Spatenstich
Jetzt kommt der Wendehammer: Dank ihm fährt das Postauto bald wieder bis zum Lengwiler Bahnhof

Bahn, Carsharing, E-Bikes und ab Dezember auch wieder das Postauto: Mit der neuen Bushaltestelle erhält die Gemeinde einen Verkehrsknotenpunkt. Am Montag fand der Spatenstich statt.

Urs Brüschweiler
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Vertreter der Gemeinde Lengwil, des Kantons Thurgau, Postauto und der ausführenden Baufirmen beim Spatenstich.

Vertreter der Gemeinde Lengwil, des Kantons Thurgau, Postauto und der ausführenden Baufirmen beim Spatenstich.

Bild: Urs Brüschweiler

Das alte Bahnhofgebäude in Lengwil dient zwar seit längerem nicht mehr den Fahrgästen als Wartebereich. Dennoch ist das Haus ein Verkehrsknotenpunkt geblieben. Die Bahn realisierte vor nicht allzu langer Zeit eine neue Haltestelle direkt daneben, Carsharing-Fahrzeuge stehen dort ebenfalls bereit. Und ab Mai 2022 sollen auch E-Bikes und herkömmliche Velos zur Ausleihe bereitstehen. Ein Wunsch der Gemeinde, wie Gemeinderat Matthias Rutishauser ausführte, sei auch, dass das Postauto wieder direkt am Bahnhof Lengwil anhält. «ÖV zu ÖV», wie er es beschreibt.

Heute hält das Poschti nur beim «Sternen»

Derzeit hält das Postauto auf der Linie 924 nämlich einige hundert Meter weiter entfernt beim Restaurant Sternen. Früher konnten die kleinen Postautos den Bahnhof anfahren und hier wenden, erzählt Matthias Rutishauser. Für die langen Fahrzeuge fehlte jedoch der nötige Raum. Der Gemeinderat Lengwil will die Linie Kreuzlingen-Weinfelden aber unbedingt an die Bahn anbinden. Deshalb wird der nötige Platz nun geschaffen. Am Montag wurde der Spatenstich für einen sogenannten Wendehammer gesetzt. Eine Art Kreisverkehr mit 22 Metern Durchmesser ermöglicht dem Postauto das Umkehren auf dem Platz vor dem Bahnhofsgebäude. «Wir haben einige Probefahrten gemacht, um den minimalst nötigen Radius herauszufinden.»

Landkauf war nötig

Die Kosten von 370'000 Franken für das nicht unumstrittene Projekt hatten die Lengwilerinnen und Lengwiler im Dezember 2019 an der Gemeindeversammlung bewilligt. Darin inbegriffen war der Kauf von rund 220 Quadratmetern Land nördlich, damit genug Platz zur Verfügung steht. Der Grundstückskauf hatte den Bau der neuen Postautohaltestelle denn auch um ein Jahr verzögert, erklärt Matthias Rutishauser. Nun sei aber alles bereit, und er gehe davon aus, dass der Bau bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember abgeschlossen sei. «Die Einweihung wollen wir am Adventsfenster vom 14. Dezember feiern.»

Es wird auch ein neues Wartehäuschen mit Einsteigekante auf der Insel im Wendekreis erstellt. Die Bushaltestelle sei somit auch behindertengerecht. Die Haltestelle beim «Sternen» bleibe notabene bestehen, Urs Zingg, von der Abteilung Öffentlicher Verkehr des Kantons Thurgau, versicherte, dass der Stundentakt der Postautolinie auch mit dem zusätzlichen Abstecher zum Bahnhof eingehalten werden könne.

Die Restfläche des zugekauften Grundstückes werde man als ökologische Ausgleichsfläche naturnah gestalten und so Lebensraum für Flora und Fauna schaffen, betonte Matthias Rutishauser.

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