Star Wars, James Bond und die Simpsons: Ein Kreuzlinger Kirchenmusiker bringt eine Filmmusik-CD heraus 

Nicolas Borner ist Organist in der St. Stefan-Kirche. Er will das verstaubte Image der Orgel mit seinem Album auflockern.

Sarina Kihm
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Nicolas Borner spielt Filmmusik von James Bond auf der Orgel in der St. Stefan-Kirche.

Nicolas Borner spielt Filmmusik von James Bond auf der Orgel in der St. Stefan-Kirche.

(Bild: Andrea Stalder)

James Bond, Star Wars und Titanic. Ohne Filmmusik nur halb so imposant. Das hat sich auch der Kirchenmusiker Nicolas Borner gedacht und eine Filmmusik-CD aufgenommen. Die Melodien erklingen jedoch nicht von einem Orchester, sondern von einer Orgel.

Der Vorteil: Es muss nur eine Person das Instrument bedienen. Dies ist Nicolas Borner. Er wurde 1990 in Konstanz geboren und ist zurzeit als Chorleiter und Organist in der St. Stefan-Kirche in Kreuzlingen tätig.

Klassische Musik mit populären Tönen verbinden

Er begeisterte sich schon früh für die klassische, wie auch die populäre Musik und schloss ein Kirchenmusikstudium an der Zürcher Hochschule der Künste ab.

«Immer wieder beschäftigte mich die Frage, wie sich die populäre Musik mit meinem Lieblingsinstrument der Orgel verbinden lassen würde.»

Also entwickelte er ein eigenes Album. Sein Ziel: Das etwas verstaubte Image der Orgel auflockern und den Leuten zeigen, wie facettenreich das Instrument ist.

Im Alter von sechs Jahren hatte Borner das erste Mal Klavierunterricht. Als Jugendlicher entdeckte er sein Interesse für die Orgel.

«Das Spielen der Orgel ist nicht mit dem des Klaviers zu vergleichen. Die einzige Ähnlichkeit ist, dass es Tasten hat.»

Koordinativ sei das Orgelspielen deutlich schwieriger. Es wird mit den Händen und Füssen gespielt.

Nebst dem Kirchenmusikstudium hat sich Borner intensiv mit der Komposition, Bandarbeit und Musikproduktion beschäftigt.«Bei meiner Arbeit in der St. Stefan-Kirche habe ich nun die Möglichkeit alle meine Interessen auszuüben.»

Nebst dem Leiten des Chores und dem Orgelspielen kann er die Orgel auch in seiner Freizeit benutzen.

«Für meine CD habe ich alle Lieder in der Nacht aufgenommen.»

Der Grund sei einfach. «Am Tag gibt es einfach zu viele Geräusche in der Kirche.»

Erste Person, die Filmmusik mit der Orgel spielt

Nicolas Borner sei wahrscheinlich die erste Person, die Filmmusik auf der Orgel spielt. Denn bisher habe er weder im Internet noch in Musikgeschäften Filmmusik-Noten für die Orgel gefunden.

«Ich habe die Stücke angehört und die Noten aufgeschrieben.»

Die Komplexität der Stücke variierte dabei sehr. «Bei dem Stück von James Bond, oder der Titelmelodie der Simpsons war ich besonders lang beschäftigt.»

Herausgekommen ist eine CD mit zwölf Filmtiteln. «Herr der Ringe oder Titanic, es hat für jeden Geschmack etwas dabei», sagt der Organist. Gehört werden, können die Stücke an zwei Konzerten, die anfangs Februar stattfinden.

«Ich kann überall spielen. Es muss nicht mal eine Orgel vorhanden sein.»

Dies gelingt ihm dank einer elektronischen Orgel. Sie ist tragbar und wird an einem Laptop und an Lautsprechern angeschlossen.

Der Plan für die Zukunft ist, seine Noten für andere online zur Verfügung zu stellen. Ausserdem möchte er an möglichst vielen Orten Konzerte spielen und die Orgel wieder beliebter und bekannter machen.

«Eine Orgel ist wie ein Einfamilienhaus, im Inneren ist viel mehr los, als man denkt.»

Hinweis

Die CD-Taufe mit einem Konzert findet am 1. Februar, um 20 Uhr in der Bruder-Klaus-Kirche in Tägerwilen und am 2. Februar, um 16 Uhr in der St. Stefan-Kirche in Kreuzlingen statt.

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