Spielplatz-Gegner in Romanshorn geben noch nicht auf

Die IG Bunkerwiese und der Thurgauer Heimatschutz glauben weiter an ihre Chance und lassen ihre Erfolgsaussichten vor Bundesgericht von einem Anwalt klären.

Markus Schoch
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Die Gegner des Abenteuerspielplatzes wollen die Bunkerwiese am liebsten frei halten..

Die Gegner des Abenteuerspielplatzes wollen die Bunkerwiese am liebsten frei halten..

Reto Martin

Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerden der Einsprecher zwar in allen Punkten abgewiesen. Trotzdem wollen die Gegner des 3-Millionen-Projektes der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS) die Flinte noch nicht ins Korn werfen. Am Mittwochabend haben sie im Rahmen einer von rund 20 Personen besuchten und von der IG Bunkerwiese beziehungsweise dem Thurgauer Heimatschutz organisierten öffentlichen Versammlung entschieden, ihre Erfolgsaussichten vor Bundesgericht durch einen aussenstehenden Anwalt aus dem Kanton Solothurn prüfen zu lassen. Heimatschutzpräsident Uwe Moor sagte:

«Es ist unglaublich wichtig, dass wir herausfinden, ob noch Fleisch am Knochen ist.»

Für ihn gibt es durchaus Punkte, «an denen wir ansetzen könnten» . So habe sich der Kanton in der Bewilligung des «RobinsHorn» nur auf die Meinung von kantonalen Amtsstellen abgestützt. Es fehle eine kritische und unabhängige Aussenbetrachtung, beispielsweise durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission.

Es braucht bis am 29. Dezember einen Entscheid

Zudem sei der ideelle Werte der Bunkerwiese für die Bevölkerung in der Gesamtbeurteilung des Projektes von den Entscheidungsträgern bis jetzt fast völlig ausser Acht gelassen worden. Auch kein Thema sei die Gestaltung des Spielplatzes, obwohl es dazu einiges zu sagen gäbe: Die geplanten Bauten seien «Plunder», sagte einer.

Uwe Moor, Präsident des Thurgauer Heimatschutzes.

Uwe Moor, Präsident des Thurgauer Heimatschutzes.

(Bild: Sabrina Bächi)

Die Zeit ist knapp: Bis spätestens am 29. Dezember müssen die Beschwerdeführer entschieden haben, ob sie weiter machen oder die Sache auf sich beruhen lassen. Die Teilnehmer der Orientierungsversammlung erklärten sich vor diesem Hintergrund bereit, die Kosten für die Urteilsanalyse im Betrag von rund 1000 Franken zu tragen. «Wenn diese ergibt, dass unsere Chancen bei über 50 Prozent liegen, sollten wir den Schritt ans Bundesgericht wagen», meinte einer. Andere sahen es gleich. Der definitive Entscheid soll fallen, wenn die Einschätzung des Anwaltes vorliegt - voraussichtlich noch vor Weihnachten.

Das finanzielle Risiko ist nicht unerheblich. Moor geht davon aus, dass sich die Rechnung bei einer Niederlage in Lausanne auf ungefähr 15'000 Franken belaufen könnte - so viel kostete die Einsprecher bereits das Verfahren vor Verwaltungsgericht. «Der Thurgauer Heimatschutz wird nicht in der Lage sein, alles zu übernehmen», machte Moor klar.

Die Bevölkerung soll helfen

Die Gegner hoffen auf finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Rede war von einem Crowdfunding, das organisiert werden könnte. Es hätten seinerzeit über 1000 Personen die Petition unterschrieben, die den Verzicht auf den Bau des Abenteuerspielplatzes forderte. «Wenn jeder von ihnen 10 Franken geben würde, hätten wir schon einen grossen Teil des nötigen Geldes in der Kasse», meinte einer. Christoph Müller von der IG Bunkerwiese zeigte sich zuversichtlich, dass Dritte ihr Portemonnaie öffnen, wenn sie damit helfen können, die Bunkerwiese frei zu halten.

Christoph Müller von der IG Bunkerwiese.

Christoph Müller von der IG Bunkerwiese.

(Bild: Markus Schoch)

Viele der Versammlungsteilnehmer fragten sich, wie die SBS überhaupt auf die Idee gekommen war, einen solchen Spielplatz zu projektieren. «Wir sind uns alle einig, dass die Bauherrschaft damit schlecht beraten ist». Einer sagte:

«Mit diesem statischen und dilettantischen Konzept aus den 1970er Jahren kann die Rechnung niemals aufgehen.»

Es sei weder Fisch noch Vogel. Niemand werde für dieses wenig attraktive Angebot Eintritt zahlen. Indem sie die Anlage einzäune, schneide sich die SBS zudem ins eigene Fleisch. Die Besucher des Freizeitparks könnten so gar nicht ans Wasser. «Es ist einfach unverantwortlich, einen solchen Fremdkörper in die Landschaft zu stellen», meinte einer.

Visualisierung des geplanten Freizeitparks.

Visualisierung des geplanten Freizeitparks.

(Bild: PD)