Endlich können sie anfangen: Das Herz-Neuro-Zentrum Bodensee befindet sich in Münsterlingen im Bau

Neun Jahre dauerte der Weg für die Herzklinik bis zum Spatenstich für ihren Neubau. Im Januar 2021 will man fertig sein und von Kreuzlingen auf den Spitalcampus umziehen.

Urs Brüschweiler
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Mit Alphorn-Begleitung schritten Gemeindepräsident René Walther, CEO Martin Costa und VR-Präsident Dierk Maass zum Spatenstich für den Neubau. (Bild: Reto Martin)

Mit Alphorn-Begleitung schritten Gemeindepräsident René Walther, CEO Martin Costa und VR-Präsident Dierk Maass zum Spatenstich für den Neubau. (Bild: Reto Martin)

Galgenhumor war nötig. Den zeigten die Verantwortlichen auch beim Spatenstich für den Neubau des Herz-Neuro-Zentrums Bodensee. Für 2012 war die Einweihung in den ersten Notizen geplant, wie CEO Martin Costa den geladenen Gästen am Dienstag erklärte. Anfang 2021 werde die neue Klinik auf dem Campus des Kantonsspitals nun wirklich eingeweiht werden und die rund 200 Mitarbeiter vom heutigen Standort am Kreuzlinger Weinberg umziehen. «Es war eine denkwürdig lange Entstehungsgeschichte. Aber wir haben immer daran geglaubt, dass dieser Tag kommen wird.»

«Gut Ding will Weile haben»

Zusammenarbeit der Kliniken wird enger

Auch Verwaltungsratspräsident Dierk Maass sprach von einem grossen Tag für die Privatklinik, die seit der Eröffnung in Kreuzlingen 1993 rund 150000 Patienten behandelt hat. Mit dem Neubau in Münsterlingen werde die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital und der Rehaklinik Zihlschlacht, die ebenfalls einziehen wird, künftig noch enger. Dies komme der medizinischen Versorgung der Bevölkerung zugute.

Wie es zur Verzögerung des Leuchtturm-Projekts gekommen war, zeigte Gemeindepräsident René Walther in seinem Grusswort auf. «Ein sogenannter Populäreinsprecher torpedierte alles.» Er könne ganze Bücher schreiben über den Weg bis zur Baubewilligung, der zweimal zum Bundesgericht geführt hatte. «Geduld ist gipfelnde Willensstärke», zitierte Walther. Doch statt die Nerven zu verlieren und Abkürzungen zu finden, habe man sich darauf konzentriert, Verfahrensfehler zu vermeiden. «Sonst wären wir heute nicht hier.»