Statt Besenbeiz nun Restaurant: In Sulgen wird der traditionelle «Freihof» weitergeführt und die neuen Wirte erfüllen sich einen Wunsch

Jolanda und René Felix haben den Gasthof Freihof erworben und wollen das Sulger Traditionslokal in ähnlichem Rahmen weiterführen.

Hannelore Bruderer
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René und Jolanda Felix wirten ab dem 7. September im «Freihof» in Sulgen.

René und Jolanda Felix wirten ab dem 7. September im «Freihof» in Sulgen.

Bild: Hannelore Bruderer

Es war Liebe auf den ersten Blick. «Nach der Besichtigung der Liegenschaft Freihof mussten wir nicht lange überlegen. Uns war klar: Da können wir etwas daraus machen», sagen Jolanda und René Felix. Noch am gleichen Tag haben sie spontan ihr Kaufinteresse bekundet und entschieden, ihrem beruflichen Leben eine neue Richtung zu geben. Wirten war für die beiden bislang ein Hobby, dem sie als Gastgeber an Anlässen im Naturfreundehaus Buchberghaus in Schaffhausen nachgingen, oder wenn sie bei sich zu Hause eine grosse Gästeschar kulinarisch verwöhnten. «Wir sind ein eingespieltes Team und wissen, dass wir gut zusammen funktionieren», sagt Jolanda Felix.

Die gelernte Fleischverkäuferin wird im Betrieb für die Küche verantwortlich sein. Kochen, auch für eine grössere Anzahl Gäste, ist für sie nichts Neues. Die 54-Jährige sagt:

«Ich bin schon bei diversen Grossanlässen in der Küche gestanden und konnte dort von Profis lernen. Ferner habe ich in einer Alterssiedlung und für den Mittagstisch gekocht.»

René Felix wird in erster Linie als Gastgeber im Service an der Front stehen. Seine neue Tätigkeit steht im Kontrast zu seinem bisherigen beruflichen Werdegang. René Felix ist von Beruf Drogist und hat in den letzten Jahren in der Pharmaproduktion gearbeitet. Dass der 62-Jährige seinen Beruf nur wenige Jahre vor der Pensionierung aufgibt, hängt mit dem lang gehegten Wunsch des Ehepaars zusammen, eine Besenbeiz zu eröffnen. Aus der angedachten Besenbeiz als Hobby ist nun ein richtiges Restaurant und ein neuer Beruf geworden.

Gut in der Region vernetzt

Der ehemalige Präsident des FC KS-Sulgen jasst gerne und ist sportbegeistert, wenn nun auch mehr passiv als aktiv, wie er sagt. Die grosse Passion seiner Frau ist das Jodeln und das Dirigieren bei den Thurgauer Jodelspatzen. Dass sie diese Funktion, die ihr so viel Freude bereite, nicht aufgeben werde, sei von Anfang an klar gewesen, sagt sie. «Deshalb haben wir die Öffnungszeiten des Freihofs so festgelegt, dass ich beides gut vereinbaren kann.» Auf Festangestellte verzichtet das Ehepaar.

«Wir haben aber Kontakt zu einigen Aushilfen, die wir zur Mithilfe bei grösseren Gesellschaften anfragen können.»

Mit ihrer neuen Wirkungsstätte haben sich Jolanda und René Felix bereits zusammen mit ihrer Vorgängerin bekanntgemacht. Renate Kägi hat im «Freihof» während vierzehn Jahren gewirtet. Bevor sie aufhörte, haben Jolanda und René Felix zwei Wochen bei ihr mitgearbeitet. «Das war eine wertvolle Zeit für uns, wir konnten vieles lernen und haben einen guten Einblick erhalten.» Das Ehepaar Felix will den Freihof denn auch in ähnlichem Stil weiterführen. Die Mitarbeitenden des örtlichen Gewerbes werden im «Freihof» weiterhin einen guten Znüni und ein währschaftes Mittagessen bekommen. Die gutbürgerlichen Speisen, die auf der Karte stehen, sind auch für Familien erschwinglich und für Kinder gibt es spezielle Kindermenus. Vereine sind im «Freihof» ebenfalls willkommen.

Offizielle «Atrinkete» am 3. Oktober

Am Montag, 7. September, ab 8.30 Uhr empfangen Jolanda und René Felix erstmals Gäste in ihrem Restaurant an der Kradolfstrasse 41 in Sulgen. Am Eröffnungstag ist das Restaurant durchgehend offen. Die offizielle «Atrinkete» findet am Samstag, 3. Oktober, statt. Ab dem 8. September gelten die folgenden Öffnungszeiten: Montag, 8.30 bis 13.30 Uhr, Dienstag bis Freitag, 8.30 bis 24 Uhr und Samstag 10 bis 24 Uhr. Am Sonntag ist Ruhetag. Einmal pro Monat lädt das Ehepaar zu speziellen Anlässen ein. «Stubete» heisst es am 16. und 17. Oktober sowie am 6. November. Am 5. Dezember unterhält Wortakrobat Stöff Sutter die Gäste. (hab)

Eine neue Rampe beim Seiteneingang ermöglicht den Gästen zudem einen barrierefreien Zugang. Weitere bauliche Veränderungen sind nicht vorgesehen. «Wir haben das Restaurant in einem sehr guten Zustand übernommen und werden vorerst nur die Gasträume neu streichen lassen», sagt René Felix. Eine wesentliche Änderung zu vorhin gibt es allerdings – der «Freihof» wird künftig rauchfrei sein. Aber Jolanda Felix betont:

«Raucher sind auch künftig willkommen. Für sie richten wir im Aussenbereich eine überdachte Raucherecke ein.»

Bald werden René und Jolanda sowie Tochter Carina den Wohnraum über dem Restaurant beziehen. Carina Felix ist ein kreativer Geist und hat auch die neue Speisekarte gestaltet. «Unsere Tochter unterstützt uns auch bei unserem Werbeauftritt. Dafür sind wir dankbar», sagt Jolanda Felix, «denn da kennen wir uns nicht so gut aus wie sie.»