Steinach feiert das 1250-Jahr-Jubiläum mit einem Musiktheater

Bei der Probe für das Festspiel «WasserLand – Ein Sommernachtssturm» treffen Schauspieler, Akrobaten und Musiker aufeinander. Für Regisseur Oliver Kühn sind die Gefühle der Charaktere zentral.

Maria Keller
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Andreas Lutz hat mit seiner Rolle als Wassergeist mit Boot sichtlich Spass. (Maria Keller)

Andreas Lutz hat mit seiner Rolle als Wassergeist mit Boot sichtlich Spass. (Maria Keller)

Es ist das erste Mal, dass sich im Rahmen dieses Projekts alle Verantwortlichen im Gemeindesaal treffen. Das Händeschütteln zwischen Kostümdesignern, Musikern, Schauspielern und Marketingverantwortlichen stand am 1. Mai aber an zweiter Stelle.

Denn am letzten Mittwoch sollte primär geprobt werden. Geprobt für das Festspiel «WasserLand – ein Sommernachtssturm», das anlässlich des 1250-Jahr-Jubiläums der Gemeinde im August auf dem Areal beim Gredhaus aufgeführt wird. Ziel des ersten Zusammentreffens sei es, einander kennenzulernen und zu sehen, dass «wir alle am gleichen Strick ziehen», sagt Produktionsleiter Jacques Erlanger.

Auftritte müssen glaubwürdig sein

Wenn das Ehepaar Kunz und Kunzine sich in einer Szene streitet, dann muss alles stimmen. Regieverantwortlicher Oliver Kühn schaut genau hin. Jede Geste, jede Sprechpause wird geplant.

«Verharrt in der Umarmung», sagt Kühn zu den zwei Darstellern. «Einfach innehalten und die Wärme spüren, die da zwischen euch entsteht.» Die Szene des Ehestreits wird wieder und wieder geprobt, bis die Umarmung zärtlich genug und der Wutausbruch von Kunz und Kunzine so glaubwürdig wie möglich ist.

Man müsse die Gefühle der Charaktere verstehen, um sich in die Rolle hineingeben zu können, sagt Andreas Lutz. Er ist einer von 38 Schauspielern und Statisten, die mitwirken. Nebenbei fungiert er als Regieassistent von Kühn.

79 Kostüme werden gebraucht

«Bei Oliver Kühn analysiert man immer zuerst genau den Inhalt der Szene und die Innenwelt der Charaktere, bis man mit dem eigentlichen Schauspiel beginnt», sagt Lutz. Er selbst spielt einen Wassergeist.

Sein Requisit, ein grünes Boot samt Fischernetz und Ruder, steht an diesem Tag im Gemeindesaal. In seiner Rolle wird Lutz das Boot durch ein grosses Loch im Boden mit sich herumtragen. «Ich muss mich noch daran gewöhnen», sagt er.

Neben den Proben mit den Schauspielern nehmen die Kostümdesigner die Masse der Darsteller und des Akrobatenteams auf. 79 Kostüme sind es, die eigens für die Produktion hergestellt werden. Ein enormer Aufwand, der sich lohnen soll.

Konflikt zwischen Stadt St.Gallen und Kloster

Bereits sind 700 Tickets verkauft für die Premiere am 8. August. Das Stück spielt im Mittelalter und thematisiert einen Streit zwischen der Stadt St. Gallen und dem Benediktinerkloster, das nach Rorschach verlegt werden soll.

Neben den Schauspielern werden ein Kinderchor und eine Akrobatikgruppe, bestehend aus Mitgliedern des TV Steinach und Arbon, auf der Bühne stehen. «Es ist schon etwas Spezielles, einmal bei etwas so Grossem dabei sein zu können», sagt ein Mitglied der Akrobatengruppe.

Auch die Mimik muss stimmen

Eine weitere Turnerin meint: «Im Gegensatz zum üblichen Training achtet der Choreograf auf ganz andere Sachen wie zum Beispiel unseren Gesichtsausdruck.» Für die Choreografie sind Tobias Spori und Ann Kathrin Cooper zuständig.

Noch bevor alle Verantwortlichen zum Kennenlernen eintreffen, übt Valentin Baumgartner ein Stück auf der Gitarre. Für das musikalische Festspiel hat er teils schon bestehende Stücke verwendet und leicht angepasst oder ganz neue Lieder, passend zur Handlung, komponiert.