Stadt Amriswil steuert auf weiteren Überschuss zu

Die Gemeindeversammlung ging ohne Opposition über die Bühne. Sowohl das Budget 2019 wie auch der gleichbleibende Steuerfuss wurden genehmigt. Zudem stellte Stadtpräsident Martin Salvisberg einen deutlich besseren Abschluss 2018 in Aussicht.

Rita Kohn
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Martin Salvisberg führte zum letzten Mal als Stadtpräsident durch die Versammlung. (Bild: Andrea Stalder)

Martin Salvisberg führte zum letzten Mal als Stadtpräsident durch die Versammlung. (Bild: Andrea Stalder)

Dass das Budget der Stadt Amriswil ein Defizit ausweist, ist nichts Neues. Das ist auch beim Budget 2019 der Fall, obwohl der budgetierte Fehlbetrag mit 370000 Franken geringer ausfällt als der für das Jahr 2018 prognostizierte von 631600 Franken.

Erstaunen mochte gestern Abend auch die Ankündigung von Stadtpräsident Martin Salvisberg, dass die Einnahmen über Budget liegen, nicht. Aber dass die Rechnung 2018 um rund 1,47 Millionen Franken besser abschliessen dürfte als vor einem Jahr prognostiziert, brachte den einen oder anderen Stimmberechtigten dazu, die Augenbrauen hochzuziehen.

Die Stimmberechtigten hiessen das Budget 2019 einstimmig gut. (Bild: Andrea Stalder)

Die Stimmberechtigten hiessen das Budget 2019 einstimmig gut. (Bild: Andrea Stalder)

Man habe für 2019 optimistischer budgetiert als in den letzten Jahren, versicherte der Stadtpräsident. Der Finanzplan sieht vor, dass der Steuerfuss zum letzten Mal bei 63 Prozent bleibt, 2020 soll er voraussichtlich auf 68 Prozent steigen. «Man wird sehen, wie es dann tatsächlich kommt», schwächte Martin Salvisberg diese Prognosen ab.

Er betonte jedoch gleichzeitig, wie bedeutend es sei, einen Mittelrückfluss zu haben, um den finanziellen Spielraum zu erhalten. Da auf die Stadt grössere Ausgaben für die im Bau befindliche Infrastruktur zukommen, wird es in den nächsten Jahren etwas enger.

Ein besorgniserregendes Ausmass

In den vergangenen Monaten war zu hören, dass die Verschuldung der Stadt Amriswil ein besorgniserregendes Ausmass angenommen habe. Martin Salvisberg relativierte dies. Tatsächlich liege die Bruttoverschuldung derzeit bei rund 65 Millionen Franken. Allerdings liege das vor allem daran, dass Amriswil ein Finanz-Pooling betreibe. Das heisst, dass die Stadt zu günstigen Konditionen für die REA, die Feuerwehr oder auch das Alters- und Pflegezentrum Geld aufnimmt.

Diese Institutionen, die eine eigene Rechnung führen, hätten bedeutend weniger vorteilhafte Konditionen, müssten sie selber Fremdkapital aufnehmen. «Die Bruttoverschuldung der Stadt selber liegt zwischen 30 und 35 Millionen Franken und bewegt sich im grünen Bereich», versicherte Martin Salvisberg.

220 Stimmberechtigte waren zur Versammlung ins Pentorama gekommen. (Bild: Andrea Stalder)

220 Stimmberechtigte waren zur Versammlung ins Pentorama gekommen. (Bild: Andrea Stalder)

Die 220 Stimmberechtigten, die zur Versammlung gekommen waren, hiessen das Budget 2019 und den gleichbleibenden Steuerfuss einstimmig gut. Ein einziges Votum bezog sich auf die Einkünfte durch das neue Verkehrsregime. Diese lägen bei rund 36000 Franken, sagte der Stadtpräsident.

Zehnte und letzte Versammlung von Martin Salvisberg

Für Martin Salvisberg war die Gemeindeversammlung vom gestern Abend die zehnte und letzte in seiner Amtszeit als Stadtpräsident. In einem kurzen Rückblick streifte er die wichtigsten Ereignisse des zu Ende gehenden Jahres und dankte den Organisatoren, die einige aussergewöhnliche Anlässe möglich gemacht hätten. Lobende Worte fand der Stadtpräsident für die verschiedenen Spitzensportler, die durch ihre Erfolge den Ruf von Amriswil in die Welt hinaus getragen haben. Er warf auch einen Blick zurück auf die ausserordentliche Gemeindeversammlung vom Juni, die ein Unikum in seiner Amtszeit war. Zum letzten Mal dürften auch die Einbürgerungen von der Gemeindeversammlung behandelt worden sein, hier stimmt Amriswil im Mai über eine Änderung ab.