Städtebau
Wie hätten Sie es gerne? Romanshorn will den Bahnhofplatz sanft umgestalten und fragt dazu die Bevölkerung

Die Stadt erkundigt sich am Chlausmarkt vom 5. Dezember ein erstes Mal nach den Wünschen der Einwohner. Gleichzeitig sucht sie interdisziplinär zusammengesetzte Planungsteams, die diese Wünsche in konkrete Projekte giessen sollen. Der beste Vorschlag soll bereits in einem Jahr zur Abstimmung kommen.

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Der Bahnhofplatz Romanshorn versprüht nicht viel Charme.

Der Bahnhofplatz Romanshorn versprüht nicht viel Charme.

Bild: Donato Caspari

Es fehlt dem Bahnhofplatz an Ausstrahlung. Die Nähe zum Hafen als touristischem Knotenpunkt sei jedoch eine Chance, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Denn rund um das Hafenbecken entwickle sich der Begegnungs- und Erlebnisraum für die Öffentlichkeit weiter – der Hafen mit seinem Schiffsbetrieb wirke als Anziehungspunkt. Zusätzlich sind beim Bahnhofplatz neue Gebäude entstanden.

Diese Entwicklung möchte die Stadt Romanshorn nun aktiv unterstützen. Die bestehende Begegnungszone am Bahnhof soll für den Aufenthalt attraktiver werden. «Gelingt dieses Vorhaben, könnte dies unter anderem auch eine bessere Wertschöpfung für die ansässigen Betriebe zur Folge haben», heisst es in der Mitteilung weiter.

Interviews mit der Bevölkerung

Die Stadt hat entsprechende Vorbereitungen getroffen und beginnt noch dieses Jahr mit den ersten Schritten in Richtung Umgestaltung des Bahnhofplatzes. Am Chlausmarkt am Sonntag, 5. Dezember, sowie am Freitag, 10. Dezember, werden im öffentlichen Raum Interviews mit der Bevölkerung durchgeführt. Es wird der Frage nachgegangen, was sich die Bevölkerung als «Experten des Alltags» bezüglich des Raums um den Bahnhof an Angeboten und atmosphärischen Details wünscht.

Der Bahnhofplatz ist auch eine Verkehrsdrehscheibe.

Der Bahnhofplatz ist auch eine Verkehrsdrehscheibe.

Bild: Donato Caspari

Deshalb sucht die Stadt interdisziplinär zusammengesetzte Planungsteams mit den Fachrichtungen Architektur/Landschaftsarchitektur und Ingenieurwesen. Diese sollen im Rahmen von Studienaufträgen Lösungsvarianten erarbeiten. Mit der Aufwertung des Stadtraumes um den Bahnhof soll ein Beitrag zur Entwicklung der Hafenstadt geleistet werden. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung können sich geeignete Planungsteams bis am 20. Dezember 2021 für die Studienaufträge bewerben.

Begleitet werden die Planungsteams von einer Spur- und Begleitgruppe, die laufend Feedbacks zur Entwicklung gibt. «So werden möglichst alle Interessengruppen in den Erarbeitungsprozess eingebunden», schreibt die Stadt. Die Bevölkerung wird regelmässig über den Fortschritt des Projektes informiert. Wenn alles nach den Vorstellungen der Stadt läuft, kommt das Projekt im November 2022 zur Abstimmung.

Das Hafenbecken im Fokus

Bei der Attraktivitätssteigerung des Bahnhofplatzes soll bewusst auch ein Bezug zum Hafenbecken und zum See gesucht werden. Die Bevölkerung sowie Besucherinnen und Besucher sollen am Wasser verweilen und den Aufenthalt dort geniessen können. Auf der Hafenpromenade ist im Rahmen eines separaten Projektes ein weitläufiger, begrünter stadtgartenähnlicher Platz mit verschiedenen Nutzungen wie Feste, Sport, Märkte oder Konzerte vorgesehen. Die Stadt hat dazu einen Studienwettbewerb ausgeschrieben und das Siegerprojekt im Juli der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ideen sollen in den Gestaltungsplan über das gesamte Gelände einfliessen. (red)

Bahnhofplatz

Neugestaltung liegt 20 Jahre zurück

Der Bahnhofplatz in seiner heutigen Form ist das Ergebnis einer Umgestaltung, für welche die Bevölkerung 2001 einen Bruttokredit in der Höhe von 1,54 Millionen Franken sprach. Es ging vor allem darum, alle überflüssigen Elemente wegzuräumen, um so einen «grosszügigen, repräsentativen Platz zu schaffen, der die Attraktivität des Standortes Romanshorn entscheidend erhöhen wird», wie es in den Abstimmungsunterlagen heisst. Am gleichen Tag sagten die Romanshorner übrigens auch Ja zum Bau einer Unterführung und zur Modernisierung des Bahnhofes. (mso)

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