Steigende Schülerzahlen in der Volksschulgemeinde Bischofszell

Die Volksschulgemeinde Bischofszell steht auf einem stabilen finanziellen Fundament. Dies ist umso wichtiger, als in den nächsten Jahren grössere Investitionen anstehen. In Bischofszell Nord ist ein Neubau geplant.

Georg Stelzner
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Das neue Kindergarten-Gebäude in Zihlschlacht kurz vor der Fertigstellung. (Bild: Georg Stelzner, 17. Mai 2019)

Das neue Kindergarten-Gebäude in Zihlschlacht kurz vor der Fertigstellung. (Bild: Georg Stelzner, 17. Mai 2019)

Der Entscheid der Schulbehörde, in der Volksschulgemeinde (VSG) Bischofszell mit einer Schulraumplanung zu arbeiten, bewährt sich. Dank dieses Instruments kann auf die wieder ansteigenden Schülerzahlen rechtzeitig und adäquat reagiert werden.

Die Entwicklung ist grundsätzlich  erfreulich. Doch die Medaille hat zwei Seiten, wie Schulpräsidentin Corinna Pasche-Strasser erklärt: «Die Pensen der Lehrerinnen und Lehrer müssen angepasst werden, was höhere Personalkosten zur Folge hat.»

Neubau soll Pavillon ersetzen

Im Fokus stehen derzeit zwei Standorte. In Zihlschlacht wird im Sommer der neue Kindergarten bezogen, wobei im Schuljahr 2019/20 zwei Klassen geführt werden.

Ein Neubau für drei bis vier Klassen mit der Möglichkeit einer Erweiterung auf sieben Klassen ist in Bischofszell Nord ein Thema. Der dortige Pavillon müsse ersetzt werden, sagt die Schulpräsidentin. «Eine Sanierung macht keinen Sinn, genauso wenig wie ein Provisorium.»

Laut Corinna Pasche-Strasser soll im Februar 2020 an der Urne über einen Projektierungskredit abgestimmt werden. Die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes könnte im Idealfall 2023/24 erfolgen.

Höherer Steuerertrag, geringerer Kantonsbeitrag

Erfreulich präsentiert sich die Rechnung 2018 der Volksschulgemeinde Bischofszell, resultiert anstelle des budgetierten Verlusts von 614'300 Franken doch ein Gewinn von 343'076 Franken.

Hauptverantwortlich dafür sind höhere Steuereinnahmen. Dem Plus in der Jahresrechnung konnte auch der viel geringere Beitrag im Rahmen des kantonalen Finanzausgleichs nichts anhaben. Statt der erwarteten 1,7 Millionen Franken bekam man nur rund 500'000 Franken.

Corinna Pasche-Strasser, Präsidentin der Volksschulgemeinde Bischofszell. (Bild: PD)

Corinna Pasche-Strasser, Präsidentin der Volksschulgemeinde Bischofszell. (Bild: PD)

«Die neuen Methoden im Unterricht erfordern mehr Schulraum. Das schulische Leben hat sich stark verändert.»

Die Schulpräsidentin weist darauf hin, dass in Zukunft auch die Möglichkeit besteht, einen Beitrag für den Betriebs- und Sachaufwand zu erhalten. Bisher sei dieser nur für die Besoldung entrichtet worden. Massgebend für die Beitragshöhe werde die Steuerkraft sein, welche in der VSG Bischofszell noch unter dem kantonalen Durchschnitt liege.

Investitionen unter den Erwartungen

«Nicht ganz auf Kurs» war die Volksschulgemeinde im letzten Jahr bei den Investitionen, wie Regula Dahinden, stellvertretende Leiterin der Schulverwaltung, ausführt. Im Budget habe man eigentlich mit höheren Ausgaben gerechnet.

So sind laut Regula Dahinden für den Kindergarten-Neubau in Zihlschlacht bis Ende 2018 rund 1,3 Millionen Franken ausgegeben worden. Gerechnet habe man aber mit einem fast doppelt so hohen Betrag.

Die Gemeindeversammlung der Volksschulgemeinde Bischofszell findet am Mittwoch, 19. Juni, in der Turnhalle Hoferberg in Gottshaus statt; Beginn um 20 Uhr.

Geld für den Bauerneuerungsfonds

Die Behörde der Volksschulgemeinde Bischofszell wird an der kommenden Gemeindeversammlung folgende Gewinnverwendung beantragen: 340'000 Franken Einlage in den Erneuerungsfonds für Baufolgekosten. Dies geschehe im Hinblick auf künftige grössere Investitionen und stelle eine Vorfinanzierung dar, erklärt Regula Dahinden. «Wir wollen keine Schulden hinterlassen», betont die stellvertretende Leiterin der Schulverwaltung. Der Restbetrag von Fr. 3075.86 soll dem zweckfreien Eigenkapital zugewiesen werden. (st)