«Sie werden dich finden, jagen und holen»: In Tägerwilen lehrt ein Verein von Grusel-Freunden ihren Gästen das Fürchten

Es ist nichts für schwache Nerven: Die erste Live-Horror-Show von After Dark Entertainment konnte am Samstag stattfinden. Die Veranstalter hoffen, dass sie auch an den beiden nächsten geplanten Terminen die Teilnehmer schocken können.

Isabelle Merk
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Mit schauderhaftem Kostüm lauert eine Statistin in der Dunkelheit eines Schiffscontainers auf ihre Opfer.

Mit schauderhaftem Kostüm lauert eine Statistin in der Dunkelheit eines Schiffscontainers auf ihre Opfer.

Bild: Reto Martin

Bereits zum sechsten Mal entführt der Verein After Dark Entertainment Freunde des Nervenkitzels in eine schaurige Welt des Horrors:

Definitiv kein Anlass
für schwache Nerven.

Unter strengen Corona-Sicherheitsvorkehrungen fanden sich Freunde dieses Genres und andere Mutige und Interessierte auf dem Hof der Jud Bio-Jungpflanzen AG ein, um mehr über ein längst versunkenes Frachtschiff zu erfahren. Dieses ist nach Jahren wieder aufgetaucht und birgt ein Geheimnis um die verschollenen Crewmitglieder, so die Story der Live-Geisterbahn.

In Dunkelheit gehüllt und nur von spärlichen blinkenden Lichtern geleitet führt der Weg zum Anlass in die Event-Halle in Tägerwilen. Nach ausführlicher Eingangskontrolle und gestaffelt stellten sich die insgesamt 50 Besucher der «Scare-Zone». Mittels Beiboot, gesteuert von einem verrückten Captain, erkunden die Gäste die Ruinen des Wracks und entdecken das Geheimnis um die verschollene Schiffsbesatzung.

Hinter jeder Ecke steckt der Schrecken.

Hinter jeder Ecke steckt der Schrecken.

Bild: Reto Martin

Auf der Tour lauert stets der nächste Schockmoment

Der Weg war gespickt mit Schockmomenten und so wirklich sicher war man an keiner Ecke während der Erkundungstour. Während man in einem Moment noch die Kontrollbrücke des Wracks erklimmen musste, fand man sich Momente später eingesperrt in einem Container wieder.

Die aufwendig geschminkten und eingekleideten Statisten entlockten den Teilnehmer so manchen Schreckensschrei. Das Aufatmen beim Verlassen des Schiffs war bei den meisten Gästen deutlich zu hören. Der Grad des Grauens hing vom jeweiligen Besucher ab. Während die Tour für hart erprobte Fans des Genres vor allem einen Nervenkitzel darstellte, waren die Zarterbesaiteten einfach froh, wieder unbeschadet herauszukommen. Fabian Odermatt, ein Besucher aus Brunnen SZ, zeigte sich aber beeindruckt:

Fabian OdermattBesucher aus Brunnen SZ

Fabian Odermatt
Besucher aus Brunnen SZ

Bild: Reto Martin
«Hier wurde mit wenig Budget etwas richtig Tolles auf die Beine gestellt.»

Nicht alle Teilnehmer halten die Spannung aus

In den vergangenen Jahren mussten auch schon Besucher vorzeitig aus der Scare-Zone geholt werden, da die Anspannung nicht für jeden gleich zuträglich war. Unter den Besuchern befanden sich neben Fans, die auch von weit her angereist waren, auch viele Neugierige, die sich dem Schrecken einfach mal stellen wollten. Die Medienverantwortliche des Events, Nadine Rüegg, sagt:

Nadine RüeggMedienverantwortliche After Dark Entertainment

Nadine Rüegg
Medienverantwortliche After Dark Entertainment

Bild: Reto Martin
«Selbst einige der Statisten würden nicht durch die Scare Zone gehen.»

Starke Stimme von «The Voice of Germany»

Ein weiteres Highlight, welches definitiv zur Beruhigung der angespannten Nerven führte, war ein starker Auftritt von Veronika Rzasa, ehemalige Teilnehmerin von «The Voice of Germany», und dem Kollektiv Drum-Shots. Der Foodtruck trug dann weiter dazu bei, erst mal wieder aufzutanken und den Abend genüsslich ausklingen zu lassen.

Noch zwei Eventabende sind geplant

Thomas Gasser aus Fruthwilen und sein Verein After Dark Entertainment initiieren dieses Spektakel. Geboren wurde die Idee hierfür während eines Europaparks-Besuchs, anlässlich dessen Gassers Sohn keinen Zutritt zum dortigen Halloween-Haus erhielt. Der engagierte Vater gab das Versprechen, so etwas hier auch durchzuführen, und so wurde aus dem ehemaligen Garagen-Event ein Anlass, der durch viele Details und die Freude am Schrecken besticht.

Eine Szene aus den Tägerwiler «Dark Nights».

Eine Szene aus den Tägerwiler «Dark Nights».

Bild: Reto Martin

Alleine für den Aufbau der Kulisse mit vielen technischen Feinheiten benötigen die Vereinsmitglieder um die vier Wochen. Während Silvi Rutz die Statisten mit schauderhaften Kostümen einkleidet zeigt sich Gabriela Kuratli für die grausigen Fratzen zuständig, Kai Zorn rundet den Look mit passenden Frisuren ab. Der Anlass ist nicht gewinnorientiert und zieht unterdessen Fans aus dem ganzen Land an.

Die Planung für den diesjährigen Anlass lief bereits seit Januar 2020. «Corona bedingt waren die Auflagen sehr streng aber umsetzbar», erläuterte die Medienverantwortliche Nadine Rüegg.

«Wir hoffen, dass auch die weiteren geplanten Termine durchgeführt werden können».