Spannende Kombination auf der Bühne: Weihnachtliches von Brass Band und Jodlern

Ein Adventskonzert der etwas anderen Sorte durften sich die Besucher am Freitagabend in der Weinfelder Kirche St. Johannes erhoffen. Und sie werden nicht enttäuscht; ganz im Gegenteil.

Christoph Heer
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Die Liberty Brass Band Ostschweiz unter Leitung von Stefan Roth spielt in der katholischen Kirche Weinfelden.

Die Liberty Brass Band Ostschweiz unter Leitung von Stefan Roth spielt in der katholischen Kirche Weinfelden.

(Bild: Donato Caspari)

Draussen macht der angekündigte Sturm «Veiko» immer mehr auf sich aufmerksam. Drinnen hört man ihn – noch, aber nicht mehr lange. Zu rund drei Vierteln füllt sich das Gotteshaus mit Besuchern aus nah und fern und allesamt erwarten sie den musikalischen Auftakt der Liberty Brass Band Ostschweiz.

Die Eröffnung dann mit «Tower Music», von Komponist Jean-Francois Michel, hat es in sich. Gewaltige Brass Band Töne lassen in diesem Moment eigentlich nicht darauf schliessen, dass hier ein Adventskonzert stattfinden soll. Doch das ändert sich von Minute zu Minute, von Lied zu Lied. Schon bei der zweiten und dritten Liedkomposition wird der Kircheninnenraum umhüllt mit fein gespielten Noten und melodiösen Klängen.

Eindrückliches Ave Maria

Die 1984 gegründete Liberty Brass Band Ostschweiz (LBB), spielt unter der Leitung von Stefan Roth und weiss sich seit geraumer Zeit, sowie auf eindrückliche Art und Weise zu beweisen, dass hier äusserst talentierte Musikanten am Werk sind. Nach zweimaligem Unterbruch durch das befreundete Bergwaldchörli Enggenhütten folgt ein wahrer Gänsehaut-Moment.

Johann Sebastian Bachs «Ave Maria», spätestens jetzt, ist auch der Letzte in der diesjährigen Adventszeit angekommen – die Meisten halten hierbei ihre Augen geschlossen; Genuss pur.

Viel Publikum am Konzert der Liberty Brass Band in der katholischen Kirche Weinfelden.

Viel Publikum am Konzert der Liberty Brass Band in der katholischen Kirche Weinfelden.

(Bild: Donato Caspari)

In einem völlig anderen musikalischen Jargon bewegt sich das Bergwaldchörli Enggenhütten, welches unter der Leitung von Frowin Neff, auftritt. Aber genau dieses Anderssein formt das Instrumentalistische und den Appenzeller Naturjodel zu einem, in diesem Moment beinahe unantastbaren, Hörgenuss. Das Bergwaldchörli mischt traditionelles mit modernem, rockiges mit poppigem und natürlich fehlt auch Schweizer Liedgut nicht.

Inne halten und geniessen

Peter Rebers «Jede bruucht sy Insel», ist das beste Beispiel, dass inländische Errungenschaften auch 2019 noch funktionieren. Wenn sich Besinnliches mit einer Portion Magischem verbündet, wenn Appenzeller Naturjodel auf die Liberty Brass Band Ostschweiz trifft und, wenn sich jung und alt in der Kirche versammelt, um genau davon Zeuge zu werden; dann ist definitiv Adventszeit. Die Zeit, an genau diesem Ort kurz inne zu halten, in sich zu gehen, das Gehörte geniessen und dankbar sein, für das was man hat und nicht genervt sein von jenem, was man eben nicht hat.