Roboter packt in Romanshorn mit an

Die Stabro AG mit Standort in Romanshorn ist schweizweit der erste Betrieb mit modernster Fertigungszelle.

Eva Wenaweser
Drucken
Teilen
Die neue Roboterfertigungszelle der Stabro AG in Romanshorn. (Bild: Reto Martin)

Die neue Roboterfertigungszelle der Stabro AG in Romanshorn. (Bild: Reto Martin)

«Mit dem gleichen Bestand an Personal, können wir die Aufträge nun besser bewerkstelligen», sagt Marcel Dietsche, Geschäftsführer der Stabro AG in Romanshorn bei der Einführung eines neuen Roboters. Mit dieser aus Holland importierten Fertigungszelle, mache die Firma einen grossen Sprung nach vorne. Dieser Weg habe jedoch bereits vor fünf Jahren mit der ersten Automatisation begonnen. Mit dem Roboter sei es jetzt aber möglich, eine höhere Produktion mit weniger Manpower zu bewerkstelligen. Der Roboter nehme das Teil entweder von den bereitliegenden Paletten oder direkt aus dem Rohteilspeicher und befördere es zur Maschine. Nach deren Fertigstellung lege es der Roboter auch wieder zurück und nehme daraufhin das nächste Stück. Um den Roboter noch effizienter zu nutzen und die Wartezeiten dazwischen zu verkürzen, sei bereits eine zweite Maschine geplant.

Die Arbeiten, die sie früher nur knapp rechtzeitig beenden konnten, seien jetzt ohne Weiteres zu schaffen. Mit dem Ziel, die aktuell noch produktionsfreie Zeit in der Nacht und am Wochenende zu füllen, kann die Maschine bei optimaler Nutzung des Roboters rund um die Uhr arbeiten.

«Durch die Anlage haben wir unser Potenzial wesentlich vergrössert.»

Als erster von vielen vergleichbaren Betrieben in der Schweiz, seien sie mit dieser Zelle konkurrenzfähig und hätten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Firmen. Daher ist es laut Dietsche wichtig, dass sie diesen Schritt in Richtung Zukunft gemacht haben.

Marcel Dietsche, Geschäftsleiter der Stabro AG. (Bild: Reto Martin)

Marcel Dietsche, Geschäftsleiter der Stabro AG. (Bild: Reto Martin)

Kleiner Betrieb mit grossen Zielen

Obwohl die Stabro AG mit 10 Mitarbeitenden ein kleiner Betrieb ist, habe sich die Investition von rund 800000 Franken in den Roboter für Dietsche gelohnt. Ihm ist es wichtig, das Potenzial auszuschöpfen und weiter zu denken. Sein Ziel ist eine komplett automatisierte und vernetzte Firma. Die Bedienung der Anlagen im Betrieb werde aber dadurch nicht anspruchsvoller. Lachend sagt Dietsche:

«Auf Grund der Einfachheit der Roboterfertigungszelle, traue sogar ich mich, diese zu bedienen. Das ist bei den Maschinen nicht der Fall.»

Man müsse nur die gewünschte Breite und Höhe des Stücks einstellen und der Rest passiere fast wie von alleine.

Die häufigsten Absatzorte ihrer Produkte seien neben der Schweiz auch Deutschland, Tschechien und die Vereinigten Staaten. Mit der neuen Roboterzelle, wolle man auch das Exportnetz vergrössern.

Maschine als Anreiz für neue Mitarbeiter

Mit der neuen Fertigungszelle sei die Firma attraktiver für bestehendes und neues Personal. «Wenn die jungen Leute so eine Anlage sehen, sind sie begeistert und bleiben, beziehungsweise kommen gerne», sagt Dietsche. Aktuell suche das Unternehmen zwar keine neuen Mitarbeiter, wenn das so weitergehe, könne sich das aber bald ändern. Dietsche hofft, dass der neue Roboter dann ein Vorteil für die Firma ist. Es werde immer schwerer, gute Polymechaniker zu finden. Das Berufsbild habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Mit seinem Leitspruch «immer vorwärtsschauen», sei er auf gutem Weg sich als Kleinunternehmer gegen andere, ähnliche Betriebe durchzusetzen.