In Weinfelden singen sie für die Integration

Am Sonntag gab der multikulturelle «Chor ohne Grenzen» ein Konzert an der Musikschule Weinfelden. Es war eine musikalische Reise durch viele Länder und Kulturen.

Manuela Olgiati
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Gesanglehrerin Alexa Vogel leitet den «Chor ohne Grenzen», in dem auch Flüchtlinge wie Rami Msallam mitsingen. (Bild: Reto Martin)

Gesanglehrerin Alexa Vogel leitet den «Chor ohne Grenzen», in dem auch Flüchtlinge wie Rami Msallam mitsingen. (Bild: Reto Martin)

Schweizer und Fremde treffen sich. Mit dem Lied «Shalom Chaverim» begrüsst der Chor das bunt gemischte Publikum. Das Konzert vom «Chor ohne Grenzen» an der Musikschule Weinfelden ist ein multikultureller Treffpunkt. 34 Sängerinnen und Sänger nehmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Kontinente. Auch ein Lied in Schweizerdeutsch stimmen sie an; auch eines aus Südamerika. Zur mitreissenden Musik von «Bele Mama, Bele Papa» klatschen die Besucher mit.

Seit vergangenem September haben singbegeisterte Frauen und Männer aus verschiedenen Nationen die Lieder einstudiert.

«Nicht die Sprache, sondern der Klang und die Freude am gemeinsamen Singen stehen im Zentrum»

sagt Sängerin und Gesangslehrerin Alexa Vogel. Sie leitet den Chor, ihr Mann Emanuel Vogel begleitet am Klavier. Der Chor ohne Grenzen wurde 2016 vom Ehepaar Vogel in Zusammenarbeit mit der Musikschule Romanshorn gegründet. In Weinfelden gibt es einen neuen Standort.

«Das Konzert gefällt mir sehr», sagt Besucher Karl Kohli. Er ist Präsident der Arbeitsgruppe für Asylsuchende Thurgau. Aus dem Netzwerk Asyl Thurgau mit 15 Helferkreisen sei das Chorprojekt entstanden. Ein Zweites ist geplant.

Eine Stimme für die Geflüchteten

«Wir sehen es gern, wenn noch mehr Geflüchtete mitmachen», sagt Sängerin Sibylle Hug. Sie ist die Leiterin der Fachstelle Integration in Romanshorn. Auch Ruth Trippel singt. Die Mitorganisatorin spricht davon, dass Integration Zeit brauche. «Den Sängern eine Stimme geben», ist den Chormitgliedern wichtig. Rahel Banga singt dazu solo ein tamilisches Lied.

Der «Chor ohne Grenzen» singt am Konzert in der Musikschule Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

Der «Chor ohne Grenzen» singt am Konzert in der Musikschule Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

Zwischen den Liedern erzählen zwei junge Männer von ihrer Flucht. Der 31-jährige Amin aus dem Iran floh im Schlauchboot über die Meere. Im Durchgangsheim in der Schweiz lebt er ohne Arbeit seit sechs Jahren mit ungewisser Zukunft. Dagegen ist der 19-jährige Syrer Rami Msallam integriert. «Ich habe Lieder über meine Flucht aus Syrien komponiert», sagt er. Das Album ist Teil seiner Maturaarbeit an der Kantonsschule Frauenfeld, wofür er die Bestnote erhielt. Zum Abschluss des gelungenen Konzerts stimmt der Chor das Lied «Peace To The World» an.