Stadt Bischofszell soll eine Zentrumszone erhalten

Mit der Vernehmlassung tritt die Revision der Ortsplanung in eine entscheidende Phase. Zum Auftakt informierten die Planer Tobias Thaler und Olaf Wolter über wichtige Änderungen. Stadtpräsident Thomas Weingart lud die Einwohner zum Dialog ein.

Barbara Hettich
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Versammlungsteilnehmer nutzen in der Bitzihalle die Gelegenheit, die Pläne im Detail zu studieren. (Bild: Barbara Hettich)

Versammlungsteilnehmer nutzen in der Bitzihalle die Gelegenheit, die Pläne im Detail zu studieren. (Bild: Barbara Hettich)

«Bischofszell wird sich in den kommenden Jahren nicht rasant entwickeln.» Dies ist die Einschätzung von Tobias Thaler vom Planungsbüro Suter von Känel-Wild.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Olaf Wolter erklärte er auf Einladung des Stadtrats Bischofszell am Montagabend in der Bitzihalle die Ausgangslage und die Pläne zur Revision der Ortsplanung, welche jetzt zur Vernehmlassung bei der Bauverwaltung öffentlich aufliegen.

Abstimmung voraussichtlich im Jahr 2020

Seit dem Jahr 2014 sei auf Stadtgebiet zwar viel gebaut worden, stellte Thaler fest, der Leerwohnungsbestand habe sich dementsprechend aber auch erhöht.

Die Ortsplanung beinhaltet behördenverbindliche Richtpläne zu den Themen Siedlung, Natur/Landschaft und Verkehr sowie den Nutzungsplan, der mittels Zonenplan und Baureglement die Nutzung für jedes Grundstück klar definiert.

Über diesen Nutzungsplan werden die Stimmberechtigten der Stadt Bischofszell voraussichtlich im Frühling 2020 abstimmen. Mit dem neuen Raumplanungsgesetz, das die Schweizer Stimmberechtigten im Jahr 2013 klar angenommen haben, werden die Gemeinden angehalten, mit dem Boden haushälterisch umzugehen.

Dementsprechend wurde der Zonenplan der Gemeinde Bischofszell angepasst: Baugebiete in gefährdeten Lagen, am Siedlungsrand oder entlang der Sitter wurden in die Landwirtschafts- oder Landschaftsschutzzone umgeteilt oder in weniger gefährliche Gebiete verlagert – dies immer in Absprache mit den Grundeigentümern.

Kompakteres Baugebiet entsteht

Die Zone für experimentelles Bauen wurde ganz aufgegeben: Ein Drittel der Parzelle wurde in die Wohnzone umgeteilt, zwei Drittel kamen in die Landwirtschaftszone. Das Siedlungsgebiet wurde insgesamt um 2,73 Hektaren verkleinert.

«Das Baugebiet wird kompakter», erklärte Olaf Wolter. Dafür würden die Grundeigentümer mehr Möglichkeiten erhalten, das Land zu nutzen. Es kommt zur Einführung neuer Begriffe. Wie man künftig eine Parzelle überbauen kann, bestimmt das neue Baureglement.

Die Regionalplanungsgruppe Mittelthurgau hat ein Musterbaureglement erarbeitet, das den neuen Vorschriften zur Harmonisierung der Masseinheiten entspricht. «Die Ausnützungsziffer wird durch die Überbauungsziffer abgelöst», erläuterte Olaf Wolter.

Mehr Gestaltungsraum für Bauherrschaft

Die Überbauungsziffer werde eine Verdichtung bis zu 30 Prozent ermöglichen, das Ortsbild jedoch nicht sprengen, sagte Wolter. Für die Gebäudehöhe sei nicht mehr die Firsthöhe, sondern beim Steildach die Oberkante Sparren und bei einem Flachdach der oberste Punkt massgebend.

Auf die Geschosszahlen wird laut Wolter verzichtet, was den Bauherren mehr Gestaltungsraum gebe. Einzelne Begriffe mussten ebenso neu angepasst werden. So heisst beispielsweise die Wohn- und Gewerbezone in Zukunft Wohn- und Arbeitszone.

Planer beantworten Fragen der Bürger

Neu gibt es auch eine Zentrumszone. Die für die Zentrumsentwicklung relevanten Baugebiete, beispielsweise im «Schützegüetli», wurden mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt. Nach einer Fülle von Informationen gab es in der anschliessenden Diskussionsrunde keine Fragen mehr.

«Wenn Sie mit etwas nicht einverstanden sind, dann melden Sie sich während der Vernehmlassung, damit wir eine einvernehmliche Lösung finden», sagte Stadtpräsident Thomas Weingart.

Die Vernehmlassungsfrist endet am 30. April. Die Planer stehen am 16. März von 9 bis 13 Uhr und am 25. März von 15.30 bis 19.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen im Internet: www.bischofszell.ch unter dem Stichwort «Projekte».