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Der FC Luzern kann kommen: Wie sich die Amateure von Calcio Kreuzlingen auf den Cup-Knüller vorbereiten

Bei Calcio Kreuzlingen müssen vor dem Cupspiel gegen den Super-League-Club Luzern alle anpacken, ganz besonders Vincenzo Maiorana. Der 30-jährige Thurgauer ist Kassier des Vereins, OK-Chef für den Cup-Anlass und wird am Sonntag um 16 Uhr nicht zuletzt auch als Spieler gebraucht.
Matthias Hafen
Vincenzo Maiorana posiert auf dem Sportplatz Burgerfeld mit dem Cup-Dress, das Calcio Kreuzlingen am Sonntag tragen wird. (Bild: Mario Gaccioli)

Vincenzo Maiorana posiert auf dem Sportplatz Burgerfeld mit dem Cup-Dress, das Calcio Kreuzlingen am Sonntag tragen wird. (Bild: Mario Gaccioli)

Eigentlich müsste sich Vincenzo Maiorana aufs Training vorbereiten. Doch der 30-jährige Mittelfeldspieler von Calcio Kreuzlingen schleppt auf dem Sportplatz Burgerfeld Eisenstangen durch die Gegend. Sie werden für das Festzelt gebraucht, das eigens für das Cupspiel vom Sonntag um 16 Uhr gegen den FC Luzern aufgestellt wird. So wie Maiorana geht es in den Tagen vor dem Knüller vielen im Verein.

Für die AS Calcio Kreuzlingen ist der Auftritt in der Hauptrunde des Schweizer Cups eine Premiere. Deshalb hat sich der Verein aus der 2. Liga interregional entschieden, den Anlass durchzuführen. Die Auflagen vom Verband, von der Polizei und von den Behörden, die den Anlass bewilligen mussten, seien indes enorm, sagt Maiorana. Alleine die Sicherheitskosten betrügen über 50000 Franken. Ein Betrag, der mit dem Startgeld von 3000 Franken und Fernsehgeldern in ähnlicher Höhe niemals aufgewogen wird. «Nach der Auslosung haben wir uns riesig gefreut», sagt Maiorana, der auch Kassier des Vereins ist und für das Cupspiel als OK-Chef amtet. «Als uns dann bewusst wurde, was da organisatorisch auf uns zukommt, schluckten wir zuerst einmal leer.»

Mit 2500 Zuschauern stimmt die Kasse

Gross Geld verdienen kann Calcio Kreuzlingen mit dem Spiel gegen den FC Luzern nicht – auch wenn es vom Schweizer Fernsehen live in alle Deutschweizer Haushalte übertragen wird. Die hohen Sicherheitskosten wurden mit einer Aktion wettgemacht, bei der das Trikotsponsoring für diese Partie verlost wurde. Daneben seien aber etwa 2500 Zuschauer nötig, um eine schwarze Null zu schreiben, sagt Maiorana. Bis am Mittwoch waren 1600 Tickets verkauft – rund 400 davon an die Fans des FC Luzern. «Wir wünschen uns in erster Linie ein Fussballfest für den Verein, die Stadt und alle Beteiligten», sagt der Spielmacher und OK-Chef.

Das eigens für das Cupspiel hergestellte Trikot von Calcio Kreuzlingen ist bewusst schlicht gehalten. Weder die blaue Vereinsfarbe noch das Clublogo sind darauf zu sehen. «Dafür wäre der Aufwand zu gross gewesen», sagt Vincenzo Maiorana. (Bild: Mario Gaccioli)

Das eigens für das Cupspiel hergestellte Trikot von Calcio Kreuzlingen ist bewusst schlicht gehalten. Weder die blaue Vereinsfarbe noch das Clublogo sind darauf zu sehen. «Dafür wäre der Aufwand zu gross gewesen», sagt Vincenzo Maiorana. (Bild: Mario Gaccioli)

Das Grösste sei ohnehin, dass die AS Calcio durch die Liveübertragung im Fernsehen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht wird. «Das ist für uns unbezahlbar, denn viele wissen gar nicht, dass es nebst dem FC Kreuzlingen noch einen zweiten Fussballclub in der Stadt gibt.» Gerne hätten die Azzurri auf ihrem Heimplatz Döbeli gespielt. Doch die Anlage ist für einen Anlass dieser Grösse ungeeignet. Deshalb wich der Amateurverein, der in der letzten Saison aus der 2. Liga aufgestiegen ist, auf das Burgerfeld aus. «So haben wir quasi ein Auswärtsspiel, aber der Anlass findet wenigstens in Kreuzlingen statt», sagt Maiorana.

Als Amriswiler einst gegen Mo Salah gespielt

Während der Cup-Knüller für die AS Calcio der Höhepunkt der jungen Vereinsgeschichte ist, hat Maiorana als Spieler schon Ähnliches erlebt. Der 30-Jährige, der auf dem Döbeli angefangen hat zu kicken, gehörte 2012 dem FC Amriswil an, der damals im Cup den Ligaprimus FC Basel empfing. «Gegen Mo Salah und Alex Frei zu spielen, war unvergesslich», sagt Maiorana. Seine sportlichen Ambitionen hat er während des BWL-Studiums zu Gunsten einer beruflichen Karriere zurückgeschraubt. Zumindest für einen Tag steht am Sonntag aber wieder der Fussball zuoberst auf Maioranas Prioritätenliste.

FC Luzern von allen Seiten angeschossen

Der Zeitpunkt für eine Kreuzlinger Cup-Sensation scheint günstig. Der FC Luzern, am Sonntag um 16 Uhr Gegner des Amateurvereins Calcio, steckt vor dem Spiel in der sportlichen Krise. Die «Luzerner Zeitung» schreibt von «alarmierenden Leistungen» der Mannschaft, Fans pfeifen die Spieler aus. Vier Niederlagen reihte der FCL zuletzt aneinander, die vierte gestern Abend im Europacup gegen Espanyol Barcelona. In der Super League erzielten die Luzernern seit dem 2:0-Auftaktsieg in St. Gallen in drei Partien keinen Treffer mehr, was zuvor seit elf Jahren nie mehr der Fall gewesen war.
Die Torflaute ist das grösste Problem der Innerschweizer. Etwas, das der Cup-Aussenseiter Calcio Kreuzlingen sicher gerne hört. Medien und Fans fordern Tore der Luzerner «Die Mannschaft von Trainer Thomas Häberli bewegt sich auf keinem sicheren Fundament, sollten die Ladehemmungen in den nächsten Wochen nicht behoben werden», schreibt die «Luzerner Zeitung».
In der aktuellen Situation gerät auch Häberli unter Beschuss. «Weitere Nuller in Sion und gegen YB sowie erst recht am Sonntag bei Calcio Kreuzlingen darf er sich vor der Länderspielpause nicht leisten», heisst es weiter. Der FC Luzern reist zweifellos angeschossen aufs Kreuzlinger Burgerfeld. Dennoch glaubt Vincenzo Maiorana nicht, dass die Siegeschancen seiner AS Calcio deswegen besser sind. «Die Luzerner bleiben die Profis, wir die Amateure», sagt der Mittelfeldspieler. «Alleine aufgrund ihrer athletischen Verfassung sind sie uns überlegen.» (mat)

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