Steinböcke, Seilbahnen und Äpfel

Ende März konnte der Spielplatzbauer Rudolf sein neues Werkgebäude beziehen. Durch die neue Infrastruktur fällt die Herstellung der individuellen Spielgeräte leichter.

Rita Kohn
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Die beiden Geschäftspartner Rudolf Grimm und Jonas Gafner mit einer Steinbock-Wippe im neuen Werkhof. (Bild: Andrea Stalder)

Die beiden Geschäftspartner Rudolf Grimm und Jonas Gafner mit einer Steinbock-Wippe im neuen Werkhof. (Bild: Andrea Stalder)

Ein riesiger Holzapfel bekommt gerade rote Farbe verpasst. Was der Mitarbeiter der Firma Rudolf Spielplatz zusammen mit Kindern sorgfältig bepinselt, wird bald zahlreichen Kindern Freude bereiten. «Hier können die Kinder in den Apfel klettern, da kommen sie zur Rutschbahn. Und alles ist so gesichert, dass sie nirgends raus fallen können», sagt Jonas Gafner. Er ist einer der beiden Geschäftspartner, die die Firma Rudolf Spielplatz betreiben. Der grosse Apfel wird im Thurgau bleiben. Das ist nicht mit allen Spielgeräten so.

In der ganzen Schweiz finden sich Spielplätze, die von der Oberthurgauer Firma gebaut worden sind. Individuelle Spielplätze, wie Jonas Gafner betont. Denn zunächst werden die Kundenwünsche aufgenommen und das Terrain, auf dem der Spielplatz später sein wird, unter die Lupe genommen. So sind die Hersteller in der Lage, angepasst Lösungen vorzuschlagen.

Die Räumlichkeiten in Dozwil wurden zu klein

Die Spielplätze sind begehrt. Das hat bei den Herstellern in vergangener Zeit zu Platzproblemen in ihrem Domizil in Dozwil geführt. «Wir haben uns auf die Suche nach einem grösseren Areal gemacht», erzählt Jonas Gafner. Das war gar nicht so einfach. Schliesslich sollte eine stattliche Werkhalle darauf Platz haben. Jonas Gafner schrieb die umliegenden Gemeinden an – und wurde in Sommeri fündig.

Zwei Jahre dauerte es, bis Ende März das neue Werkgebäude bezogen werden konnte. Jetzt ist alles unter Dach: Das Holz, aus dem die Spielgeräte hergestellt werden, ist gut sortiert, die verschiedenen Bestandteile sind griffbereit. Fünf Mitarbeiter, sowie die beiden Geschäftsinhaber arbeiten in der Firma, die immer wieder durch ihre kreative Spielplatzgestaltung auffällt.

Besonders stolz ist Jonas Gafner auf den Generationenplatz Kreckel in Herisau, den die Firma realisieren konnte. Hier stehen unter anderem ein Appenzeller Bauernhof mit Alpabzug, ein Hackbrett-Trampolin mit Heuseilschaukel, ein Traktor mit Mistkran oder die Säntis-Schwebebahn. Ein Begegnungsplatz mit Hängematten und Liegestühlen spricht auch ältere Generationen an und macht den Spielplatz zu einem attraktiven Anziehungspunkt. «Wir achten bei der Gestaltung darauf, das Thema der Umgebung aufzunehmen», sagt Jonas Gafner. In Herisau war dies das Thema Appenzell.

Eine spezielle Ausbildung gibt es nicht

Der gelernte Zimmermann Jonas Gafner hat sich längst zum Spielplatz-Experten gemausert. Eine spezielle Ausbildung dafür gebe es noch nicht, sagt er. Allerdings hat er in der Vergangenheit verschiedene Kurse besucht und sich zur Fachkraft Spielplatzsicherheit weitergebildet. Damit ist garantiert, dass die Spielplätze alle den Sicherheitsbestimmungen entsprächen.

Wenn ein Spielplatz fertig ist, kann es auch mal sein, dass sich Jonas Gafner etwa in einen der Holzliegestühle legt oder sich irgendwo hinsetzt und das Treiben auf dem Platz verfolgt. «So sehe ich schnell, welche Angebote von den Kindern geschätzt werden und wo noch Handlungsbedarf ist.» Die Erkenntnisse fliessen dann in die Gestaltung der nächsten Plätze ein, die verteilt über die ganze Schweiz entstehen.