Steinach
Wärme aus dem Bodensee: Die Gemeinde, die Ortsgemeinde und Private erschliessen alternative Energiequellen

Der neue Wärmeverbund soll nicht nur das Klima schonen, sondern auch das Portemonnaie der künftigen Kunden. Die Bezugskosten seien günstiger als beim Heizen mit Öl oder Gas, versprechen die Initianten. Die Infrastruktur soll bis im Herbst 2023 stehen.

Markus Schoch
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Die Initianten des Wärmeverbundes: Gemeindepräsident Michael Aebisegger, Finn Orthmann, Richard Orthmann, Gemeinderat Roland Etter, Martin Frei von der RLK Engineering GmbH und Geschäftsführer See Energie AG und Otto Hädinger, Präsident Ortsgemeinde Steinach.

Die Initianten des Wärmeverbundes: Gemeindepräsident Michael Aebisegger, Finn Orthmann, Richard Orthmann, Gemeinderat Roland Etter, Martin Frei von der RLK Engineering GmbH und Geschäftsführer See Energie AG und Otto Hädinger, Präsident Ortsgemeinde Steinach.

Bild: PD

Steinach will einen grossen Schritt vorwärtsmachen im Hinblick auf die vom Bund festgelegten Klimaziele. Die Gemeinde und die Ortsgemeinde haben zusammen mit der RLK Engineering GmbH in Roggwil und Finn Orthmann als grösstem Aktionär mit 49 Prozent Anteilen die See Energie AG gegründet. Ihr Ziel ist es, die Gemeindegebiete von Steinach nördlich der Seestrasse (Seedorf bis Steinacherhof) und im Westen von Horn inklusive Radunerareal mit Wärme aus dem Bodensee zu versorgen.

Die Initianten wollen noch in diesem Monat mit den Vetriebsaktivitäten starten. Gemeindepräsident Michael Aebisseger geht davon aus, dass das neue Angebot auf Interesse bei der Bevölkerung stösst, was zwingend ist. Denn nur wenn sich genügend Haushaltungen oder Überbauungen anschliessen, rechnet sich der Wärmeverbund. Aebisegger sagt:

Gemeindepräsident Michael Aebisegger.

Gemeindepräsident Michael Aebisegger.

Bild: Ralph Ribi
«Ich bin sehr zuversichtlich, dass es uns gelingt, die kritische Schwelle zu überschreiten.»

Läuft es wie geplant, soll die nötige Infrastruktur mit Energiezentrale, Seeleitung, Leitungsnetz und Wärmepumpen (Sole-Wasser) bis im Herbst 2023 vollständig zur Verfügung stehen. Kostenpunkt: Rund 8 Millionen Franken.

Nur Gewinner

Der Bezug von Wärme aus dem See soll sich für alle lohnen. Die Haushalte fahren über den gesamten Lebenszyklus gesehen günstiger im Vergleich zum Heizen mit Gas oder Öl, versprechen die Initianten. Und es gebe nur einen Preis für alles, was die Kostenübersicht einfach mache. In der Mitteilung heisst es:

«Das Contracting beinhaltet sämtliche Aufwendungen wie Wärmepumpe, Boiler sowie Installationen.»

Wasser als Energielieferant zu benutzten, sei aber auch gut fürs Klima, weil im Unterschied zur Verbrennung von fossilen Energieträgern kein Kohlendioxid freigesetzt werde, das für den Treibhauseffekt verantwortlich ist.

Kleine Investition, grosse Wirkung

Der Wärmeverbund wird die politische Gemeinde voraussichtlich ungefähr 130'000 Franken kosten. Sie beteiligt sich gemäss heutigen Plänen wie die Ortsgemeinde mit 13 Prozent am Aktienkapital. Das nötige Geld werden die Stimmbürger voraussichtlich mit dem Budget fürs nächste Jahr sprechen können. Gemeindepräsident Aebisegger sieht keinen Grund, warum die Bevölkerung die nötigen Mittel nicht frei geben sollte.

«Wir können mit einem kleinen Beitrag viel bewirken, gleichzeitig mitgestalten und wenn es normal läuft, einen Ertrag erwirtschaften. Es ist eine smarte Lösung mit einem überschaubaren Risiko.»

Die Hauseigentümer im Steinacher Netzgebiet (Seedorf und Steinacherhof) werden automatisch kontaktiert. Ansprechpartner für Verkauf und Beratung ist Martin Frei, Geschäftsführer der See Energie AG (Tel. 071 447 60 30; m.frei@see-energie.eu).