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Sommerserie mit Humor: Comedienne arbeitet an ihren Lachfalten

Die Thurgauer Comedienne Martina Hügi aus Tägerwilen gibt ihren Impulsen wann immer möglich nach. Auf der Bühne spricht sie zwar gerne Tabus an, das tut sie allerdings nicht aus rebellischen Gründen.
Viviane Vogel
Fragil ist sie höchstens auf den ersten Blick: Comedienne Martina Hügi in einer Kartonburg. (Bild: Andrea Stalder)

Fragil ist sie höchstens auf den ersten Blick: Comedienne Martina Hügi in einer Kartonburg. (Bild: Andrea Stalder)

Noch bevor sie und ihr Zwillingsbruder vier Jahre alt waren, hatten sie schon in Kandersteg, Sedrun und Mörschwil gelebt. Ab ihrem vierten Lebensjahr wurde die Familie von Comedienne und Heilpädagogin Martina Hügi in Tägerwilen sesshaft. «Ich hätte so viele Dialekte annehmen können», lacht Hügi. «Mein Vater ist dazu noch Basler.»

Und doch hört man ihr an, dass sie aus dem Thurgau ist. Nur den Buchstaben A hat sie ihrem Wohnkanton Zürich angepasst, es hört sich so an, wie man es im Zürcher Dialekt aussprechen würde. «Mein A hat sich integriert», scherzt die 33-Jährige. Seit acht Jahren wohnt Hügi in Winterthur. In den Thurgau zieht es sie vor allem, wenn sie ihre Eltern besucht, die immer noch in Tägerwilen wohnen, wo Hügi als Kind auf der Strasse spielen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnte. «Jetzt ist es für mich so etwas wie ein Nostalgieflecken geworden», sagt sie. «Ein Stück weit sind mir Kreuzlingen und Tägerwilen fern geworden. Es stehen unterdessen so viele Neubauten dort, dass es ganz anders aussieht.»

Das Schöne gehört nicht auf die Bühne

Bei ihren Auftritten geht es oft um ihren Thurgauer Dialekt. «Mein Heimkanton ist schon eine Quelle für Witze», sagt Hügi. «Aber ich bin dort auch verwurzelt und verbinde eine gewisse Nostalgie damit, wenn ich daran zurückdenke. Ich habe so viel am Semi erlebt.» In Kreuzlingen war sie Mitglied des Tischtennis-Clubs und besuchte nach der PMS die PH. «Das sind meine schönen Erinnerungen. Aber Schönes gehört nicht auf die Bühne, das gehört mir allein.»

Hügi fing damit an, Leute zu unterhalten, als sie in der Studentenverbindung der PMS schon an Produktionen arbeitete. Später arbeitete sie an Sendungen im Lokalradio Zürich (LoRa). Dort fiel es ihr leichter, lustig zu sein, als über Ernstes zu sprechen. «Nur fand ich es doof, so isoliert zu sein. Man erhält null Rückmeldung als Sendungsproduzentin.» So versuchte sie sich an einem Slam auf der Bühne im Kraftwerk in Winterthur. «Da hat es mich direkt gepackt.» Unterdessen tritt sie nebenberuflich auf. «Ich finde, das passt gut. Sowohl der Beruf der schulischen Heilpädagogin, als auch Comedienne zu sein geben mir viel zurück», erzählt sie.

Das innere Kind wiederfinden

Wenn man sich ihre bisherigen Programme anschaut, fällt eines deutlich auf: Die Tägerwilerin provoziert. Wenn sie nicht gerade über den Thurgau witzelt, redet sie auch schon mal über das Masturbieren oder über eine Prostituierte. «Ich will nicht unbedingt eine Rebellin sein und ich will auch nicht den Moralapostel spielen», sagt Hügi. «Es geht mir mehr darum, meinen inneren Impulsen nachzugeben, sozusagen meine innere Momo zu bewahren.»

Sie erklärt, sie versuche im Moment zu leben und ihre Hemmungen abzubauen. «Wenn ich einmal ein gutes Lied am Bahnhof höre und dazu tanzen will, dann tanze ich eben.» Hügi findet sich nicht unbedingt rebellisch und wenn, dann höchstens im Kleinen. «Mein Nebenberuf ist ja auch eine Chance. Ich kann und will Menschen sagen, dass sie, trotz aller gesellschaftlichen Zwänge, einfach sich selbst sein dürfen.» Ihren Nebenberuf irgendwann hauptberuflich ausüben zu können, gefiele Hügi schon. Da denke sie jetzt aber noch gar nicht dran. «Vor allem ist mein Ziel im Leben, möglichst viele Lachfalten im Gesicht zu haben.»

Drei Fragen an Martina Hügi

Wen finden Sie am lustigsten?
Jan Rutishauser, mit dem ich auch zusammen auftrete. Ich finde ihn als Mensch sehr lustig und auch auf der Bühne. Er ist für mich so etwas wie ein Mentor und hat mir schon viele gute Tipps gegeben.

Worüber haben Sie das letzte Mal richtig herzhaft gelacht?
Als ich ein Buch von Trevor Noah gelesen habe. Er beschreibt, wie er über ein sehr schlechtes Modem einen Porno schauen wollte. Es ging nur schon fünf Minuten, um das Gesicht der Frau zu laden. Er schrieb, er hätte am Schluss das Gefühl gehabt, er kenne die Frau persönlich.

Wieso hat man Sie das letzte Mal ausgelacht?
Ich lache mich meistens selbst aus. Zuletzt, als ich gerade alles blitzblank geputzt hatte. Ich machte mir danach einen Kaffee und vergass dabei die Tasse. So sprudelte das Getränk aus der Kaffeemaschine direkt auf den Boden.

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