Investitionen

Spendable Stimmbürger in Bürglen: Was sie für 5,5 Millionen alles bauen wollen

An der Bürgler Gemeindeversammlung genehmigt der Souverän diverse Investitionen. Alle traktandierten Geschäfte bewilligen sie einstimmig und ohne grosse Diskussion.

Monika Wick
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Gemeindepräsident Kilian Germann führt durch die Versammlung in der Mehrzweckhalle Bürglen.

Gemeindepräsident Kilian Germann führt durch die Versammlung in der Mehrzweckhalle Bürglen.

Bild: Monika Wick

«Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung», sagt Kilian Germann, Präsident der Gemeinde Bürglen, zum Schluss der Budgetversammlung vom Montagabend. Beides scheinen die Stimmbürger dem Gemeinderat entgegenzubringen, denn sie genehmigen sämtliche Anträge diskussionslos und einstimmig. Besonders spendabel zeigen sich die 54 Stimmberechtigten (Stimmbeteiligung 2,4 Prozent) bei einem Kredit über rund 4,18 Millionen Franken für den Neubau eines Wasserreservoirs in Wertbühl. Das neue Reservoir wird das sanierungsbedürftige und zu tief liegende Reservoir in Moos ersetzen.

«Wir sind überzeugt, dass mit dem Bau des Reservoirs ein wichtiger Schritt in eine zukunftsgerichtete und dem heutigen Stand der Technik entsprechende Wasserversorgung geschaffen wird», erklärt Vizepräsident Peter Egger. Weiter genehmigte der Souverän Kredite über 785'000 Franken für die Sanierung der Ringstrasse, 360'000 Franken für die Sanierung der Einfang- und Alpsteinstrasse sowie 225'000 Franken für die Ersatzbeschaffung einer Strassenwischmaschine.

Wasser wird günstiger

Die Gemeinde vertritt den Grundsatz, in den Spezialfinanzierungen nur so viel Geld wie nötig einzunehmen. Da das Konto Wasser über 2,3 Millionen Franken angespartes Geld verfügt, verkündete der Gemeinderat die Senkung des Wasserpreises von 1.50 auf 1.20 Franken pro Kubikmeter. Im Weiteren werden Gebühren für die Abfallversorgung um 30 Prozent gesenkt und die Feuerwehrsteuer um drei Prozent reduziert.

Im Traktandum Budget weist Kilian Germann, wie schon früher durch die Presse kommuniziert, auf den Fehlbetrag von 233'000 Franken hin. «Da es für den Fehlbetrag keine plausible Erklärung gibt, haben wir Anzeige gegen Unbekannt erstattet und hoffen dadurch herauszufinden, wie der Fehlbetrag zustande kam», sagt er. Weitere Auskünfte kann Kilian Germann mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht geben.

Bedarf für Betreuung ist ausgewiesen

Barbara Keller Foletti, Gemeinderätin mit Ressort Gesellschaft, informiert über den aktuellen Stand der familienergänzenden Betreuung «FaerBe», das die Gemeinde gemeinsam mit der Schulgemeinde lanciert.

«Eine Umfrage hat gezeigt, dass ein Bedürfnis für familienergänzende Betreuung besteht. Wir werden nun eine Machbarkeitsstudie erarbeiten»

Barbara Keller Foletti ist optimistisch, dass das Projekt an der nächsten Budgetversammlung zur Abstimmung gelangt.

Acht Personen werden eingebürgert

Zu Beginn der Versammlung stellt Gemeinderat Hans-Jürg Amrhein acht einbürgerungswillige Personen vor. Auch ihrem Ansinnen stehen die Stimmbürger wohlwollend gegenüber. So wird Edanur Dagli, Bilal Karakas, Sinem Kükmen, Asli Yagmur sowie dem Ehepaar Shirete und Feti Ramadani mit ihren Kindern Amra und Anes das Bürgler Bürgerrecht gewährt. Alle erhalten zwischen 42 und 44 Ja-Stimmen.

Auf die traditionelle Einstimmung durch die Musikgesellschaft Bürglen und die feierliche Aufnahme der Jungbürger wurde aus gegebenem Anlass verzichtet.

Rechnung

Gewinn statt Verlust

Da die Rechnungsversammlung der Politischen Gemeinde Bürglen vom Frühjahr wegen der Pandemie abgesagt werden musste, hatten die Stimmberechtigten nachträglich über die Rechnung 2019 zu bestimmen. Sie schloss bei einem Ertrag von rund 10,3 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 10 Millionen Franken mit einem Gewinn von rund 300000 Franken. Budgetiert war ein Verlust von rund 78000 Franken. Das auf einem gleichbleibenden Steuerfuss von 69 Prozent basierende Budget 2021 sieht bei einem Ertrag von 9,39 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 9,35 Millionen Franken einen Verlust von rund 40000 Franken vor. «Wir rechnen damit, dass die Steuereinnahmen wegen Kurzarbeit und Betriebsschliessungen geringer ausfallen werden», gab Gemeindepräsident Kilian Germann zu Bedenken.