So viele Frauen wie noch nie zieht es in Arbon in die Politik

82 Kandidaten stellen sich am 10. Februar zur Wahl ins Parlament. Nur 2003 war die Zahl gleich hoch. Junge machen sich aber nach wie vor rar.

Markus Schoch
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Wahlflyer der Parteien. (Bild:PD)

Wahlflyer der Parteien. (Bild:PD)

Zuletzt wollten bei der Premiere 2003 so viele Frauen und Männer ins Parlament wie jetzt. Damals bewarben sich ebenfalls 82 Kandidaten für die 30 Sitze. In den drei Wahlgängen dazwischen waren es zwischen 64 und 74.

Nach wie vor zieht es nur relativ wenige Frauen in die Arboner Politik. Ihr Anteil liegt im aktuellen Wahlkampf bei 35,4 Prozent. Das ist zwar ein Rekordwert. Es geht aber nur in winzigen Schritten vorwärts. 2011 und 2007 lag die Quote bereits in einem ähnlichen Bereich (34,4 und 33,8 Prozent). Es waren aber auch schon einmal nur 24,3 Prozent (2003).

Zum Vergleich: Aktuell sitzen sechs Frauen im Arboner Parlament – das sind 20 Prozent. Dem Stadtrat gehören nur Männer an, und daran wird sich auch in den nächsten vier Jahren nichts ändern.

Frauenanteil liegt zwischen 15 und 50 Prozent

Die einzelnen Parteien fördern die Frauen unterschiedlich stark. Die meisten Frauen haben die EVP und die Grünen auf der Liste - nämlich genau gleich viele wie Männer. Am wenigsten zum Zug kommen die Frauen bei der SVP – es sind genau zwei (15 Prozent), und die eine der beiden war bereits vor acht Jahren das erste Mal dabei. Nicht viel besser sieht es bei der Gruppierung XMV aus, wo die Frauen ebenfalls zumindest numerisch eine untergeordnete Rolle spielen. Ihr Anteil: 22 Prozent.

Das Durschnittsalter aller Kandidaten liegt bei 46, 9 Jahren, was im Vergleich zu den amtierenden Parlamentariern noch jung ist. Deren Schnitt: 51,1 Jahre. Die jüngsten zwei Kandidaten sind 20 Jahre alt (Aaron Grubelnik und Linda Heller von der SP), der älteste ist Bernhard Gauch von der XMV mit 71 Jahren.

Am stärksten vertreten sind Männer und Frauen in der Altersklasse zwischen 40 und 59 Jahren (56 Prozent), am schwächsten diejenigen zwischen 20 und 29 Jahren (12 Prozent).

Fünf treten nicht mehr zur Wahl an

Von den amtierenden Parlamentariern treten 25 nochmals zur Wahl an. Gleich drei Vertreter und damit die halbe Fraktion ersetzen muss die SVP (Reto Gmür, Heinz Gygax und Astrid Straub), je ein Sitz frei wird bei der CVP (Remo Bass) und bei der FDP (Roland Morgenegg).

Sechs Kandidaten gehörten dem Parlament schon beim Start im Jahr 2003 an: Max Gimmel, Riquet Heller, Silke Sutter Heer und Christine Schuhwerk (alle FDP, wobei Schuhwerk zuerst Mitglied der sogenannten Kleinen Liste war), Roland Schöni (SVP) und Peschee Künzi (damals CVP, heute XMV).

Zwei haben die Seiten getauscht

Ein Mann der ersten Stunde ist auch Konrad Brühwiler, der seit 2011 aber im Stadtrat sitzt und für eine weitere Amtszeit kandidiert. Bei Jacob Auer ist es genau umgekehrt. Ihn wählten die Arboner 2003 in den Stadtrat, mittlerweile politisiert er im Parlament – und der 57-Jährige hat die Lust noch nicht verloren.

Doch nicht alle haben so viel Sitzleder. Von den 2015 Gewählten sitzen aktuell noch 19 im Parlament, die restlichen elf rückten nach.

Mitte legt zu, SP und SVP verlieren

CVP/EVP und die SP, die zwei Sitze einbüsste, bilden in der künftigen Arboner Volksvertretung die stärksten Fraktionen. Neben der CVP gehört die FDP zu den Gewinnern. XMV schafft den Einzug ins Parlament, die SVP-Fraktion schrumpft.
Max Eichenberger