Steinach
Einigung nach jahrelangem Streit: Gemeinde trägt Lärmschutzwall an der Autobahn teilweise ab

Eine Baufirma stellt den ursprünglich geplanten Zustand her und flacht die Erdwand auf einem Drittel der Länge ab. Die Kosten dafür belaufen sich auf knapp 40'000 Franken.

Markus Schoch
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Der Lärmschutzwall ist stellenweise viel zu hoch.

Der Lärmschutzwall ist stellenweise viel zu hoch.

Bild: Jolanda Riedener

So wie es aussieht, kann das Baubewilligungsverfahren für den Lärmschutzwall im Gebiet Kehlhof endlich abgeschlossen werden. Eine Lösung im langjährigen Streit sei auf der Zielgeraden, heisst es in der neuesten Ausgabe des Mitteilungsblattes.

«Der Gemeinderat konnte sich mit den Einsprechern nun doch gütlich einigen.»

Diese wehren sich seit 2012 gegen das Bauwerk, das teilweise eineinhalb Meter höher ist als im Projekt ursprünglich vorgesehen.

Der Gemeinderat erteilte der Wand aus Erde trotzdem die Baubewilligung, weshalb die Kritiker mit einem Rekurs an den Kanton gelangten, der ihnen Recht gab, unter anderem wegen Verfahrensfehlern. So habe der damalige Gemeindepräsident Roland Brändli gegen die Ausstandspflicht verstossen. Er wohnt im Quartier, das durch die Aufschüttung vom Lärm der Fahrzeuge auf der Autobahn geschützt werden soll. Der Gemeinderat legte das Baugesuch darum ein zweites Mal auf, wies die Einsprachen wieder ab und musste sich im letzten Oktober vom Kanton erneut sagen lassen, dass es so nicht geht.

Die alte Lösung ist die neue Lösung

Gemeindepräsident Michael Aebisegger.

Gemeindepräsident Michael Aebisegger.

Bild: Ralph Ribi

Brändli ist seit über einem Jahr nicht mehr im Amt. Seinem Nachfolger Michael Aebisegger ist es jetzt gelungen, einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zu finden. Er hat sich mit den Einsprechern auf einen für beide Seiten gangbaren Weg geeinigt: Die Gemeinde stellt den Zustand her, wie er ursprünglich geplant war. Der insgesamt 180 Meter lange Erdwall wird auf den letzten 60 Metern Richtung Westen von 2,2 Metern auf 0,5 Meter ganz am Ende abgeflacht. «Zudem wird die Bepflanzung entfernt, damit die ganze Fläche besser bewirtschaftet und wenn möglich durch eine Ökofläche ersetzt werden kann», heisst es im Mitteilungsblatt.

Auf dieser Basis hat der Gemeinderat am 1. März eine Baubewilligung erteilt, womit nicht nur die Einsprecher zufrieden sind, sondern auch das kantonale Amt für Raumentwicklung und Geoinformation. Gemeindepräsident Aebisegger geht davon aus, dass die Arbeiten am Wall im April oder Mai beginnen. Ganz billig wird es nicht für die Gemeinde. Sie rechnet mit Kosten von gegen 40'000 Franken. Geld, das der Gemeinderat eigentlich sparen wollte, als er seinerzeit das Aushubmaterial für die Erschliessung der neuen Einfamilienhäuser im Gebiet Kehlhof auf den Wall kippte, der damit viel höher wurde, als er hätte sein dürfen.

Der Wall schützt die Bewohner im Quartier Kehlhof vor dem Lärm der Autobahn.

Der Wall schützt die Bewohner im Quartier Kehlhof vor dem Lärm der Autobahn.

Bild: Jolanda Riedener

Trotzdem spricht der Gemeinderat von einem insgesamt erfreulichen Ausgang der Auseinandersetzung. Denn im schlechtesten Fall hätte die Gemeinde den Wall ganz abtragen müssen, was noch viel teurer gewesen wäre. «Das wäre das schlimmste Szenario gewesen», sagt Aebisegger.