Steigende Nachfrage nach Plätzen in der Rehaklinik Zihlschlacht

Für rund 30 Millionen Franken entsteht am südlichen Dorfrand von Zihlschlacht ein weiterer Neubau der Rehaklinik. Mit der Fertigstellung der Privatklinik wird sich die Anzahl der Betten auf 168 erhöhen.

Georg Stelzner
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Zihlschlacht TG 20.11.2018 / Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Rehaklinik Zihlschlacht .

Zihlschlacht TG 20.11.2018 / Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Rehaklinik Zihlschlacht .

Freude und Zuversicht standen den Verantwortlichen der Klinik, der Bauherrin Helsana und der Betreiberin Vamed bei der kurzen Feier und der anschliessenden Grundsteinlegung ins Gesicht geschrieben. Nur dreieinhalb Jahre nach der Einweihung eines Neubaus mit 51 Betten konnte am Dienstag ein weiterer Meilenstein gefeiert werden.

Geschäftsführerin Michèle Bongetta begründete den Baubeschluss mit der grossen Nach- frage nach einer Rehabilitation in Zihlschlacht. Sie hob die Anforderungen an das neue Gebäude hervor. Es solle innovativ, grosszügig, patientienorientiert sein, einen hohen Standard aufweisen und «vor Schönheit strahlen». Ab Mitte 2020 werden im Neubau auf zwei Stockwerken 28 moderne Einzelzimmer für privatversicherte Personen mit neurologischen Beschwerden zur Verfügung stehen.

Es entsteht eine "Klinik mit Hotelcharakter"

Mit der Inbetriebnahme des neuen Trakts können rund 100 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Gemeindepräsidentin Heidi Grau freute sich über das Projekt, das sie als Bekenntnis zum Standort Zihlschlacht interpretierte. «Wir betrachten das nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als Privileg», betonte Grau. Sie versicherte, dass der Gemeinderat Zihlschlacht-Sitterdorf im Zuge der Ortsplanungsrevision die Voraussetzungen für ein weiteres Entwicklungspotenzial der Klinik schaffen werde.

Architekt Carlos Martinez lobte die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und erklärte, dass er einen Neubau realisieren wolle, der sich einfühlsam in die Landschaft legt und in dem sich Patienten und Mitarbeiter gleichermassen wohl fühlen. Martinez sprach denn auch von einer «Klinik mit Hotelcharakter».

Viele Aufträge für Firmen aus der Region

Daniel H. Schmutz, CEO Helsana, stellte fest, dass das einst als Klumpenrisiko empfundene Engagement in Zihlschlacht längst keines mehr sei. Ein Risiko gebe es nicht mehr und der Klumpen habe sich in einen Edelstein verwandelt.

Für Vamed-Geschäftsführer Walter Troger ist die Errichtung der Privatklinik ein wichtiger Impuls für die Region. Er hob hervor, dass 80 Prozent der Leistungen von Firmen aus dem Thurgau oder aus angrenzenden Kantonen erbracht würden. Mit leisem Stolz wies Troger auch auf die zukunftsweisende Energieversorgung mittels Erdwärme hin.

Als letzter Redner ergriff Hans-Peter Schwald das Wort. Der Verwaltungsratspräsident der Rehaklinik Zihlschlacht AG kritisierte den Trend des kurzfristigen Denkens und Handelns. Erfolg stelle sich dann ein, wenn man sich kenne und vertraue, sagte Schwald und bezeichnete die Entwicklung der Rehaklinik Zihlschlacht als leuchtendes Beispiel. Er plädierte dafür, sich langfristige Ziele zu setzen.