Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Ich habe das Unmögliche möglich gemacht» - Der neue Romanshorner Stadtpräsident nach der Abwahl von David H. Bon

Roger Martin hat das Rennen um das Stadtpräsidium in Romanshorn am Wahlwochenende mit grossem Vorsprung gewonnen. Er werde alles tun, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. Er hoffe aber auch, eine faire Chance zu bekommen.
Markus Schoch
Roger Martin wird klar zum neuen Stadtpräsidenten gewählt. (Bild: Andrea Stalder)

Roger Martin wird klar zum neuen Stadtpräsidenten gewählt. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist ein Erdrutschsieg, den niemand erwartet hatte. Der parteilose Quereinsteiger Roger Martin hat im zweiten Wahlgang fast doppelt so viele Stimmen geholt wie David H. Bon (FDP), nämlich 2064 gegenüber 1109. Der Abstand zwischen den beiden ist damit nochmals viel grösser geworden im Vergleich mit dem ersten Wahlgang am 10. Februar, als Martin 1200 Stimmen machte und Bon 859. «Ich habe das Unmögliche möglich gemacht», sagt Martin. «Offensichtlich haben mein bürgerliches, wirtschaftsnahes Profil, meine persönlichen Kompetenzen und meine Art, den Dialog zu führen, eine grosse Mehrheit des Stimmvolks überzeugt. Das motiviert und verpflichtet mich.»

Bon zeigte im Moment der Niederlage Grösse: Er gratulierte Martin persönlich an dessen Wahlfeier. Der Sieger fand tröstende Worte für den Verlierer: «Das Ergebnis ist zu krass und spiegelt nicht deine Leistungen wider.» Bon habe in den letzten Jahren viel bewirkt und die Stadt aus dem Dornröschenschlaf gerissen. «Er hat es aber in den letzten vier Jahren versäumt, die Bevölkerung ins Boot zu holen.» Es brauche jetzt andere Qualitäten, um weiter vorwärts zu kommen, «auch wenn vieles gut aufgegleist ist».

Der abgewählte Stadtpräsident David H. Bon gratuliert Roger Martin (links) zur Wahl. (Bild: Andrea Stalder)

Der abgewählte Stadtpräsident David H. Bon gratuliert Roger Martin (links) zur Wahl. (Bild: Andrea Stalder)

Gratulationen konnte Martin auch von Norbert Senn entgegennehmen, den Bon vor acht Jahren aus dem Amt gedrängt hatte.

Der vor acht Jahren aus dem Amt gedrängte Norbert Senn (links) im Gespräch mit Roger Martin. (Bild: Andrea Stalder)

Der vor acht Jahren aus dem Amt gedrängte Norbert Senn (links) im Gespräch mit Roger Martin. (Bild: Andrea Stalder)

Resultat motiviert und verpflichtet

Das Resultat sei für ihn ein klarer Auftrag, als Stadtpräsident alles zu geben, um die hohen Erwartungen an ihn zu erfüllen, sagte Martin. Das sei aber nur im Zusammenspiel mit dem Stadtrat, der Verwaltung, den Parteien sowie Vertretungen aus Wirtschaft und Gesellschaft möglich. «Ich bin keine One-Man-Show». Seine Absicht, sich für ein menschliches und starkes Romanshorn einzusetzen, werde «nur im Dialog erreicht, den ich natürlich mit allen Romanshorner Bürgern und Bürgerinnen pflegen möchte. Nur gemeinsam sind wir stark.» Es sei deshalb «ganz, ganz dringend», dass sich nach dem Wahlkampf die Reihen hinter ihm wieder schliessen. «Ich erwarte, eine Chance zu bekommen, um mich beweisen zu können.»

Es gebe diverse Baustellen in der Hafenstadt. «Wir müssen uns aber zuerst einen Überblick verschaffen, bevor wir etwas verändern.» Die Finanzen seien nach wie vor «ein grosses Thema», trotz des guten Abschlusses im letzten Jahr. Aber auch die Belebung des Zentrums sowie der Bau einer Mehrzweckhalle müssten in der politischen Agenda hohe Priorität haben. «Es kann nicht sein, dass beispielsweise der Turnverein seine Abendunterhaltung auf Dauer in Salmsach durchführt.»

Zeit reif für Wechsel

«Die Zeit war reif für einen Wechsel im Stadtpräsidium Romanshorn, die Bevölkerung hat eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass Roger Martin die richtige Wahl ist», sagte Urs Köppel, Sprecher des Wahlkomitees. Der deutliche Sieg sei eine Bestätigung des bodenständigen, ehrlichen und persönlichen Wahlkampfs, den Martin geführt habe. Er habe es geschafft, Wählerinnen und Wähler aus den verschiedensten Parteien hinter sich zu scharen: «Dies ist Ausdruck eines neuen Miteinanders, das wir in Romanshorn dringend brauchen.» Köppel bedankte sich nicht nur bei Martins Wahlkomitee, das einen grossen Einsatz geleistet habe. Er hob auch die tragende Rolle der Findungskommission hervor, die gut geplant und eine echte Auswahl mit ihrem grossen Engagement erst ermöglicht habe.

Das «Wir-Gefühl» stärken

Roland Hugentobler als Sprecher der Findungskommission meinte, dass eine harmonierende Gemeinschaft der Kern für ein gutes Zusammenleben sei. Im Vorfeld der Wahlen seien von verschiedenen Seiten kritische Stimmen laut geworden. Dies habe die Findungskommission bewogen sich zu engagieren: «Die beiden Wahlgänge haben gezeigt, dass unsere Wahrnehmung richtig war und Handlungsbedarf besteht.» Hugentobler gratulierte Martin und erinnerte ihn gleichzeitig an die Verpflichtung, sich für das Wohl der Gemeinschaft zu engagieren. Es gelte, das «Wir-Gefühl» in Romanshorn zu stärken. Als teamfähige und lokal verwurzelte Persönlichkeit könne Martin viel dazu beitragen.

Martin will Wohnsitz bald wechseln

Martin hob hervor dass die Stadtverwaltung Romanshorn bereits weitsichtig vorausgedacht habe und für eine gute Einarbeitung sowie einen reibungslosen Übergang sorgen werde: «Ich freue mich auf die konstituierende Sitzung des neuen Stadtrats am 30. April, den offiziellen Amtsantritt am 1. Juni und darauf, bald in Romanshorn Wohnsitz zu nehmen.»

Mehr zum Thema:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.