Die Gegner des geplanten Abenteuerspielplatzes in Romanshorn sind enttäuscht

Nach Meinung des Thurgauer Heimatschutzes ist das Verwaltungsgericht blind auf einem Auge.

Markus Schoch
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Visualisierung des Abenteuerspielplatzes auf der Romanshorner Bunkerwiese.

Visualisierung des Abenteuerspielplatzes auf der Romanshorner Bunkerwiese.

(Bild: PD)

Es ist die Ignoranz, die Uwe Moor am meisten zu schaffen macht. Über 1'000 Personen hätten sich mit ihrer Unterschrift auf einer Petition gegen den Bau des Abenteuerspielplatzes der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS) ausgesprochen. Doch weder ihre Bedenken noch diejenigen der 16 Einsprecher würdige das Verwaltungsgericht auch nur mit einem Wort, ärgert sich der Präsident des Thurgauer Heimatschutzes. «Es schmettert in seinem Urteil alle unsere Argumente und Einwände einfach ab, ohne darauf einzugehen.» Der Wunsch vieler Menschen auf die weiterhin freie und ungehinderte Zugänglichkeit der Bunkerwiese habe für die Richter Null Bedeutung.

«Es zählt nur das wirtschaftliche Interesse und der Profit. Das enttäuscht mich.»

Der IG Pro Bunkerwiese als Sammelbecken der Gegner vor Ort geht es genau gleich. «Der kostenpflichtige Spielplatz mit ca 300 Besuchern täglich wird die Idylle zerstören», heisst es in einer Mitteilung. Mit der Ruhe sei es vorbei, wenn die SBS ihr Projekt verwirklicht habe. «Das geplante Verweilen am See auf einem schmalem Streifen neben einem hohem Absperrzaun ist inakzeptabel. Das Ökosystem wird leiden, Wasservögel vom Lärm vertrieben», heisst es weiter. «Es ist unsere Pflicht, die Natur zu schützen und diesen öffentlichen Raum für uns und kommende Generationen freizuhalten.»

Seeufer wird kommerzialisiert

Für Moor kommt der Freipass für die SBS nicht überraschend. «Er ist kein Einzelfall.» Schon beim Streit um die Schutzwürdigkeit des Hotel Metropol in Arbon habe das Verwaltungsgericht ökonomische Interessen über alles andere gestellt und damit der Kommerzialisierung des Seeufers Vorschub geleistet. Es sei ein Wertewandel in Gange, der seinen politischen Ausdruck in der Motion der beiden SVP-Kantonsräte Manuel Strupler und Pascal Schmid finde, die den Denkmalschutz aushöhlen wollten.

Uwe Moor, Präsident des Thurgauer Heimatschutzes.

Uwe Moor, Präsident des Thurgauer Heimatschutzes.

(Bild: PD)

Für Moor der völlig falsche Ansatz: Denn öffentliche Grünanlagen wie die Bunkerwiese würden künftig «sehr wichtig», weil es in den Städten durch die Innere Verdichtung zunehmend eng werde. «Solche Oasen fehlen vom Hafen bis zur Salmsacher Bucht», schreibt die IG Bunkerwiese.

Unverständlich ist für Moor das Vorhaben der SBS vor allem auch deshalb, weil diese bis jetzt vieles richtig gemacht habe. Mit dem Abenteuerspielplatz schiesse sie aber weit übers Ziel hinaus. «Warum geht es nicht etwas bescheidener?», fragt sich Moor.

Kampf ums «Metropol»: Am Schluss fehlte das nötige Geld

Ob der Heimatschutz das Urteil ans Bundesgericht zieht, ist offen. «Wir machen das nicht leichtfertig», sagt Moor. Auch mit Blick auf die finanziellen Folgen. Zur Erinnerung: Den Kampf gegen den Abbruch des «Metropol» gab der Heimatschutz schliesslich auf, weil ihm das Geld fehlte.

Wie weiter?

Gegner laden am Mittwoch zur Diskussion

Der Abenteuerspielplatz «Robins Horn» darf laut Urteil des Thurgauer Verwaltungsgerichtes auf der Bunkerwiese gebaut werden. Ob und wie dies noch verhindert werden kann, darüber wollen der Thurgauer Heimatschutz und engagierte Privatpersonen morgen Mittwoch, 11. Dezember, um 19.30 Uhr im Park-Hotel Inseli diskutieren. Nach einer Vorstellung wird das weitere Vorgehen erörtert. Die Veranstaltung ist öffentlich: «Alle, die diese Sache unterstützen und diesen Park als Erholungsraum erhalten wollen, sind herzlich dazu eingeladen», heisst es in einer Mitteilung der IG Pro Bunkerwiese. (red)