Arbon will neuer Standort des kantonalen Historischen Museums werden

Die Promotoren eines kantonalen historischen Museums in Arbon präsentieren eine neue Projektidee: das Schloss in Kombination mit einem Neubau. Sie könnte rasch und günstig realisiert werden.

Max Eichenberger
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Präsentieren die Konzeptidee mit Schloss und Neubau: Stadtpräsident Andreas Balg, Stadtrat Peter Gubser, Architekt Heinz Nyffenegger und Max Gimmel (FDP/XMV-Fraktion). (Bild: Max Eichenberger)

Präsentieren die Konzeptidee mit Schloss und Neubau: Stadtpräsident Andreas Balg, Stadtrat Peter Gubser, Architekt Heinz Nyffenegger und Max Gimmel (FDP/XMV-Fraktion). (Bild: Max Eichenberger)

Arbon bleibt am Ball. Die Stadt unterstreicht mit Nachdruck und neuen Argumenten ihre Bewerbung als künftiger Standort des Historischen Museums des Kantons Thurgau. In die Waagschale wirft die Arbeitsgruppe eine überarbeitete Konzeptidee. Sie weise fast schon Züge eines Projekts auf, sei bestechend und wäre «rasch realisierbar bei vernünftigen Kosten», geben die Vertreter der Arbeitsgruppe Schub in Richtung Frauenfeld.

Stadtrat Peter Gubser spricht gar von einem «Steilpass an die Regierung». Dass die Arboner diesen jetzt spielen, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass der Grosse Rat nächste Woche wohl einen Vorstoss von SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen behandeln wird. Die Haltung des Kantons in dieser Frage findet auch Stadtpräsident Andreas Balg bis jetzt «zu zögerlich».

Vorrang für Historisches Museum

Anstatt dass die Regierung sich zuerst mit der Lösung der Probleme um das Kunstmuseum befasse, soll sie dazu bewogen werden, der Realisierung des neuen Historischen Museums Vorrang einzuräumen, fordert Gubser. Zumal die Voraussetzungen dafür in Arbon optimal seien. Da klar sei, dass der Kanton nicht hieher komme, um ein Projekt zu entwickeln, sei man in Arbon selber tätig geworden, sagt Max Gimmel (FDP), Urheber einer Motion im städtischen Parlament, die von allen Volksvertretern unterzeichnet worden war. Der Regierungsrat habe «bis heute nicht widerrufen», dass er einen Standort im Oberthurgau vorsehe. Im Fokus standen zunächst zwar die Lagerhäuser in Romanshorn, doch seit die Eigentümer dort andere Ziele verfolgen, sieht sich Arbon nun auf der Pole-Position. Zum einen wegen ihres Renommées als «Kultur- und Museumsstadt», für Gimmel ist Arbon als Standort aber auch deshalb prädestiniert, weil hier verschiedene geschichtliche Epochen über 5000 Jahre noch sichtbar oder zumindest gut dokumentiert sind. Von der steinzeitlichen Besiedlung über die Römerzeit bis hin zur Industrialisierung: «Es ist nicht nur Ausstellung, es ist authentisch.»

Gestaltungsplan für Baufeld im ZiK-Areal

Auf dem Gelände des ehemaligen Saurer-Werkes im Städtli sieht Architekt und ZiK-Mitinhaber Heinz Nyffenegger in seiner Projektstudie einen modernen Neubau vor. Darin sollen ebenso Museumsräume bereitgestellt werden wie im Schloss Arbon – insgesamt doppelt so viel Fläche, wie heute das Schloss Frauenfeld bietet. Schloss und Neubau sollen durch eine transparente geschlossene Passerelle über der Schlossgasse miteinander verbunden werden. «Die Grundfläche auf dem vorgesehenen Baufeld ist in einem bereits bewilligten Gestaltungsplan definiert», sagt Heinz Nyffenegger. Der Realisierungsweg wäre daher relativ kurz. Und das Anforderungsprofil des Kantons könnte selbst bei einer variablen und teilweisen Nutzung des Schlosses ideal erfüllt werden, unterstreichen die Promotoren. Bestehende Mieter würden nicht verdrängt. «Das Konzept bietet eine Qualität, die alles in den Schatten stellt», sagt Max Gimmel.

Sei in Romanshorn noch von Investitionen in Höhe von 40 Millionen die Rede gewesen, so könnte in Arbon das Museum wesentlich günstiger realisiert werden, sagt Stadtrat Peter Gubser. Konzeptverfasser Heinz Nyffenegger spricht von Kosten «von zehn bis 15 Millionen Franken», wobei knapp die Hälfte auf den Neubau entfällt, die andere auf die Teilumnutzung des Schlosses. Investor und Betreiber wäre der Kanton.