Städtebau
«Eine Chance für Arbon»: Der Stadtrat spricht sich für die beiden geplanten Hochhäuser am See aus

Die Behörde legt den Gestaltungsplan für das Projekt «Riva» diese Woche öffentlich auf. Wenn die Gegner bis zum 16. Dezember rund 800 Unterschriften sammeln, hat am Schluss die Bevölkerung in einer Abstimmung das letzte Wort. Der frühere Stadtrat hatte eigentlich etwas anderes versprochen.

Markus Schoch Jetzt kommentieren
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Visualisierung des Projektes mit öffentlicher Nutzung im Erdgeschoss und Hotelzimmern darüber.

Visualisierung des Projektes mit öffentlicher Nutzung im Erdgeschoss und Hotelzimmern darüber.

Bild: PD

Nach Meinung des Stadtrates sind die beiden geplanten Hochhäuser vereinbar mit dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), was die in einer IG zusammengeschlossenen Gegner vehement bestreiten. In ihrer Interessenabwägung kommt die Behörde zum Schluss, dass das HRS-Projekt Riva das Ortsbild zwar verändert, aber nicht negativ beeinflusst, sondern mit qualitativ hochwertigen zeitgemässen Bauten und einer neuen Umgebungsgestaltung ergänzt. Zudem weise es einen deutlich kleineren Fussabdruck auf als das Hotel Metropol, das den Hochhäusern Platz machen soll: Die bebaute Fläche werde um rund einen Drittel reduziert, sagte Fabienne Egloff an einer Medienorientierung am Dienstagmorgen. Sie ist Leiterin der Stabsstelle Stadtentwicklung.

Fabienne Egloff, Leiterin Stadtentwicklung.

Fabienne Egloff, Leiterin Stadtentwicklung.

Bild: PD

«Es zeugt von der hohen Qualität des Projekts, dass im Erdgeschoss wie auch in den Obergeschossen deutlich mehr Durchblicke gewährt werden, als dies heute der Fall ist. Ausserdem entsteht im gesamten Gestaltungsplangebiet wesentlich mehr unversiegelte Freifläche, die zu einem grossen Teil der Öffentlichkeit zugänglich ist. Der Gestaltungsplan verträgt sich daher mit den Prinzipien des ISOS.»

Arbon erhalte an attraktiver Lage interessante öffentliche Nutzungsangebote, sagte Stadtpräsident Dominik Diezi.

Stadtpräsident Dominik Diezi.

Stadtpräsident Dominik Diezi.

Bild: Andrea Tina Stalder
«In Abwägung aller rechtlich relevanten Interessen kommt der Stadtrat zum Schluss, dass das Projekt Riva für Arbon eine Chance darstellt, die genutzt werden sollte. Überzeugende Alternativen sind zudem keine in Sicht.»

Die Pläne liegen ab Ende Woche öffentlich auf

Der Gestaltungsplan für die maximal 43 Meter hohen Häuser mit 63 Wohnungen und 24 Hotelzimmern sowie Gastroangeboten im Erdgeschoss liegt vom 26. November bis 16. Dezember öffentlich im Stadthaus auf und kann auch online eingesehen werden (https://stadtentwicklung.arbon.ch unter «Gestaltungspläne»). Während der Auflagefrist kann jede Person, die ein rechtliches Interesse nachweist, schriftlich Einsprache beim Stadtrat erheben. Einsprachen sind zu begründen und haben einen Antrag zu enthalten. Zudem kann das fakultative Referendum ergriffen werden. Heisst: Wenn mindestens zehn Prozent der Stimmberechtigten es verlangen, muss die Bevölkerung am Schluss über den Gestaltungsplan abstimmen. Nötig sind dafür rund 800 Unterschriften.

So könnte das Restaurant aussehen.

So könnte das Restaurant aussehen.

Bild: PD

Der frühere Stadtrat hatte der Bevölkerung versprochen, den Gestaltungsplan von sich aus der Bevölkerung zur Abstimmung vorzulegen. Wie Abklärungen der Stadt ergeben haben, ist das aus rechtlichen Gründen gar nicht möglich, sagte Stadtpräsident Diezi am Dienstagmorgen vor den Medien. Die abschliessende Kompetenz zum Erlass des Gestaltungsplans liege beim zuständigen Stadtrat.

Es sind jetzt mehr Hotelzimmer vorgesehen

Seit der öffentlichen Mitwirkung 2019 wurden das Projekt und der Gestaltungsplan Riva in einigen Punkten angepasst. So wurden die Sonderbauvorschriften bearbeitet, die Umgebungsgestaltung präzisiert und ein Gewässerraumlinienplan erstellt. In Umsetzung der Ergebnisse des Runden Tisches mit allen involvierten Anspruchsgruppen wurde insbesondere die für Hotelzimmer vorgesehene Fläche verdoppelt. Rückmeldungen aus der kantonalen Vorprüfung flossen ebenfalls ein.

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