Steinach erbt ein kleines Vermögen: «Der Grossteil des Geldes wird an Kinderhilfswerke gespendet»

Die Gemeinde hat ein Vermächtnis von rund 380000 Franken erhalten. Gemäss dem Willen der Erblasserin soll das Geld in verschiedene soziale Projekte fliessen.

Jana Grütter
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So etwas kommt nicht alle Tage vor. Konkret kann sich Gemeindepräsident Roland Brändli nur an zwei vergleichbare Fälle erinnern in den letzten elf Jahren, die er im Amt ist. Und nur einmal ging es um mehr Geld. Es war, als jemand der Gemeinde ein Haus vermachte, das sie für 700000 Franken verkaufen konnte.

Roland Brändli: «Die Erblasserin hat lange Zeit in Roggwil gelebt»

Aber auch Anna Mark zeigt sich grosszügig. Sie vermacht Steinach 380000 Franken, wie die Gemeinde kürzlich mitteilte. «Die Erblasserin hat lange Zeit in Roggwil gelebt», sagt Roland Brändli. Den Lebensabend habe sie aber im Altersheim in Steinach verbracht. Warum sie Steinach bedacht hat, will Brändli nicht sagen. Ein Teil des Erbes geht auch an Privatpersonen.

Mark führte mit ihrem Bruder ein Uhrengeschäft

Gallus Hasler, Gemeindepräsident von Roggwil kann sich nur wage an Mark erinnern. «Da war ich noch ein kleiner Junge», sagt Hasler. Sie habe in einem Haus neben der Schule gewohnt. «Für uns war es immer Fräulein Mark.» Ausserdem habe sie zusammen mit ihrem Bruder ein Uhrengeschäft in Roggwil geführt.

Das Vermächtnis an die Gemeinde Steinach soll nun gemäss dem Willen der Erblasserin für den Bau und Betrieb einer Demenzabteilung genutzt werden. «Wir sind zurzeit selber mit einem solchen Projekt beschäftigt, daher wird ein Teil ihres Geldes in das Vorhaben fliessen.»

Ausserdem wünscht sich Mark zum Gedenken an sie einen öffentlichen Park oder Platz. Laut Brändli macht sich der Gemeinderat Gedanken über einen passenden Ort. Bis jetzt hätten sie aber noch keinen festgelegt.

«Der Grossteil des Geldes soll an Kinderhilfswerke gespendet werden»

«Der Grossteil des Geldes soll aber an Kinderhilfswerke im In- und Ausland gespendet werden», sagt Brändli. Mark habe Projekte zur Förderung und Entwicklung von Kindern schon immer finanziell unterstützt, unter anderem auch in Afrika. «Das soll nun auf ihren Wunsch weitergeführt werden.»