Steuererhöhung
In Affeltrangen steigt der Steuerfuss um zwei Prozentpunkte

Am Sonntag haben die Stimmberechtigten über 13 Geschäfte befunden. Sie nehmen alle Anträge an, wobei die Steuerfusserhöhung nur knapp.

Mario Testa
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Das Schild vor dem Gemeindehaus in Affeltrangen.

Das Schild vor dem Gemeindehaus in Affeltrangen.

Bild: Mario Testa (Affeltrangen, 8. Januar 2021)

Für den Affeltranger Gemeinderat war es ein erfolgreicher Urnengang. Alle 13 Geschäfte, welche er an der Abstimmung vom Sonntag vorlegte, bewilligte der Souverän. «Die Resultate sind sehr erfreulich», sagt Gemeindepräsidentin Ursula Klaus. «Auch mit der Stimmbeteiligung von etwas über 20 Prozent sind wir zufrieden. An einer Versammlung sind es jeweils nur etwa ein Viertel der Leute, die über diese Geschäfte befinden.»

Haupttraktandum war das Budget 2021. Für das kommende Jahr rechnet der Gemeinderat beim aktuellen Steuerfuss von 46 Prozent mit einem Defizit von einer Viertelmillion Franken.

«Bei uns stehen in den kommenden Jahren jedoch einige Projekte an, die höhere Kosten verursachen werden.»
Ursula Klaus, Gemeindepräsidentin Affeltrangen.

Ursula Klaus, Gemeindepräsidentin Affeltrangen.

Bild: Reto Martin

Deshalb habe der Gemeinderat eine Steuerfusserhöhung um zwei Punkte auf 48 Prozent beantragt, sagt Ursula Klaus. Und die Stimmberechtigten haben diesen Antrag bewilligt. «Darüber bin ich sehr froh. So verringert sich das Defizit um etwa 84000 Franken.»

An der Urne sagt sich's leichter Nein

Die Steuerfusserhöhung war in der gestrigen Abstimmung die umstrittenste Vorlage. 193 Stimmberechtigte stimmten ihr zu, 147 lehnten sie ab. «Wir gehören mit dem neuen Steuerfuss immer noch zu den günstigsten Gemeinden im Thurgau. Wir liegen damit nur knapp oberhalb beispielsweise der reichen Gemeinden entlang des Bodensees.»

Die elf weiteren Geschäfte erzielten höhere Zustimmungen von zwischen 80 und 90 Prozent. 35 bis 70 Stimmberechtigte legten dennoch auch bei diesen Geschäften ein Nein in die Urne, aus Erfahrung sind diese Werte bei Versammlungen kleiner. «Ich denke, bei schriftlichen Abstimmungen ist die Hemmschwelle für ein Nein kleiner, als wenn man an einer Versammlung dazu die Hand heben müsste», wagt Ursula Klaus einen Erklärungsversuch.

Eine der immer mehr Solaranlagen in Affeltrangen. Auch um ihre Ströme besser zu überwachen und zu steuern, werden nun «Smart Grid»-Systeme installiert.

Eine der immer mehr Solaranlagen in Affeltrangen. Auch um ihre Ströme besser zu überwachen und zu steuern, werden nun «Smart Grid»-Systeme installiert.

Bild: Mario Testa

Bei den Geschäften nebst Budget und Steuerfuss handelte sich um Kreditanträge für Sanierungen und Erweiterungen von Strassen, Wasserleitungen und Stromnetzen sowie um zwei Kredite für den Einbau von «Smart Grid»-Systemen zur digitalen Erfassung der Energie- und Wasserflüsse. «Für diese Systeme benötigen wir auf der Verwaltung auch eine neue IT-Infrastruktur. Auch um diese zu finanzieren, helfen uns die zusätzlichen Steuereinnahmen in den kommenden Jahren dank der Steuerfusserhöhung», sagt Ursula Klaus.