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Steinwüste bei Weinfelder Schulhaus sorgt für Diskussionen

Vor dem Thomas-Bornhauser-Schulzentrum erregt eine Steinrabatte die Gemüter. Änderungen sind geplant.
Sabrina Bächi
Die Steinrabatte beim Thomas-Bornhauser-Schulzentrum ist mit Kirschlorbeer begrünt. (Bild: Sabrina Bächi)

Die Steinrabatte beim Thomas-Bornhauser-Schulzentrum ist mit Kirschlorbeer begrünt. (Bild: Sabrina Bächi)

Ein Tolggen im Reinheft. So könnte man die Rabatte vor dem Thomas-Bornhauser-Sekundarschulhaus bezeichnen. Denn statt Biodiversität, einheimischer Blumen, summender Bienen und sich sonnender Eidechsen herrscht zwischen den grossen und kantigen Schottersteinen gähnende Leere.

Daran hat sich Josefine Obrist schon öfter gestört. «Vor einem Schulhaus eine Steinrabatte mit einem Kirschlorbeer, der zu den invasiven Neophyten zählt, zu erstellen, konnte ich noch nie begreifen», sagt sie. In Zeiten, in denen Schüler fürs Klima streiken, habe die Schule doch umso mehr eine Vorbildfunktion, findet die Weinfelderin.

Generell ist ihr das Weinfelder Zentrum zu wenig grün. Sie wünscht sich mehr Projekte, die eine Begrünung der Innenstadt fördern. «Es gibt auch Patenschaften, bei denen sich jemand um eine Rabatte kümmert. So etwas könnte man doch auch in Weinfelden umsetzen», sagt sie. Die derzeitige Betonwüste ist ihr ein Dorn im Auge.

Grundsatzentscheid für eine Aufwertung

Angesprochen auf die Steinrabatte findet Sekundarschulpräsident Beat Gähwiler klare Worte:

«Es war ein Fehler und ist nicht im Sinne der Behörde.»

Beat Gähwiler, Präsident der Sekundarschulgemeinde Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Beat Gähwiler, Präsident der Sekundarschulgemeinde Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Aus dem Kostenvoranschlag sei nicht ersichtlich gewesen, dass so viele Steine und keine einheimischen Pflanzen dort hinkämen.

Das, so Gähwiler, habe die Behörde dann zu einer Grundsatzdiskussion und auch zu einer Entscheidung geführt. «Wir haben bei allen drei Schulstandorten überprüft, wie die Umgebungsgestaltung aussieht und uns entschlossen, dass wir sie, wo möglich, ökologisch aufwerten wollen.»

Beim Pestalozzi-Schulhaus sei dieser Prozess bereits abgeschlossen. Wegen der Wega, welche die offene Fläche auf dem Schulareal benötigt, sei der Handlungsspielraum gering. In der «Weitsicht» in Märstetten werden Bäume zur Beschattung gepflanzt «und es gibt eine Ökowiese», sagt Gähwiler.

Nächste Woche beginnt die Begrünung

Für die ökologische Aufwertung habe man extra Geld im Budget eingeplant. Beim Thomas-Bornhauser-Schulhaus (TBS) sind die Aufwertungsprozesse derzeit im Gang. «Nächste Woche wird in einem ersten Schritt die Steinrabatte weiter begrünt», sagt Andres Bertschinger, Schulleiter im TBS.

Um nicht zu hohe Kosten zu verursachen, wird ein Teil der Begrünung der Steinrabatte im nächsten Jahr gemacht. «Ich habe auch schon gesehen, dass sich Neophyten an anderen Orten eingenistet haben, dagegen werden wir auch etwas unternehmen», sagt Gähwiler. So will die Sekundarschulgemeinde ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und ihren Beitrag gegen das Insektensterben leisten.

Die Schüler allerdings hätten in den vergangenen rund drei Jahren, in denen die Steinrabatte existiert, nie etwas dagegen verlauten lassen, sagt Schulleiter Bertschinger.

Einfache Anfrage ist noch hängig

Auch Stadtparlamentarier beschäftigen sich derzeit mit der Begrünung der Innenstadt. Bei den Grünen sowie auch in der Fraktionssitzung sei dies immer wieder Thema in der Sitzung, sagt Reto Frei (GP).

«Ich meine, eine Stadt wie Weinfelden müsste das Label Grünstadt auch mit dem Hintergrund oder Ziel Energiestadt Gold anzustreben, als Ziel haben.»

Aktuell ist von Simon Wolfer (CVP) noch eine Einfache Anfrage beim Stadtrat hängig, in der er nach einer Strategie für den Umgang mit Neophyten sowie dem nachhaltigen Umgang mit öffentlichen Grün fragt. «Zudem interessiert mich, ob sich die Stadt Weinfelden am kantonalen Projekt <Vorteil naturnah> beteiligen möchte», sagt Simon Wolfer.

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