Starke junge Turner in Märstetten: Erstmals konnten sie dieses Jahr einen Wettkampf durchführen

Der einzige Nationalturnwettkampf der Saison unter freiem Himmel verlief stimmungsvoll und auf erfreulich hohem Niveau. Am vergangenen Sonntag konnten die total 156 Turner bei trockenem aber kühlem Wetter ihren Vornotenwettkampf bestreiten.

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Ein junger Altnauer Turner beim Steinheben.

Ein junger Altnauer Turner beim Steinheben.

Bild: PD

(red) Am Sonntag kam es zum ersten Kräftemessen der jungen Nationalturner. Da bislang coronabedingt noch kein Wettkampf stattfinden konnte in diesem Jahr, war der Vornotenwettkampf im Thurgau eine willkommene und wichtige Standortbestimmung für die 156 teilnehmenden jungen Turner aus der ganzen Deutschschweiz.

OK-Chef Christoph Kiser ist glücklich, den Wettkampf durchgeführt zu haben. Etliche Teilnehmer und Riegenleiter des Wettkampfs brachten ihre Freude zum Ausdruck, indem sie sich beim OK für den Mut und das Engagement bedankten, für die Jugend diesen einen Wettkampf organisiert zu haben.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Grössten

Alle Nationalturner hatten sechs Kategorien zu absolvieren: Steinheben, Steinstossen, Schnelllauf, Hochweitsprung, Weitsprung und Freiübung (Bodenturnen). Auf das Ringen und Schwingen wurde coronabedingt verzichtet - daher heisst es auch Vornotenwettkampf. Als inoffizieller Tagessieger etablierte sich in der höchsten Kategorie, der Leistungsklasse 2, der 18-jährige Bürgler Kilian Arnold mit dem Maximum von 50 Punkten. Jeweils die tiefste Punktzahl aus den sechs Disziplinen war ein Streichresultat.

Der Märstetter Andrin Habegger beim Weitsprung.

Der Märstetter Andrin Habegger beim Weitsprung.

Bild: PD

Um den L2-Sieg kämpfte Arnold in einem packenden Vereinsduell gegen Noah Gisler. Dieser beklagte Pech im Weitsprung. Mit 5,19 m verfehlte er die Maximalnote von zehn Punkte um einen Zentimeter. Die Entscheidung fiel im Hochweitsprung. Im letzten Versuch flog Kilian Arnold über 1,35 m, dagegen fiel die Latte bei Noah Gisler. Obwohl dieser in der abschliessenden Bodenübung mit Rückwärtssalto aus Stand und Flicflac begeisterte und dafür eine Zehn erhielt, blieb er um den einen Zehntel im Weitsprung hinter Arnold. Dessen 9,7 Punkte für die Freiübung waren ein Streichresultat.

Doppelsieg in der Kategorie L1

Tobias Bamert vom STV Tuggen und der Kaltbrunner Jonas Ziegler lieferten sich ein Fernduell um den L1-Kategoriensieg. Weil beide in den fünf messbaren Disziplinen 50 Punkte erreichten, gab es einen Doppelsieg. Der Märstetter Andrin Habegger büsste im Bodenturnen den entscheidenden Zehntelspunkt ein, der ihn auf Rang drei verwies.

Für den unerwartesten Kategoriensieg sorgte der Baselbieter Fynn Dehning in der Jugendklasse 2. Obwohl er sich mit 1,15 m im Hochweitsprung nur 9,4 Punkte gutschreiben lassen konnte und diese in die Wertung gelangten, reichte das Total von 49,4 Zähler zum Spitzenplatz. Der Innerschweizer Valentin Arnold büsste im Weitsprung und Lauf je einen halben Punkt ein. Dem Märstetter Mitfavoriten Yanik Siegenthaler reichten 48,5 Punkte für Rang 3.

Einziger Wettkampf im Coronajahr

Lukas Thomi beim Steinstossen.

Lukas Thomi beim Steinstossen.

Bild: PD

Den überragendsten Auftritt zeigte in Märstetten der elfjährige Appenzeller Leandro Hafner. Teilweise mit viel Reserve legte das Athletiktalent als einziger der 156 angetretenen Turnerinnen und Turner sechs Maximalnoten hin. Dennoch teilte er Rang 1 mit dem Weinfelder Matti Eichmann und Fabio Accordino, die dank einer Streichnote auch auf 50 Punkte kamen. Der Sohn von Wettkampfleiter Markus Thomi, der zehnjährige Lukas, hätte das Trio zum Quartett anwachsen lassen können, doch ein Zehntelpunkt Abzug im Steinheben verhinderte dies.

Markus Thomi zog rundum zufrieden Bilanz: «Wir erlebten einen etwas anderen Wettkampf mit vielen Superleistungen. Die Gewinner einer Auszeichnung haben etwas Spezielles geschafft, nämlich die einzige und einmalige Auszeichnung im Coronajahr erkämpft.»