Stadtparlament Weinfelden diskutiert über Strassen, Schutz und Sicherheit

Das Stadtparlament hat am Donnerstag über die Klimastrategie diskutiert und zwei Mitglieder verabschiedet. Stadtrat Hans Eschenmoser informierte über die Lage zum Corona-Virus.

Sabrina Bächi
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Wegen der Corona-Virus Schutzbestimmungen sitzen die Stadtparlamentarier am Donnerstagabend weit auseinander.

Wegen der Corona-Virus Schutzbestimmungen sitzen die Stadtparlamentarier am Donnerstagabend weit auseinander.

(Bild: Sabrina Bächi)

Ein seltsames Bild: Die Tische weit auseinander, statt nebeneinander sitzen gilt zwei Meter Abstand. Das obligate Händeschütteln lassen die Politiker weg. «Wir haben intensiv darüber diskutiert, ob die Sitzung heute stattfindet», sagt Stadtparlamentspräsidentin Alexandra Beck in ihrer Eröffnungsrede.

Sie habe schliesslich am Donnerstagnachmittag entschieden, die Sitzung durchzuführen. Denn: «Ich will den Alltag so lange als irgend möglich aufrecht erhalten.» Sie appeliert aber auch an die Vorbildfunktion der Parlamentarierinnen und Parlamentarier.

Klares Ja zur Sanierung der Walkestrasse

Auf der Traktandenliste stehen nur zwei Vorlagen zur Diskussion. Über die Sanierung der Walkestrasse für 760'000 Franken herrscht Einigkeit darin, dass sie sanierungsbedürftig ist. «Die Vorlage macht einen guten Eindruck. Mich stört aber, dass wieder Wiese zuasphaltiert wird. Ich bitte den Stadtrat im Gegenzug dafür ein paar Bäume zu pflanzen», sagt Marcel Preiss (GLP).

Reto Frei (GP) findet, das Projekt solle noch warten, bis alle freien Flächen verbaut sind. Der zuständige Stadtrat Daniel Engeli (SVP) gibt zu bedenken, dass man wegen der mangelnden Sicherheit für den Langsamverkehr nicht warten könne. «Es ist für Velofahrer und Fussgänger gefährlich.» Mit 24 Ja- zu 2 Nein-Stimmen heisst das Parlament den Kredit gut.

Zivilschutz ist gerüstet für das Corona-Virus

Beim Traktandum Verschiedenes ergreift Stadtrat Hans Eschenmoser (SVP) das Wort. Er informiert über die Lage in Weinfelden hinsichtlich des Corona-Virus. «In Weinfelden laufen die Betriebe und die Verwaltung weiter», sagt er.

Hans Eschenmoser, Stadtrat

Hans Eschenmoser, Stadtrat

(Bild: PD)
«Am Samstag gab es im Bezirk sechs Personen, die mit Verdacht auf eine Corona-Virus-Erkrankung in Quarantäne waren.»

Der Zivilschutz habe nun seit Donnerstag die Aufgabe gefasst, Hygienemasken an medizinische Institutionen auszuliefern. Des Weiteren sei der Führungsstab des Zivilschutzes in erhöhter Bereitschaft. «Wir sind gewappnet», sagt Eschenmoser.

Eine Frau mehr im Parlament

Zum Schluss verabschiedet Alexandra Beck zwei langjährige Mitglieder. Für Susanna Brüschweiler (EVP) und Samuel Curau (JA) war es die letzte Sitzung. Brüschweiler will sich neuen Aufgaben widmen. «Ausserdem hat sich mit Nina Beerli eine parteiinterne Nachfolge abgezeichnet. Es war mir zudem wichtig, dass eine junge Frau nachrückt», sagt sie.

Curau verlässt das Parlament, weil er 34 Jahre alt wird und dann zu alt ist für eine Jungpartei. Für ihn wird Petra Merz nachrücken. Damit erhöht sich der Bestand an Frauen im Weinfelder Parlament auf sieben.

Beantwortung Interpellation Energie- und Klimastrategie

«Lieferä statt Lafärä»

Mit 24 Ja-Stimmen zeigten die Parlamentarier, dass sie über die Beantwortung der Interpellation zur Energie- und Klimastrategie der Stadt diskutieren wollen. Interpellant Reto Frei (GP) monierte nochmals die fehlende Strategie, weitere Voten von Beat Brüllmann (FDP) oder Stefan Wolfer (SVP) lobten die kleinen aber steten Schritte der Stadt. «Der Stadtrat macht keine Versprechungen, sondern liefert Resultate», lobt etwa Wolfer. Einig sind sich alle, dass man über die guten Taten im Bereich Klima und Energie mehr informieren sollte. Stadtrat Bornhauser dazu: «Ich bin halt eher der Typ ‹lieferä statt lafärä›.» (sba)

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