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Sie ziehen mit Kultur durch das weitläufige Egnach

Am Sonntag startet die Wanderbühne in die dritte Saison mit einem Auftritt von jungen Thurgauer Talenten. Die Veranstalter träumen von einem Klavierkonzert im Wald und einer Rockband auf einem Kiesschiff
Markus Schoch
Der Vorstand der Wanderbühne: Alfi Bissegger (Kassier), Christina Holzer (Präsidentin) und Viktor Gschwend (Marketing). (Bild: PD)

Der Vorstand der Wanderbühne: Alfi Bissegger (Kassier), Christina Holzer (Präsidentin) und Viktor Gschwend (Marketing). (Bild: PD)

Sie sind zu dritt und wollen das kulturelle Leben von Egnach bereichern. Christina Holzer, Viktor Gschwend und Alfi Bissegger organisieren seit Herbst 2017 an wechselnden Orten in der weitläufigen Gemeinde mit seinen 68 Höfern, Weilern und Dörfern Veranstaltungen. Insgesamt rund 20 Lokalitäten stehen auf ihrer Liste. Dazu kommen einmalige Gelegenheiten wie vorübergehend leer stehende Gewerberäumlichkeiten, die sie beispielsweise für den Auftritt des Schweizer Singer-Songwritern Shem Thomas Anfang März nutzen wollen.

Das Programm der so genannten Wanderbühne ist breit. Es reicht von einem Konzert der Appenzeller Space Shöttl über eine Lesung von Ulrich Knellwolf und einen Vortrag des Designers Martin Leuthold bis hin zu einem schottischen Abend unter freiem Himmel. «Wir haben uns inhaltlich keine Grenzen gesetzt», sagt Holzer.

«Wir sind sehr zufrieden»

Die Erwartungen des Trios haben sich mehr als erfüllt. «Wir sind sehr zufrieden und auf gutem Weg», sagt Gschwend, der zusammen mit Holzer das Konzept entwickelt hat. Die Idee dazu kam ihnen in ihrer gemeinsamen Zeit im Gemeinderat von 2011 bis 2015. «Wir haben damals immer wieder darüber diskutiert, wie wir regionalen und auswärtigen Künstlern eine Plattform bieten könnten», erinnert sich Holzer, die mit den Konzerten am Steg in Wiedehorn ihre Sporen als Kulturveranstalterin genau so abverdient hat wie Gschwend als OK-Präsident des Musikfestivals Egnach 2017.

Ziel sind 300 Klubmitglieder Der zur Unterstützung des Wanderbühne-Trägervereins ins Leben gerufene Kulturklub zählt mittlerweile rund 100 Mitglieder. 20 von ihnen besitzen sogar einen eigenen Stuhl, der ihnen immer einen Platz vorne an der Bühne garantiert.

Die Rechnung geht bis jetzt auf

Um den Transport und die Lagerung müssen sie sich nicht kümmern. Der Service ist allerdings nicht gratis: Zwischen 150 und 550 Franken zahlten die Eigentümer an einer Gant Mitte August 2017 für die private Sitzgelegenheit und die Vorzugsbehandlung. Dank dieser Aktion geht die Rechnung der Kulturveranstalter bis jetzt auf. Gschwend sagt:

«Wir sind alle mit viel Herzblut dabei.»

Unterstützung erhält die Wanderbühne ausserdem vom Kulturpool Oberthurgau, der Gemeinde Egnach und Sponsoren.

Mit dem Hunger kommt der Appetit.

Die Anlässe der Wanderbühne ziehen im Schnitt etwa 50 Besucher an. Künftig sollen es 100 bis 150 sein, wünscht sich Gschwend. Das Ziel sind 300 Klubmitglieder. «Das müsste möglich sein in einer Gemeinde mit gegen 4700 Einwohnern.»

Die Bäume sollen aber auch nicht in den Himmel wachsen. Gschwend sagt:

«Wir sind und bleiben eine kleine Bühne und spielen in einer anderen Liga als beispielsweise das Presswerk in Arbon.»

Was nicht heisst, dass es nie ein grosses Konzert mit mehreren Hundert Besuchern beispielsweise in der Rietzelghalle geben wird. Doch die Wanderbühne will den Egnachern vor allem vier bis fünfmal jährlich aussergewöhnliche Erlebnisse an aussergewöhnlichen Orten in der Gemeinde bieten.

«Geht nicht, gibt's nicht»

Ein Traum von Holzer und Gschwend wäre ein Klavierkonzert Mitten im Wald. Oder der Auftritt einer Rockband auf einem Kiesschiff in der Nähe des Ufers. «Das will ich auf jeden Fall noch erleben», sagt Holzer.

Den nötigen Biss hat das Trio, um Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Eine Veranstaltung im letzten Sommer in der Kiesgrube Ballen - ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung - kam nur wegen der anhaltenden Trockenheit nicht zustande. «Geht nicht, gibt’s nicht», sagt Holzer.

Junge Musiktalente in der evangelischen Kirche

Der Kulturklub Wanderbühne Egnach will auch jungen Künstlern eine Plattform bieten. Es ist ihm gelungen, einige Preisträger des Thurgauer Musikwettbewerbes 2018 sowie diverse Jugendliche aus der Begabtenförderung für ein Konzert in der evangelischen Kirche zu gewinnen. Es findet am kommenden Sonntag, 20. Januar, statt und beginnt um 16 Uhr. Es spielen folgende Formationen: Quattro felice, Fusion Mallets Perkussion, Duo Rüttimann sowie Twinty2. Solo-Vorträge sind von Emma Blanke (Querflöte), Eliza Pintolli (Violine) und Sophie Bright (Posaune) zu hören. Der Eintritt ist kostenlos, es wird eine freiwillige Kollekte zur Deckung der Unkosten erhoben. (red)

Weitere Informationen unter https://wanderbühne.ch

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