Sportmarketing
Netzwerk für die Randregion Thurgau: Wie eine Fotobox des FC St. Gallen für Lächeln sorgt

Im Thurgau treffen sich die wichtigsten Sportfunktionäre. Diesmal geht es um Digitalmarketing und Führen in der Krise. Den Anlass angestossen hat Topsport Event Thurgau. Wer steckt hinter der losen Vereinigung? Und was hat sie zum Ziel?

Matthias Hafen
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In gediegenem Rahmen lauschen die Thurgauer Sportfunktionäre dem Vortrag von Sandro Dal Farra vom FC St.Gallen.

In gediegenem Rahmen lauschen die Thurgauer Sportfunktionäre dem Vortrag von Sandro Dal Farra vom FC St.Gallen.

Matthias Hafen

Sandro Dal Farra nimmt das Publikum an diesem Mittwochabend in Weinfelden auf eine Reise. Auf die gleiche Reise, die ein Fan des FC St.Gallen antritt, wenn er sein Ticket für ein Super-League-Spiel kauft. Dal Farra, Leiter Digital und Ticketing bei der FC St.Gallen Event AG, zeigt in seinem Vortrag auf, was heutzutage alles möglich ist punkto «Customer Journey». Das Marketing-Schlagwort steht für die hohe Kunst, an Geld und vor allem an Daten der Kundschaft zu kommen, so, dass sie sich dabei auch noch gut fühlt. Das fängt an beim Bedrucken des Tickets mit einem Promo-Code einer Firma, geht weiter über Animationen und kleine Wettbewerbe in der App, führt zu einer Fotobox vor dem Stadion, in der sich die Fans ihr Lächeln auf Polaroid-Papier abholen, spiegelt sich in interaktiver Bandenwerbung und endet irgendwo nach der Partie mit professionell aufbereiteten Videobeiträgen auf der klubeigenen Website.

Die Weiterführung des einstigen «starken Trios»

Dal Farras Publikum an diesem Abend sind Funktionäre verschiedenster Sportklubs und -verbände im Thurgau. Sie folgten der Einladung von Topsport Event Thurgau, hinter der primär Markus Wiedmer, Gesamtleiter von Thurgau Unihockey, und Patrick Küng, Präsident des Thurgauer Fussballverbands, stehen. Unter dem Patronat der Thurgauer Kantonalbank, die für den Anlass die Räumlichkeit inklusive Catering an ihrem Hauptsitz in Weinfelden zur Verfügung stellte, organisierten sie erstmals seit Beginn der Coronapandemie wieder einen Vortragsabend. Er soll den verschiedenen Sportklubs des Kantons zur Horizonterweiterung und zum Netzwerken dienen. Vor Dal Farras «Customer Journey» hatte HC-Thurgau-Präsident Thomas Müller über die Führung in Krisenzeiten referiert und den Zuhörenden einen Einblick in seine Arbeit in Diensten von Thurgaus sportlichem Leuchtturm gegeben.

Topsport Event Thurgau versteht sich als lose Vereinigung und ist quasi die Weiterführung des sogenannten «starken Trios», das aus dem kantonalen Sportamt, der Vereinigung Thurgauer Sportverbände und der Thurgauer Kantonalbank bestand. «Der lockere Rahmen soll den Aushängeschildern des Thurgauer Sports die Möglichkeit geben, sich untereinander auszutauschen», sagt Mitinitiator Markus Wiedmer.

Zusammen ist man schweizweit stärker

Als Vorstandsmitglied des NLB-Klubs Floorball Thurgau ist es Wiedmer ein Anliegen, dass die Sportbewegung im Kanton auf Funktionärsebene aktiv bleibt. Er sagt:

«Wir wollen den Funktionären im Thurgauer Spitzensport eine Stimme geben.»

In der Ostschweiz müsse man stets auf der Hut sein, um nicht abgehängt zu werden. «Mit unserem Netzwerk wollen wir dazu beitragen, den Nachteils des Thurgaus als Randregion zu kompensieren.» Dabei sind nicht nur die Exponenten der landesweit bekannten Klubs wie HC Thurgau, Volley Amriswil oder HSC Kreuzlingen willkommen, sondern auch Vertreter der regionalen Fussballklubs, Leichtathletik-Vereinigungen und anderen Sportvereinen. Für sie gilt wie für die Werber auf der «Customer Journey»: Man muss nicht den ganzen Weg mitgehen, um erfolgreich zu sein. Man kann auch weiterkommen, indem man den Teil für sich herausnimmt, den man zu seinem Vorteil verwenden kann.

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