Standortfrage historisches Museum: Romanshorn nimmt sich aus dem Rennen

Stattdessen unterstützt die Hafenstadt ihre Nachbarn in Arbon. Amriswil begrüsst das Vorhaben - im Vordergrund stehe ein starker Oberthurgau

Tanja von Arx
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Das Schloss stand zur Diskussion für die Räumlichkeiten des Historischen Museums. (Bild: Reto Martin)

Das Schloss stand zur Diskussion für die Räumlichkeiten des Historischen Museums. (Bild: Reto Martin)

Eine Meldung sorgt für so einige Überraschung. Wie die Stadt Romanshorn heute bekannt gegeben hat, will sie auf eine Bewerbung als Standort für das Historische Museum verzichten. Und das, nachdem man mehr als drei Jahre lang beim Kanton und vor allem gegen andere darum gebuhlt hat (unsere Zeitung berichtete).

Stattdessen sollen nun die Bemühungen der Stadt Arbon unterstützt werden.

Dieser Entscheid sei «grundsätzlich und bewusst zur Stärkung der Region» gefällt worden, heisst es im besagten Schreiben. Unterredet habe sich der Stadtrat bereits am 27. August, unterdessen sei eine Stellungnahme zur kantonalen Museumsstrategie abgegeben worden.

«Wir wollen das Museum im Oberthurgau»

Der Romanshorner Stadtpräsident Roger Martin sagt auf Nachfrage: «Wir haben ein Interesse daran, dass das Museum in den Oberthurgau kommt.» Als man sich nach Amtsantritt mit den Dossiers beschäftigt habe, sei einem aufgefallen, dass Arbon in der Planung schon weiter vorangeschritten sei. «Ausserdem gab es einige Fragezeichen in Zusammenhang mit den kommunizierten Vorschlägen.»

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn. (Bild: Andrea Stalder)

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn. (Bild: Andrea Stalder)

Es sei sinnvoll erschienen, die Solidarität in den Vordergrund zu stellen und die Kräfte in der Region zu bündeln. Martin sagt: «Wir drei Städte tauschen uns regelmässig aus, auch Amriswil ist dabei.» Man hoffe derweil, dass dann auch einmal etwas zurückkomme. «Manchmal muss man etwas weggeben, um wieder etwas zu erhalten.» Abgesehen davon sei diese Lösung so oder so besser, als dass das Museum letztlich etwa nach Diessenhofen oder Frauenfeld käme.

Dominik Diezi, Stadtpräsident von Arbon. (Bild: Andrea Stalder)

Dominik Diezi, Stadtpräsident von Arbon. (Bild: Andrea Stalder)

Der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi sagt zu dieser nachbarlichen Geste:

«Wir schätzen diese Unterstützung in der Museumsfrage und die Solidarität von Romanshorn für einen starken Oberthurgau sehr.»

Amriswil zieht am selben Strang

Gabriel Macedo, Stadtpräsident von Amriswil. (Bild: Donato Caspari)

Gabriel Macedo, Stadtpräsident von Amriswil. (Bild: Donato Caspari)

Gabriel Macedo, Stadtpräsident von Amriswil, sagt auf Anfrage: «Wir halten im Oberthurgau zusammen.» Die Ressourcen sollen denn gerecht im Kanton verteilt werden. «Für das Historische Museum ist die Infrastruktur von Arbon prädestiniert.» Macedo betont, dass Amriswil selber vier interessante Museen habe.

Indessen gibt es auch einen Plan B: Die Stadt Romanshorn teilt mit, dass die Hafenstadt als Standort «selbstverständlich wieder zur Verfügung stehen würde», sollte Arbon nicht zum Zuge kommen. Das habe man dem kantonalen Departement für Erziehung und Kultur bereits mitgeteilt. «Die Stadt als Verkehrsknotenpunkt verfügt dafür über gute Voraussetzungen.»