Interview
«So nah wie heute standen wir uns noch nie»: Kreuzlinger Fantastical-Präsident zieht Übernahme des Konstanzer Seenachtfestes in Betracht

OK-Chef Markus Baiker reagiert erfreut auf die Ausschreibung in der Nachbarstadt, weil darin explizit auf das Fantastical Bezug genommen wird.

Urs Brüschweiler
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So schön war es vor einem Jahr: das Fantastical-Feuerwerk.

So schön war es vor einem Jahr: das Fantastical-Feuerwerk.

Bild: Andrea Stalder (Kreuzlingen, 11. August 2019)

Herr Baiker, Sie verfolgen die Konstanzer Suche nach einem neuen Ausrichter gespannt. Was bedeutet die Ausschreibung für das Kreuzlinger Fantastical?

Markus Baiker: Wir stehen mit den Konstanzer Verantwortlichen schon lange in Kontakt. Wir haben uns sehr gefreut, wie die Ausschreibung daherkommt. Wir sollten uns überlegen, ob nicht die Chance besteht, die zwei Feste künftig aus einer Hand zu organisieren.

Bedeutet dies, dass das Fantastical-OK sich nun auch um die Durchführung des Konstanzer Seenachtfestes bewerben will?

Das ist eine Option. Wir werden die Unterlagen genau studieren und werden uns das gut überlegen. Wir hatten uns schon vor vier Jahren beworben, bei der letzten Ausschreibung der Konstanzer. Damals hat man uns aber nicht berücksichtigt und wir sind nicht zum Zug gekommen.

Markus Baiker, Fantastical-Präsident.

Markus Baiker, Fantastical-Präsident.

Bild: Reto Martin (Kreuzlingen, 25. Oktober 2018)

Ist die Ausgangslage heute besser?

Ja, die Ausschreibung von 2016 war ganz anders formuliert. In der aktuellen wird nun an mehreren Stellen explizit das Bedürfnis erwähnt, mit Kreuzlingen zusammenzuarbeiten. Um eine enge Kooperation mit uns wird ein neuer Veranstalter gar nicht herumkommen. Die Kriterien der Stadt Konstanz sind da eindeutig.

Was hätte das für Vorteile?

Es wäre ein gemeinsames und grenzenloses Fest möglich. Man könnte viele Synergien nutzen und neue Ideen umsetzen. Bei Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit, wo die Ansprüche in der Vergangenheit grösser wurden, hätte man auch ein grösseres Gewicht und die Chance, etwas zu beeinflussen. Wir sind auf jeden Fall interessiert und gesprächsbereit.

Wäre dies für das Kreuzlinger OK nicht eine Nummer zu gross?

Das ist eine gute Frage. Genau das werden wir nun prüfen. Sollte letztlich ein anderer Veranstalter ausgewählt werden, sind wir dennoch absolut offen für ein Zusammenrücken bei der Organisation. Ich glaube, dieser Wunsch der Stadt Konstanz, uns mit ins Boot zu holen, ist auch keine Alibi-Übung. Ich würde es gar als eine historische Chance bezeichnen. So nah wie heute, standen wir uns noch nie. Auch am Feuerwerk will Konstanz nun doch festhalten.

Bleibt es also beim zweiteiligen Lichterspektakel mit gemeinsamem Finale?

Das muss sich zeigen. Für uns ist es sowieso klar, dass wir am Feuerwerk festhalten wollen. Ob es vielleicht künftig nur noch einen grossen, gemeinsamen Lichterregen gibt oder der freundschaftliche Wettbewerb fortgesetzt wird, muss sich noch zeigen.

Der neue Veranstalter wird erst im November bestimmt. Ist das nicht zu knapp, um bis August ein solches Fest aufzuziehen?

Das ist wirklich sehr sportlich. Aber man wird ja auf bewährte Konzepte und Personen zurückgreifen können.

Allerdings ist die Durchführung beider Feste für 2021 angesichts der Coronapandemie unsicher.

Ja, das ist leider so. Der Pessimist sagt, das wird nächstes Jahr nicht gehen. Der Optimist sagt, in irgendeiner Form wird sicher etwas möglich sein. Wir müssen nun versuchen, möglichst flexibel planen.