 30-Zonen. (Bild: Reto Martin)

Bei der Betenwilerstrasse beim Ortseingang und im Bereich des Lindenplatzes prüft der Gemeinderat, eine Tempo-30-Zone einzuführen. Als Folge der Postauto-Fahrplanverdichtung muss Roggwil 33000 Franken mehr für den Öffentlichen Verkehr vorsehen; 225000 Franken machen neu diese Kosten aus. Trotzdem sind die Nutzer unzufrieden und hagelt es Kritik.

Beim Bus gibt es diverse Baustellen

In Stosszeiten gebe es oft für Zusteiger in Roggwil keine Sitzplätze mehr. Durch die verlängerte Fahrstrecke über Wittenbach und Baustellen seien Verspätungen an der Tagesordnung. Durch die Taktverschiebung kämen Roggwiler Oberstufenschüler in Arbon zu spät zum Unterricht oder dann viel zu früh an.

Hasler verspricht, mit der Sekundarschulgemeinde bezüglich Schulbeginn Kontakt aufzunehmen. Im Übrigen seien dem Gemeinderat gewisse Missstände bekannt. In einem Fahrplangefüge habe jeder seine Wünsche.

«Im Moment kann man da nicht viel machen.»

Es sei denn die Gemeinde finanziere einen zusätzlichen Buskurs zu hundert Prozent. Anderseits müsse man froh sein, dass ein Kappen des Kurses in Wittenbach (mit Umstieg auf die Bahn) einstweilen habe abgewendet werden können.

Belasteter Weiher und Blei im Boden

Im Finanzplan 2020 bis 2024 ist ersichtlich, dass Roggwil in naher Zukunft noch einige Brocken zu stemmen haben wird. So muss der Sägiweiher, dessen Sedimentablagerungen belastet sind, saniert werden. Dabei werden auch hohe Deponiegebühren anfallen. Gerechnet wird mit Kosten von einer knappen halben Million Franken.

250000 Franken sind vorgesehen, um den bleibelasteten Zielhang beim ehemaligen Schiessplatz Walchi zu sanieren (2021) – sollte denn der Kanton die Auflage tatsächlich verfügen. Belastet ist dadurch auch der Haselbach. Mittelfristig steht die energetische Sanierung des Gemeindehauses mit Gesamtkosten von 1,8 Millionen Franken an.

Der «Ochsen» bewegt die Gemüter

Das Restaurant Ochsen und das Farinolihaus. (Bild: Markus Schoch)

Das Restaurant Ochsen und das Farinolihaus. (Bild: Markus Schoch)

Im Dorfkern beschäftigt der geplante Verkauf des Restaurants Ochsen durch die Saalbaugenossenschaft die Gemüter. Darüber befinden wird eine ausserordentiche Generalversammlung im März. Weil der «Ochsen» und das der Gemeinde gehörende Farinoli-Haus eng miteinander verbunden sind, mache es Sinn, dieses in einen Umbau zu integrieren oder an einen Neubau anzugliedern, sagt Gallus Hasler.

Erste Gespräche mit Karl Müller als möglichem Investor hätten stattgefunden. Über einen allfälligen Verkauf werde letztlich die Gemeindeversammlung beschliessen.

Zur sistierten Spange Süd will der Gemeinderat mit Arbon das Gespräch wieder aufnehmen. Mit dem Ziel, die Planung zu reaktivieren. Mit 133:1 Stimmen hat die Gemeindeversammlung der Einbürgerung der fünfköpfigen Familie Mader(D) zugestimmt.

Die Roggwiler haben die Familie Mader eingebürgert. (Bild: Max Eichenberger)

Die Roggwiler haben die Familie Mader eingebürgert. (Bild: Max Eichenberger)

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